Druckschrift 
8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
Entstehung
Seite
110
Einzelbild herunterladen
 

110

Die Landtagssession von 1876.

halte, und finde, daß er die Frage, die uns beschäftigt,überschätzt, wenn er annimmt, daß nun die Freiheit undEinheit Deutschlands, der Friede der Welt, die orienta-lische Frage, die Geldkrisis und die augenblickliche Stockungder Geschäfte davon abhängen, ob das Reich oder derpreußische Staat einige Eisenbahnen mehr erwirbt odernicht, und ob diese Eisenbahnen im Besitz des preußischenStaates oder in den Händen des Reiches sich befinden.Der Herr Vorredner hat sich seine Argumentation da-durch zum Teil leicht gemacht, daß er sich nicht an dieVorlage hält, sondern an ungeheuerliche Dimensionen,welche tendenziöse Nachrichten und ungerechtfertigte Be-sorgnisse, die zu Tage traten, sehr voreilig, ehe unsreVorlage bekannt war, — welche diese der Sache gegebenhaben. Daß uns die deutsche Freiheit und Einheit aufder ersten Reichslokomotive davonfahren werde (Heiter-keit), das glaube ich nicht, er selbst hat seine eignenArgumente bekämpft; ich erinnere nur an den Schlußseiner Rede, wo er mir erst mit Pathos den Vorwurfmacht, warum ich mich nicht an den Reichstag zuerst ge-wandt und von dem die Vollmacht zu kaufen erbetenhätte, gleich darauf mir mit Heftigkeit seine Verweigerungder Vollmacht in Aussicht stellt, also selbst zugab, daßich, um das Eigentum des preußischen Staates anzu-bieten, doch eher der Vollmacht dessen, der es augenblick-lich besitzt, bedarf, als der es vielleicht kauft, vielleichtauch nicht; darum werden wir nicht in erhebliche Feind-schaft mit irgend jemand geraten. Es ist eine wirtschaft-liche Frage, um die es sich handelt, in die ich bittenmöchte, die hohe Politik nicht in dem Maße einzumischen,daß der Herr Vorredner sich zu dem ungeheuerlichenBilde versteigt, daß ich „den preußischen Landtag zum