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8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
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Der „Krieg in Sicht"-Artikel.

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geführt. In neueren Zeiten ist durch Wortflreitigkeitenwohl schwerlich je ein Krieg entstanden, und selbst derfranzösische Krieg von 1870, an dein scheinbar diePresse einen großen Anteil hatte, aber nur die Negierungs-presse, ist ganz gewiß nicht von der Presse gemacht, son-dern nur von der damaligen kaiserlichen Kamarilla. Erspukte schon 1867 vor, und die ganze Zeitungspresse ansich hätte es nie zum Kriege getrieben. Auf Zeitungs-artikel hin führt kein Mensch Krieg, und wer für dieBeängstigung der Börse im vorigen Frühjahr die Artikeleiniger durchaus nicht offiziöser Blätter.... ich meine„die Post", um sie beim Namen zu nennen, für die ichhabe meines Wissens niemals einen Artikel schreibenlassen, am allerwenigsten den, der „Krieg in Sicht" über-schrieben war*), aber ich habe den Artikel nicht getadelt,denn ich finde, wenn man das Gefühl hat, daß in irgendeinem Lande eine Minorität zum Kriege treibt, dannsoll man recht laut schreien, damit die Majorität daraufaufmerksam wird; denn die Majorität hat gewöhnlichkeine Neigung zum Kriege, der Krieg wird durch Mino-ritäten oder, in absoluten Staaten, durch Beherrscher oderKabinette entzündet. Aber der ist ganz gewiß nicht desKrieges, der Brandlegung nicht verdächtig, der zuerstFeuer schreit. Wenn es wirklich einen Minister gäbe,der aus irgend einem gänzlich unbegründeten Zwecke zumKriege drängen wollte, der würde es doch wahrlich ganzanders anfangen, als daß er zuerst in der Presse Lärmschlüge, — damit würde er nur die Löschmannschaftrufen; vor allen Dingen müßte er doch die Zustimmung

*) Der berühmte Leitartikel der „Post": „Ist der Krieg inSicht?" erschien am 8. April 1875.

sss.

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