Die Erhöhung der Brausteuer; die Steuerreform. 27
Premierministers entspricht, abzugehen. In Preußen istes die Konglomeration von acht Ressorts, deren jedeseinen unabhängigen Staat bildet, und es wäre vielleichtnicht schlimmer, wenn jede der elf Provinzen ihrenMinister hätte, wie es früher Minister von Schlesien gab,und diese miteinander zu beraten und zu beschließenhätten; daß wir vielleicht noch nicht so schlimm ständenwie bei dieser Totteilung des Staates in Ressortstaaten,wo jeder einzelne sich auf seine ausschließliche Verant-wortlichkeit berufen kann, in der That aber niemand ver-antwortlich ist und kein Ressort in das andre hineinsehenkann. — Verzeihen Sie, wenn ich weitläufig werde indieser Sache, aber „wes das Herz voll ist, davon gehtder Mund über" — davon kann ich keine Ausnahmemachen. Aber wenn ich für Darlegung einer Steuer-reform auf das nächste Gesetz insoweit übergreifen kann,so wünschte ich, daß auch die Stempelabgaben gerechterverteilt werden, wie es durch jene Vorlage zum ersten-mal versucht wird. Es ist ein von allen, auch von denen,die nicht Grundbesitzer sind, anerkanntes Bedürfnis; diejetzige Besteuerung alles desjenigen Verkehrs, der denGrundbesitz betrifft, mit Stempeln ist ja erstaunlich un-gerecht im Vergleich mit der, welche die mobilen Kapi-talien in allen Geldgeschäften, dem Ankauf von beweg-lichen Sachen, Quittungen u. dergl. zahlen. Wenn ichfür den Verkauf eines jeden Immobile ein volles Prozentgeben muß, wenn ich bei der Verpachtung eines Gutesdie ganze Pachtsumme vorweg, also, wenn ich auf 30Jahre verpachte, die im Jahre 1905 fällige Rate schonjetzt im Jahre 1875 verstempeln muß, als wenn sie barauf den Tisch gezahlt würde, so sind das Ungerechtig-keiten, die den Grundbesitz treffen, die bei der Reform