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8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
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Die Landtagssession von 1876.

drucksweise trifft hier nicht ganz zu. Für Sie, meineHerren, kann es sich allerdings nur um eine Vorlageder preußischen Negierung handeln, für die Königl. Re-gierung selbst aber handelt es sich noch um eine andreSeite der Sache, nämlich um ein Abkommen mit denlauenburgischen Ständen. Diese Stände sind klein undmachtlos neben dem großen preußischen Landtag, aberauf ihr Recht zum Mitreden, insoweit es erforderlich,um dem ganzen Abkommen hier den Charakter eines Ab-kommens, eines freiwillig auch von dem schwächeren Teilgenehmigten Abkommens zu gewähren insoweit mußdie Königl. Negierung doch darauf halten, daß auch demHerzogtum Lauenburg das Recht zum Mitreden gegebenwird. Nun haben die Lauenburger Stände sich ausdrück-lich gegen eine vollständige Verschmelzung zu einer Pro-vinz mit Schleswig Holstein verwahrt. Ob das eine Folgeder Abneigung ist, die ich in dem Maße nicht bemerkthabe, wie der Herr Vorredner sie vorher kennzeichnete,die auf der alten Grenze der Holsten und der Sachsenherrscht, laste ich dahingestellt sein; aber wenn das derFall wäre, so würde ich den Widerstand der Lauen-burger dagegen, einer großen Majorität, die ihnen ab-geneigt ist, ausgeliefert zu werden, doch noch in höheremMaße begreifen. Daß die Provinz Schleswig-Holstein,die an sich nicht übergroß ist, wenigstens an der Volks-zahl, das Bedürfnis hat, sich zu arrondieren, begreifeich, und wenn diesem Bedürfnis die Bereitwilligkeit, sichannektieren zu lassen, von seiten der lauenburgischen Ständeentgegen käme, so wäre es für die Negierung erwünscht,es wäre eine angenehme Vereinfachung; und für die Re-gierung, wenn sie der bereitwilligen Zustimmung derLanenburger gewiß wäre, läge kein Grund vor, dieser