Die Uebertragung der preuß. Eisenbahnen auf das Reich. 123
meine Herren, dazu, glaube ich, ist die Sache doch zuwichtig, daß die Regierung von ihrer Machtvollkommen-heit in dieser Weise hätte Gebrauch machen sollen. Ichglaube, es würde bei den meisten von Ihnen doch einengewissen Eindruck von Nichtachtung gemacht haben, wenndie Regierung in einer so wichtigen Frage, wo ein sogroßes Eigentum des Staats zum Kaufe angeboten wird,vorginge, ohne sich vorher durch die Stimmung derVolksvertretung und der gesetzgebenden Körperschafteneinigermaßen zu vergewissern, ob sie auch sicher ist, imEinklang mit ihnen zu handeln. Die Initiative mußdabei ja natürlich von dem, dessen Eigentum verkauftwerden soll, ausgehen. Unsre Stellung gegenüber demReiche ist auch eine ganz andre, wenn wir, gestärkt durchdas Votum dieser Versammlung, der nächst schwerwiegen-den im Deutschen Reich, dem Reiche gegenübertreten. Esgeht das schon daraus hervor, daß, wenn Sie z. B. dieVorlage ablehnten, wir dann ganz sicher keine Aussichthätten, nachdem der Reichstag sieht, daß wir nicht dieUnterstützung, sondern die Verwerfung der Landesver-tretung hinter uns haben, vor dem Reichstage mit irgendeinem Erfolge die Sache zur Vorlage zu bringen, son-dern jeder würde dann die Regierung gerechtfertigt finden,wenn sie darauf verzichtete und zunächst in späterer Zeitan eine anders zusammengesetzte preußische Versammlungoder L Ivals illtorirmta, ack inolius inkorumuäaiu ap-pellierte; aber daß wir vor dem nächsten Reichstag ohneweitere Beschlüsse des preußischen Landtages gewisser-maßen lahm gelegt und außer Gefecht gesetzt wären, dasliegt ganz klar, und das zeigt schon, wie wichtig undnotwendig es war, daß wir Ihre Unterstützung hierbeinachgesucht haben, und wieviel davon abhängt, ob Sie