Persönliche Auseinandersetzungen. 103
habt hat, sie mir aus seinem eignen Vermögen zu über-weisen.
Das Gesetz über die Einverleibung Lauenburgs in die preu-ßische Monarchie wurde darauf im einzelnen wie im ganzen mitgroßer Mehrheit angenommen, doch war, die Gründe dafür sindin der ersten Anmerkung S. 93 angegeben, nach 21 Tagen einenochmalige Abstimmung oder „wiederholte Beratung" erforderlich.
5. Persönliche Auseinandersetzungen.
28. April 1876.
Die vorstehend erwähnte wiederholte Beratung über die Ein-verleibung Lauenburgs fand in der 44. Sitzung des Abgeordneten-hauses am 28. April statt. Der Abgeordnete Virchow hob dabeihervor, daß er sich wohl gehütet habe, irgend einen Schritt nachLauenburg zu thun, um besondere Erklärungen über die Stimmungder dortigen Bevölkerung zu „extrahieren", ttebrigens sei esmerkwürdig, daß dieses Wort sich in dem amtlichen stenographischenBericht nicht finde, während er, Abgeordneter Virchow, einen kör-perlichen Eidschwur darauf hätte ablegen können, es gehört zu haben.Was ferner die lauenburgische Agitation gegen die Einverleibunganbetreffe, so habe der Ministerpräsident dieselbe als eine wesent-lich sozialistische, von Fremden ausgegangene bezeichnet, wie auchwahrscheinlich der Einberufer der Lauenburgsr Bürgerversammlungund Autor der von derselben beschlossenen vielgenannten Resolution,Herr von dem Sandt, ein auswärtiger Sozialdemokrat sei. DieserHerr von dem Sandt habe nun ihm, dem Abgeordneten Virchow,eine beglaubigte Bescheinigung zugesendet, wonach er 15 Jahre inLauenburg und einer der höchstbesteuerten Bürger der Stadt, alsodoch wohl kein „fremder Sozialist" sei. Der Fürst Bismarckgab hierauf zur Antwort:
Ich will zunächst wegen des stenographischen Berichtsdie Bemerkung des Herrn Vorredners in Bezug desWortes „extrahieren" doch dahin vervollständigen, daß