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Die Reichstagssession von 1875—76.
großen Teil der Stagnation in den Geschäften diesenExzessen der Zeitungen zu. Aber die eigentliche Schuldliegt doch an der wunderbaren Leichtgläubigkeit und ander Sensationsbedürftigkeit der Leser. Namentlich diedeutschen Leser mögen ernste, sachlich geschriebene, be-lehrende Artikel über innere Angelegenheiten, die unsdoch zunächst interessieren, nicht lesen. Keiner liest diegern, und schreiben mögen die Redaktionen sie noch wenigergern, das erfordert Anstrengung und Arbeit. DeutscheZeitungen sollen politische Unterhaltungslektüre sein, dieman eben beim Schoppen gelegentlich verrichtet, und vonder man eine anregende Unterhaltung, vor allen Dingenetwas Neues weit aus dem Auslande erwartet. Die über-triebene Ausdehnung der ausländischen Artikel und derleichtgläubige Hunger nach fremden diplomatischen Nach-richten entschuldigt die Zeituugsredaktionen, es ist derFehler des lesenden Publikums. Unsre parlamentarischenEinrichtungen sind noch neu; hoffen wir, daß sie dieWirkung haben, das Interesse der deutschen Zeitungs-leser mehr als bisher den innern deutschen Angelegen-heiten zuzuwenden, daß wir namentlich in Telegrammennicht mehr damit behelligt werden, was irgend ein fran-zösischer Deputierter in Carcaffonne gesprochen hat,während es hier mehr von Interesse wäre, zu hören,was in Breslau oder Königsberg vorgekommen ist.
Die Zeitungen beschäftigen sich für meinen Ge-schmack .... ich kann keine finden für meinen Geschmack,die sich hinreichend mit inneren Angelegenheiten be-schäftige, sie sind mit ausländischen überfüllt. DerSchaden, von dem ich rede, trifft die leichtgläubigenLeute an den Börsen, und das ist schlimm genug. DerKrieg aber wird durch Zeitungsartikel niemals herbei-