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8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
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Der Rücktritt des Ministers Delbrück. 109

meinschaftlich gearbeitet und 10 Jahre lang in kollegia-lischen Verhältnissen; wir standen in solchen Beziehungen,daß er wußte, daß jede, auch die bedeutendste Frage vonmir eher vertagt worden wäre, als daß ich sie zum An-laß seines Rücktritts werden ließ; darüber war er voll-ständig klar. Es ist eine eigentümliche Neigung, die natür-lichen Ursachen der Dinge zu verschwemmen und nachkünstlichen, namentlich nach solchen, die man sür seinepolitischen und Parteitendenzen verwerten kann, zu suchen.Nichts ist natürlicher, als daß jemand, auch mit der un-gewöhnlichsten Arbeitskraft, man kann sagen, mit dermehrerer begabter Männer ausgerüstet, bei dem Ueber-maß von Arbeit, das er 10 Jahre lang auf sich genom-men hat, bei den Erschwerungen, die ihm dabei gemachtsind, und nicht am allerwenigsten von denen, die jetztihr vielleicht aufrichtiges Bedauern über seinen Rücktrittkundgeben, daß dadurch die solideste und elastischsteArbeitskraft aufgerieben wurde. Daß die Verdächtigungenund kränkenden Insinuationen, denen dieser ausgezeich-nete Beamte ausgesetzt gewesen ist, nicht gerade dazubeigetragen haben, ihm die abstumpfenden, ermüdendenWirkungen der Arbeit zu mildern, das liegt auf derHand.

Ich habe das vorausschicken wollen, um denjenigenRednern, die etwa nachher noch wiederum den MinisterDelbrück und seinen Rücktritt ins Gefecht führen wollen,von Hause aus diese Blühe zu ersparen; sie würden,wenn sie es dennoch thun, entweder bewußt die Unwahr-heit reden oder mich einer solchen beschuldigen.

Mit Bezug auf den Teil der Rede des Herrn Vor-redners, den ich eben mit angehört habe, muß ich be-merken, daß ich seine Besorgnis doch sür übertrieben