Druckschrift 
8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
Entstehung
Seite
157
Einzelbild herunterladen
 

Die russische Zollpolitik und die orientalische Frage. 157

Tendenz gewesen, durch solche Interpellationen, Diskus-sionen u. s. w. unsre guten Beziehungen zu Rußland zuverderben, und es ist ja möglich, einige Parteien bei unssind antirussisch aus Gewohnheit, aus Erbschaft, aus Er-innerung, andre sind es aus innerem Interesse, weil dierussische Regierung auf konfessionellem Gebiete nicht ihrenInteressen nahe steht. Aber, meine Herren, bemühen Siesich darin wie Sie wollen, ich gebe Ihnen die po-sitive Versicherung, so lange wir auf diesemFlecke stehen, wird es Ihnen nie gelingen, un-ser gutes und solides Verhältnis zu Rußlandirgendwie zu alterieren und in die erprobte hun-dertjährige Freundschaft, die zwischen beiden Regierungenbesteht, einen Riß zu machen. Dazu gehören stärkereLeute als Sie, dazu gehört die Kaiserlich russische Re-gierung selbst, die allein wäre im stände, und die hatebensowenig die Absicht. Ich spreche damit nicht bloßmeine persönliche Ueberzeugung aus, sondern wie ich be-stimmt weiß, die Ansicht der verbündeten Negierungenund namentlich auch die Ansicht Seiner Majestät desKaisers selbst. Wir sind sehr weit entfernt, oder viel-mehr diejenigen Herren, die eine Trübung in unsre Be-ziehungen zu Rußland zu bringen vielleicht das Bedürf-nis haben, sie sind ganz außerordentlich weit entfernt vondem Ziele, das sie sich vielleicht vorgesteckt haben; dasBündnis, welches die drei Monarchen seit langer Zeitvereinigt, besteht in voller Geltung, und ich kann Sieauch versichern, daß trotz der entgegengesetzten Stimmen,die in der österreichischen Presse hier und da laut werden,und deren Motive, Quellen, Wurzeln ich nicht weiter hierbesprechen will, — daß trotzdem das Verhältnis zwischenRußland und Oesterreich von jeder Trübung weit ent-