122
Die Landtagssession von 1876.
rung durch Verwandlung in eine feste Staatsrente einHalt geboten wird; aber den Direktionen ist es wirklichschwer einen Ersatz für die glänzende Stellung zu geben,die sie augenblicklich haben, namentlich für ihre Regie-rungsrechte in Bahnsachen — und zu den Direktionengehören ja auch im weiteren Begriff die sich angeblichgefährdet glaubenden Direktionen der Staatseisenbahnen,wo aus achtbarsten und berechtigtsten Motiven sich docheine gewisse Anhänglichkeit an das Ressort und an dieErhaltung in dem bisherigen Zustand notwendig bildet.Aber bei den Aktionären wird im ganzen der Widerstandnicht so kräftig sein; es wird mehr darauf ankommen,die politischen Hintergedanken' und Vorwände immer,wenn sie sich eindrängen, sorgfältig aus der Sache heraus-zubringen. Daß nicht rein wirtschaftliche Interessen fürdie Stellung der einzelnen und der Fraktionen zu derSache maßgebend sind, sehen Sie aus der scharfen Ab-grenzung und Scheidung, in der die Fraktionen sich zuder Sache stellen, innerhalb deren über die wirtschaft-liche Seite der Frage gewiß viele Meinungsverschieden-heiten sind, da die meisten von uns kaum in der Lagesind, sich ein sicheres wirtschaftliches Bild zu machen.Aber für den politischen Effekt ist es leichter für eineFraktion, sich zu einigen, und deshalb glaube ich, werdendie Fraktionen ziemlich geschloffen bei dieser Frage sein,— für mich gerade kein erwünschtes Symptom, insofernich daraus sehe, daß das politische Interesse vorherrscht.
Man kann ja fragen, warum wir Ihnen überhauptdie Vorlage machen, da die Regierung selbständig befugtgewesen wäre, niit dem Reiche zu unterhandeln und, wennzu einem Abschluß gelangt. Ihnen dann die Abmachungzur Genehmigung oder zur Verwerfung vorzulegen. Nun,