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8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
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Die Mißbräuche auf dem Gebiete der Presse. 63

auch uur des mindesten Grades von Landesverrat be-schuldigen wollte, durch ihr Gewerbe in Verbindung mitausländischen Diplomaten geführt werden. Was in irgendeinem diplomatischen Korps einer weiß, das wissen meistensauch die andern, indem auch da ein gewisser Austauschder Nachrichten, damit man sich gegenseitig die Berichtefüllt, wohl stattfindet. Also ein solcher Korrespondentbraucht nur mit einer Gesandtschaft in engerer Beziehungzu stehen, dieser ab und zu den Gefallen zu thun, eineSache, die der Gesandtschaft am Herzen liegt, zu ver-fechten oder zu vertreten, natürlich so, wie es seinerpolitischen Ueberzeugung entspricht, so wird der Gesandte,insoweit er nicht mit Geldern ausgerüstet ist, oder solchenicht genommen werden, um seiner Regierung Dienstezu leisten, sehr gern dafür Nachrichten in den Kauf geben,die er verbreiten will, und so wird ein anscheinend offi-ziöser Artikel entstanden sein, wovon man sich sagt: dermuß von der Regierung kommen, wer anders soll daswissen? sonst würde es auch nicht in drei, vier Zeitungenzugleich stehen, — während letzteres bloß daher rührt,daß ein gesuchter, geschickter Korrespondent, der diplo-matische Verbindungen hat, sehr leicht von drei, vier odermehr Zeitungen angewandt wird. — Das ist ihm jaauch zu gönnen, wenn nur die Nachrichten, die auf dieseWeise verbreitet werden, immer richtig wären; denn derGesandte sagt zu einem solchen Herrn niemals alles, waser weiß, sondern nur dasjenige, von dem er wünscht, daßes geglaubt und öffentlich bekannt werde, und so entsteht,zum Nachteil der Regierung, dieser offiziöse Schein.

Daß Entstellungen der Thatsachen in Bezug auf dieLage von Krieg und Frieden nachteilig auf Handel undVerkehr wirken, ist ja ganz klar, und ich schreibe einen