230 Die Frühjahrssession des Reichstages von 1877.
(Zustimmung), wo wir eine Anzahl unbesoldeter Aem-ter haben, zu deren Uebernahme wir die Auser-wählten mit Strafen zwingen, denen, seitdem sie be-stehen, von allen Behörden, namentlich von denen, diestatistische Nachrichten brauchen, Arbeiten auferlegt wor-den sind, was die Abneigung, dergleichen überhaupt zuübernehmen oder mit Lust und Liebe zur Sache zu thun,erheblich gesteigert hat (Sehr wahr!), und ich möchte denHerrn Vorredner zu erwägen bitten, daß nicht üblerWille, Abneigung gegen irgendwelche wissenschaftliche undbegründete Bestrebung es ist, sondern daß man da sagenmuß: auäitatur 6t altera pars ! Die Forderungen derWissenschaft sind in der Theorie leicht gestellt, aber inder schwerfälligen Praxis vom Dorfschulzen aufwärtsdurch den Standesbeamten — und ich glaube, diesenwürden hier wieder erhebliche Leistungen treffen (Zustim-mung) — nachzufolgen, ist wirklich sehr beschwerlich, undich kann dem Herrn Vorredner sagen, daß wir dadurch eineReaktion erzeugen, die vielleicht bei den Wahlen einmalin dem Zorn gegen die Statistiker (Heiterkeit und Zu-stimmung) und gegen die Zumutungen, mit denen dieseden einzelnen Unbeteiligten behelligen, ihren Ausdruckfinden könnte.
Erregen wir keinen Unwillen gegen Bestrebungen,die an sich sehr heilsam sind, die aber verstimmen wer-den, wenn wir sie übertreiben, und lassen wir die An-forderungen an untergeordnete Organe, die nicht so sehrleistungsfähig sind, die keine Gelehrten sind, nicht zu hochspannen.