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8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
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Die Botschafter im Cölibat.

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erinnern, daß die Gelehrten gerade in der Regel, obschonAusnahmen da sind, den Beruf zur praktischen Diplomatienicht in hervorragender Weise bethätigt haben. Die Ar-beit des Diplomaten, seine Aufgabe besteht in dem prak-tischen Verkehr mit Menschen, in der richtigen Beurteilungvon dem, was andre Leute unter gewissen Umständenwahrscheinlich thun werden, in der richtigen Erkennungder Absichten andrer, in der richtigen Darstellung derseinigen; ich möchte sagen, persönliche Liebenswürdigkeitund Menschenkenntnis wirken dabei oft viel mehr. Wirhaben ziemlich viel ungelehrte Diplomaten gehabt, diedoch faktisch die leistungsfähigsten waren. Ich will nureinen nennen, der auch in Petersburg fungierte, das warder verstorbene General von Rauch, ein so ausgezeichneterMann, daß, wenn ich daran erinnere, daß seine Gelehr-samkeit vernachlässigt war, seine Nachkommen mir dasgewiß nicht verübeln werden, denn er war in der Diplo-matie eine Leistung erster Klasse, eine der besten, die wirje gehabt haben, und der, wenn er lebte, heute auf demPosten in Petersburg sein würde. Also die Gelehrsamkeitbezahlen wir nicht so hoch, sondern nur die für einegewisse Stellung, für gewisse Beziehungen nach unsrerMeinung und nach der Meinung der Beteiligten unent-behrlichen Existenzbedürfnisse. Zwingen Sie die Leuteeine Zeitlang, die Kritik, wie sie unzulängliche Mittel ineiner solchen Stellung mit sich bringen, zu ertragen, sowerden Sie sie verdrießlich, gereizt, hypochondrisch machen,die Geschäfte werden vielleicht unter der Verstimmung undunter den Sorgen leiden. Sie werden Kritiken über dendeutschen Gesandten hören, wie man bei ihm lebt, wiekümmerlich es ist. Ich gebe zu, er kann sich als tapfrerSoldat über alles das hinwegsetzen, aber ich fürchte, er