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Die Reichstagssession von 1875 76.
seines Souveräns zu gewinnen suchen. Ohne daß SeineMajestät der Kaiser mobil macht und Krieg erklärt,kann auch der geschickteste und das höchste Vertrauengenießende Minister bei uns — er mag so kriegerischsein wollen, wie er will — nichts machen; er kann mitseinen kriegerischen Gelüsten ohne den Kaiser niemalsaufkommen.
Dann kommt weiter hinzu, wenn nun Seine Majestätder Kaiser und sein Minister einig wären, einen Kriegzu führen — Seine Majestät der Kaiser — er hat Kriegeführen müssen, er hat sie ungerne geführt, sich schwer dazuentschlossen, er hat großen Ruhm darin erkämpft — istin einem Alter, wo man gewöhnlich nicht Händel sucht;also kein Mensch wird glauben, daß Seine Majestät derKaiser kriegslustig ist. Solange er das aber nicht ist,so ist ja alles, was man von einem kriegslustigen Ministerspricht, Windbeutelei (Heiterkeit) und bewußte Entstellungder Thatsachen, und alle Aengstlichkeit darüber eine affek-tierte, die nicht wirklich ist. Dann aber denken Sie sich,meine Herren, meine Lage, wenn ich vor einem Jahrehier vor Sie getreten wäre und hätte nun ähnlich wieauao 1870, wo wir von Frankreich angegriffen waren,Ihnen auseinandergesetzt: meine Herren, wir müssen Kriegführen, ich weiß Ihnen eigentlich einen ganz bestimmtenGrund dafür nicht anzugeben, mir sind nicht angegriffenund nicht beleidigt, aber die Situation ist gefährlich, wirhaben mehrere mächtige Armeen zu Nachbarn, die fran-zösische Armee reorganisiert sich in einer Weise, die inder That beunruhigend ist, ich verlange von Ihnen eineAnleihe von 200 Millionen Thalern oder 500 MillionenMark, um zu rüsten. Würden Sie da nichtsehr geneigt ge-wesen sein, zunächst nach dem Arzte zu schicken (Heiterkeit),