Die russische Zollpolitik und die orientalische Frage. 143
Reichskanzler in dieser Frage zu thun? — so kam mirder Gedanke, ob ich nicht eine in wirtschaftlichen Fragensehr viel wichtigere Autorität, als die des Herrn Inter-pellanten, um Rat fragen sollte, ob er nicht vielleicht einMittel wüßte, um so mehr, da er mich früher und heuteauch wieder indirekt eines gewissen Dilettantismus aufdem Gebiete der wirtschaftlichen Politik beschuldigt. Ichbitte um die Erlaubnis, ihm das auf dem Gebiete dereigentlichen Politik im vollsten Maße zurückzugeben, undwerde ihm das nachher Nachweisen. (Heiterkeit.) Aberhier fühle ich wirklich meine Unzulänglichkeit ihm gegen-über und hatte daher gehofft, daß seine Motivierung derInterpellation darüber, was ein Minister in dieser Lagewohl zu thun hat, einigen Anhalt und einige Auskunftgeben würde. Ich hatte von ihm einen Rat erwartet,eine Andeutung wenigstens, was seiner Meinung nachdie Regierung thun könnte. Ich bin aber, nachdem ichseine Motivierung gehört habe, zweifelhaft geworden, ober seinerseits überhaupt glaubt, daß sich irgend etwasthun ließe, ob nicht die Interpellation eben den Zweckhat, den der Herr Vorredner häufig verfolgt, eine kritischeLage zu benutzen, um die Regierung und meine Personin Verlegenheit in Bezug auf eine gewisse Frage zu ver-setzen. Ob das im Augenblick nützlich ist für die Gesamt-heit, lasse ich dahingestellt sein; aber es wird ihm auchnicht gelingen, mich darüber in Verlegenheit zu setzen.Ich bin eigentlich nicht verpflichtet, auf wirtschaftlichemGebiete mehr zu wissen als jemand, der in Kreisen, diemir fern stehen, für eine so große wirtschaftliche Autoritätgilt, wie der Herr Vorredner.
Der Herr Vorredner berührte zuerst die Mittel,die allein in solchen Verhältnissen wirksam sein können.