144 Die Herbstsession des Reichstages von 187N.
wies sie aber weit von der Hand; er befürwortete,man solle ihn nicht wie früher darauf verweisen, daß dierussische Regierung selbst ihre Geschäfte zu verstehen glaube,und kam nachher darauf zurück, daß alle diejenigen, diesich geläuterter Ansichten erfreuten, schließlich zu einervollständigen Enthaltung und Ablehnung gegen russischePapiere kommen müßten. Kurz, er gab zu erkennen,daß er seine Ansicht für die geläuterte hielt. Nun, dieKaiserlich russische Negierung hält wahrscheinlich die ihrigefür die geläuterte; sonst würde sie nicht seit Jahren siezu meinem Bedauern verfolgen und würde sie nicht jetztnoch verschärfen. Ich bin mit dem Herrn Vorredner derUeberzeugung, daß die russische Regierung inihrer Zollpolitik sich auf einem Irrwege be-findet, von dem sie früher oder später wird zurückkehrenmüssen, und ich sehe mit Bedauern, daß eine uns in solchemMaße befreundete Regierung eine wirtschaftliche Politikbetreibt, bei der sie nicht innerlich kräftiger und wohl-habender wird. Ich wünschte, ich könnte sie auf andreWege bringen, ich wünschte, ich könnte sie überzeugenund überreden; so lange sie das aber nicht selbst besorgt,so lange sie sich nicht selbst überzeugt, wird ein fremderMinister, der den Russen als Interessent für andre ver-dächtig ist, darüber eine noch geringere Autorität seinals die vielen beteiligten Russen und andre, die ihnendas schon seit langer Zeit ohne Erfolg predigen. Bisherglauben sie nicht daran und folgen ihrer eignen Ueber-zeugung; wir können sie ebensowenig daran hindern, wiewir die nordamerikanischen Freistaaten gehindert haben;bei deren Zollerhöhungen ist von keiner Seite der Re-gierung die Zumutung gemacht worden, irgend etwas zuthun, was nicht in ihrer Macht liegt. Aber ich glaube,