Druckschrift 
8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
Entstehung
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

Die Mißbräuche auf dem Gebiete der Presse. 79

er, um etwas davon für den Gebrauch zu retten, zu demMittel greift, mich in meiner Wahrheitsliebe bei eineroffenen Gelegenheit, wo ich öffentlich und amtlich spreche,wenn auch mäßig, zu verdächtigen ich kann es nichtanders sagen. Er sagte, nachdem ich versichert habe, essei unbegründet, und nachdem niemand das besser wissenkann, als ich, da sagt er, es sei doch nicht ganz unbe-gründet gewesen. Der Herr Vorredner bezweifelt alsomeine Aufrichtigkeit. Nun, ich glaube ihm vielleicht auchnicht alles, was er jederzeit sagt (große Heiterkeit), ichenthalte mich jedoch der Unfreundlichkeit, ihm das öffentlichzu sagen (Heiterkeit); jedenfalls aber glaube ich von ihmimmer das, daß er nach seiner Ueberzeugung und nachseinem besten Gewissen spricht, wenn auch mitunterJrrtümer; mir aber wirft er hier vor, daß ich gegeninein amtliches Wissen öffentlich an einer amtlichen Stelledoch nicht ganz die Wahrheit gesagt habe:so ganz un-begründet sei es nicht gewesen". Ich wiederhole, daßes absolut unbegründet gewesen ist, daß niemandes besser wissen kann, als ich, und daß ich nicht in derLage bin, auch nie Anlaß dazu gegeben habe, zu glauben,daß ich öffentlich und wie es weiter hier heißterdichtete Thatsachen mitgeteilt hätte, am allerwenigstensolche, wo es doch schließlich unzählige Zeugen, einmalSeine Majestät den Kaiser und dann unter meinen Be-amten, geben müßte, die mich jederzeit überführen könnten,daß ich hier öffentlich die Unwahrheit gesagt hätte. Ichlasse es darauf ankommen. Ich führe dies nur an zurBekräftigung dessen, was ich gesagt habe.

Der Herr Vorredner hat gesagt, daß gewiß außerdem Preßartikel noch andre Anlässe gewesen wären, umdamals an einen Krieg zu glauben. Ja, meine Herren,