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8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
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Reminiscenzen aus der Konfliktszeit.

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ein um so günstigeres Zeugnis für die Verwaltung, alsLauenburg bekanntlich von der Reichsgesetzgebung ziemlichstiefmütterlich behandelt worden ist. Lauenburg hatteeinen Elbzoll und einen Transitzoll, die zusammen, wennich nicht irre, ungefähr 140 000 Thaler für dieses kleineLändchen einbrachten. Beides wurde bei der Herstellungdes Norddeutschen Bundes ohne jede Entschädigung auf-gehoben, und die Finanzen des Landes wurden dadurchallerdings um so mehr in Verlegenheit gebracht, alsPreußen schon kurz vorher unerwarteterweise die Schuldvon 21° Millionen dänischer Thaler, die es aus demGasteiner Vertrage zu zahlen hatte, auf seine lauenbur-gischen Staatseinnahmen übernommen hatte und dafürjährlich 85 000 Thaler aufzuwenden hat, bis sie getilgtsein wird. Es kam also für das kleine Land ein plötz-licher Ausfall von 220 000 Thalern jährlicher Einnah-men, auf den in Bezug auf die Elbzölle Lauenburg umso weniger gefaßt sein konnte, als die in ganz gleicherLage befindlichen übrigen deutschen Staaten, wie Anhaltund Mecklenburg, eine immer nicht volle, aber doch sehrannähernde und die augenblickliche finanzielle Verlegenheithebende Entschädigung dafür bekamen. Es war dies eineHärte und Abneigung, die Lauenburg zu erfahren hatteund die damals im Lande mit ziemlicher Bitterkeit em-pfunden ist, weil man sah, daß Anhalt und Mecklenburgdie Entschädigung dafür bekamen, und die Herzoglichlauenburgischen Finanzen konnten damals wirklich inVerlegenheit geraten. Das Land hat aber niemals miteinem Defizit gewirtschaftet, hat den Ausfall von 140000Thalern getragen, hat die Verzinsung und Tilgung der21s Millionen dänischer Thaler getragen und nie einDefizit gehabt.