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8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
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184 Die Frühjahrssession des Reichstages von 1877.

so und so viel Millionen haben wir in diesem Jahreübrig. Mir ist es immer etwas peinlich, wenn zu vielübrig ist; ich habe den Eindruck, daß die Gelder unzeitigdeplaziert worden seien von der Stelle, wo sie sich ur-sprünglich befanden. (Sehr richtig!)

Ich erstrebe also in keiner Weise mehr, als notwendiggebraucht wird.

Was hilft es einem Staate, wenn seine Negierungreich ist? Was soll er mit dem Gelde machen? Wunder-liche Luxusausgaben? Für diese ist unsre Zeit sehrwenig inkliniert.

Ich kann mit bestem Gewissen erklären, daßich keinen Ueberschuß erstrebe, sondern nur dieDeckung dessen, was uns fehlt, die Reduzierungder Matrikularumlagen, wenn es sein kann,gänzliche Abschaffung derselben; denn ich glaubenicht, daß Sie bloß um der parlamentarischen Machtfragewillen unbequeme Steuern behalten wollen. (Sehr richtig!)

Die parlamentarische Macht bleibt einer verfassungs-treuen Regierung gegenüber durch das Ausgabenbewil-ligungsrecht gesichert, und einer der Verfassung nichttreuen Regierung gegenüber sind ebensowenig Bürgschaftenzu finden, wie einer parlamentarischen Kammer gegenüber,die in ihren Beschlüssen sich an den Fortbestand des Reichsoder Staats nicht weiter kehren wollte, sondern daraufhinbeschließen, bis er eben zu Grunde ginge. Auf beidenSeiten muß man doch eine ehrliche, vernünftige, gesetzlicheund verfassungstreue Gesinnung und Absicht voraussetzen,sonst kommt man ja überhaupt aus den Hemmnissen,aus dem gegenseitigen Mißtrauen, aus einem gewissengegenseitigen Verschanzungskampfe und Ringen nach Machtim Innern gar nicht heraus und kommt über diese