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8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
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Die offiziöse Presse.

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so daß er für jeden Wortlaut verantwortlich gemacht werdenkann; und darin liegt eben die Gefahr, die mich zuletztnötigte, auf die Annehmlichkeiten, die es hat, feine Mei-nung in der Presse außeramtlich zu vertreten, absolutzu verzichten. Es kam in der Zeit, wo diese Verbindungnoch bestand, vielleicht durchschnittlich in der Woche ein-mal, manchmal zweimal, manchmal auch öfter vor, daßich das Bedürfnis hatte, irgend eine Meinung ausge-sprochen zu sehen, irgend eine Nachricht mitzuteilen. Wieist dabei der Geschäftsgang? Der Minister hat einen Vor-tragenden Rat, dem er den Auftrag gibt: Bitte, seienSie so gut und schreiben Sie oder lassen Sie schreibeneinen Artikel, einen Bericht. Ist die Sache sehr wichtig,oder man hat ausnahmsweise wenig zu thun, so siehtman ihn wohl durch; sehr selten kommt es vor, daß manihn selbst redigiert, und ich glaube, mit einigem gutenWillen wären die von mir redigierten Berichte wohl kennt-lich gewesen. Das kam aber sehr selten vor. Nun ent-spinnt sich denn eine Verbindung zwischen den Organendes Ministeriums und dem Blatte; es werden auf Grundderselben auch andre Nachrichten mitgeteilt, die geradenicht auf Auftrag des Ministers mitgeteilt werden, abermitgeteilt werden dürfen und können. Das muß not-wendigerweise dem Ermessen der einzelnen Geschäftsmännereinigermaßen überlaffen werden. Daß nun aber derMinister für die gesamte Arbeit seines Rats, wenn erauch ein erhebliches Vertrauen zu ihm hat, daß er dieSache so fassen werde, wie es wünschenswert ist, ver-antwortlich gemacht werden kann, das ist schon sehrschwierig. Aber das reicht ja nicht; es kann in einemsolche Mitteilungen enthaltenden Blatte stehen, was dawill, was die Redaktion als Lückenbüßer hineinsetzt, —