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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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107
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Herkömmliche Voraussetzung der Vaterlandsliebe. 107

Gerechtigkeit gegen den Gegner mehr übt, daß man ihnbeispielsweise in die Kommission oder zu irgend etwaswählt. Sie werden bei der jüngsten Wahl im französischenParlament gefunden haben, daß alle Parteien sich ge-einigt haben, die Konservativen von den Kommissionenauszuschließen. Man ist unter sich, man debattiert mitmehr Leichtigkeit; es kürzt die Verhandlungen ja wesent-lich ab. Es ist nicht im Interesse der Höflichkeit, derLiebenswürdigkeit, aber vielleicht — im Interesse desLandes, daß man auf diese Weise unmaskiert miteinanderverkehrt. Wir werden uns mit der Zeit ja auch zudieser Höhe vielleicht aufschwingen. (Heiterkeit.) InItalien ist es ebenso. Bei uns aber sind wir bishernoch in einem Stadium, daß es für unrecht und un-parlamentarisch gilt, wenn mair den Gegner nicht fürtugendhaft und patriotisch hält; und ich will mich alsonicht weiter aussprechen. Ich will nur sagen, daß eineMajorität im Reichstage, die gestützt ist auf notwendigund prinzipiell reichsfeindliche Fraktionen (Unruhe links),die deren freudige Unterstützung hat, — nicht als diefeste Stütze der Zukunft des Reiches angesehen werdendarf, die ich vor 15 Jahren geglaubt habe im Reichs-tage zu finden.

Wenn dies nun meine Ueberzeugung ist, so sucheich uni so eifriger nach den Befestigungen der Reichs-einrichtungen, wie ich sie vorher charakterisierte: dieArmee, die Finanzen und Zufriedenheit. Ich halte esfür das Reich nicht für nützlich, wenn es schlechte Fi-nanzen hat; ich halte es nicht für nützlich, wenn es aufdie Unterstützung der Einzelstaaten, auf deren Matrikular-beiträge irgendwie angewiesen ist. Man hat den gering-schätzigen Ausdruck gebraucht: die Einzelstaaten sollen