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8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
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156 Die Herbstsession des Reichstages von 1876.

Die politischen Verhältnisse sind viel fluktuierenderals die großen Verkehrsverhältnisse, und wenn Rußlandheute wirklich in der kritischen Lage wäre, daß es unsnotwendig brauchte, und wir wollten uns für den Preiseiner Zollkonzession gewissermaßen vermieten: — wer kannuns dafür bürgen, daß wir nicht in drei Jahren in derLage wären, Rußlands freundschaftliche Nachbarschaft zubrauchen, und daß Rußland dann sagte: ja nun, waskannst du in Zollsachen geben? (Heiterkeit.)

Das sind ja doch Verhältnisse, die man nicht herbei-wünschen darf. Die politischen Verhältnisse balancierensich in sich; die Bekämpfung der wirtschaftlichen kannman nur auf wirtschaftlichem Gebiete suchen. Wird daswirtschaftliche Gebiet uns als Kampfplatz verschlossen, sosind dies alles Worte, die nutzlos die sehr beschränkteZeit der Herren hier vergeuden; und nicht bloß die derHerren, sondern auch die unsrige. Es ist eben hier einWortgefecht, das wir schon oft durchgemacht haben, unddas immer ohne Resultat geblieben ist. Die Tendenzdieser Interpellation hat vielleicht den Stachel gegen Ruß-land — ich erinnere mich ähnlicher Reden vor etwa vier-zehn Jahren*), damals wie die polnische Insurrektionwar, und wie von der Konvention sehr viel die Redewar, wo man auch das Bedürfnis hatte, uns mit Ruß-land zu brouillieren, uns für die Polen ins Gefecht zuführen, ich weiß nicht, aus welchen Gründen — dieHerren haben vielleicht noch die Ueberzeugung, daß siesehr richtig gehandelt haben; sie haben sie vielleicht auchnicht, (Heiterkeit) — aber es ist damals wie jetzt meinemEindrücke nach — ich kann mich auch darin irren — die

) Vgl. die Reden in Band II., Seite 54 u. a. O.