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Die Reichstagssession von 187ö—76.
Oesterreich; und dann kam bis zum Kulminationspunktim vorigen Frühjahr dieser Kriegslärm auf Grund einigerZeitungsartikel, welche ein das Wunderliche noch über-schreitendes Maß von Leichtgläubigkeit gefunden haben.
Daß bei allen solchen Entstellungen der Wahrheitdas Wort „offiziöse Zeitung" eine große Rolle spielt undwesentlich gemißbraucht wird, das hat mich namentlichveranlaßt, Wert darauf zu legen, bei dieser Gelegenheitdas Wort zu ergreifen und über diesen Schwindel, dermit dem Worte offiziös getrieben wird, meine offeneVerurteilung auszusprechen.
Es ist ja nicht zu leugnen, daß jeder Regierung,besonders in einem großen Reiche, die Unterstützung derPresse, die Vertretung ihrer Interessen und Wünsche inder Presse auch auf dem Gebiet der auswärtigen Politikwünschenswert sein muß. Es ist deshalb wohl natürlich,wenn die Regierungen sich für solche Dinge, die sie nichtgerade in ihrem amtlichen Moniteur sagen wollen, inirgend einem befreundeten Blatte sovielweißes Papier reservieren, wie sie brauchen, umgelegentlich ihre Meinung zu äußern. Als solches Blattwar früher die Norddeutsche Allgemeine Zeitung derRegierung von ihren Eigentümern, aus reiner Ueber-zeugung, ohne Geldunterstützung — die Eigentümer warenihrerseits wohlhabende Anhänger der Negierungspolitik— in freundlicher Weise zur Disposition gestellt. DieRegierung hat das Anerbieten benutzt; die Zeitung hatvielleicht auch Vorteil gehabt von dieser Anlehnung —aber wie macht sich nun eine solche Benutzung? Diemeisten Leute nehmen an, daß alle Artikel, die in einemsolchen Blatte stehen, gewissermaßen von dem Ministerselbst geschrieben, wenigstens von ihm durchgelesen werden,