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8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
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Die russische Zollpolitik und die orientalische Frage. 153

Behandlung, die sich mit dem heutigen öffentlichen Rechts-bewußtsein von Europa nicht verträgt, und über derenAbstellung ganz Europa einig ist; — es hat nur dieForm nicht finden können, diese Einigkeit wirksam zumachen. Wir sind aber mit Rußland in Bezug auf denZweck, der auf der Konferenz zu erstreben ist, zunächsteinig; und unsre Unterstützung dafür anderweit ver-werten zu können, würde heißen, daß wir in fremdenDiensten und in fremden Interessen etwas thäteu, waswir im eignen christlichen Interesse, aus Sympathie fürdie Glaubensgenossen in jener Gegend thun, und, wennSie wollen, aus einem civilisierten Kulturinteresse; —Sie können es also auch als einen Teil des Kultur-kampfes mit einbegreifen, wenn Sie wollen. (Heiterkeit.)Sollten wir nun dafür, daß wir in dieser Frage imKongreß dieselben Zwecke der Sicherstellung der christlichenBewohner verlangen wie Rußland — sollten wir dafüretwa von Rußland eine Zollkonzession verlangen? Daswird selbst der Herr Vorredner nicht wünschen.

Nun kann er mir sagen: bei der augenblicklichenSachlage ist die Möglichkeit sehr nahe gerückt, daß trotzder prinzipiellen Uebereinstimmung der Beteiligten dieseKonferenz resultatlos verläuft, und es ist nach den Er-klärungen der Kaiserlich russischen Regierung für den Fallder Wahrscheinlichkeit angezeigt, daß Rußland auf eigneHand vorgehen werde, um mit den Waffen der Pforteabzukämpfen, was sie friedlich nicht bewilligen würde.Auch für diesen Fall verlangt Rußland ja von uns garkeine Unterstützung, es verlangt nur unsre Neutralität;wiederum also etwas, was vollständig in unsrem In-teresse liegt, und was kein Mensch beabsichtigt anders zuleisten. Sollen wir Rußland ein Veto einlegen, wenn