Die Botschaftergehälter in London und Petersburg. 231
<>. Die DotschastergelMter in London und Petersburg.
14. März 1877.
In der 9. Sitzung am 14. März gelangte auch der Etat desAuswärtigen Amtes zur Beratung. Dabei forderte die Regierungfür den Botschafter in London eine Gehaltserhöhungvon 166350 Mark auf 196350 Mark und eine gleiche Gehalts-aufbesserung von 30000 Mark für den deutschen Botschafter inPetersburg. Man vergleiche die Reden in Band II., Seite 81und Band VI., Seite 25. Nachdem die Erhöhung für den Postenin London mit 157 gegen 147 Stimmen abgelehnt worden war,erhob sich der Reichskanzler zur Befürwortung der Positionfür Petersburg:
Meine Herren, wenn ich annehmen darf, daß dievorige, soeben beendete Abstimmung sich nur auf Londonbezog, so möchte ich doch als Beweis meiner Ueberzeugung,mit der ich an diesen Antrag gegangen bin, noch eineLanze für Petersburg einlegen und Sie bitten, die Ab-stimmung in Bezug auf London für Petersburg nichtmaßgebend sein zu lassen, sondern die Erhöhung dortwenigstens zu bewilligen. Dort sind die Verhältnisse in-sofern noch schwieriger als in London, als ein Zurück-treten aus der Stellung, die durch die Verhältnisse demBotschafter aufgedrängt wird, gar nicht möglich ist. InLondon kann jemand allenfalls, wenn er gegen Kritiknicht empfindlich ist, in der großen Stadt von über zweiMillionen, in der der Hof und alles, was mit dem Hofein Verbindung steht, sich nicht so deutlich im Profil ab-hebt wie in Petersburg, bis zu einem gewissen Gradesich zurückziehen, obschon das auch seine Grenzen hat.Und ich kann erwähnen, daß frühere Gesandten und Bot-schafter, die sich in ähnlicher Lage befanden, nach ihremTode Verhältnisse hinterlassen haben, die es für ihre