Die Erhöhung der Brausteuer; die Steuerreform. 23
Bundesrat fortwährend beschäftigt sind. Wo soll denndie Zeit Herkommen, in der irgend jemand, geschweigedie große Menge, die daran mitzuarbeiten hat, in vollerMuße und mit derjenigen Besonnenheit, die ein diskussions-stichhaltiges Werk verlangt, dergleichen auszuarbeiten imstände wäre? Die Arbeit kann auch dadurch nicht ge-fördert werden, wenn, wie der Herr Abgeordnete Richterempfahl, anstatt der jetzigen reichskanzlerischen Verfassungdem Reiche ein kollegialisches Ministerium gegeben würde.Ein jeder, der eine Zeitlang Minister gewesen ist, weiß,wieviel langwieriger, schwieriger, aufreibender und an-greifender für jeden einzelnen Beteiligten ein Kollegial-ministerium arbeitet. Außerdem fällt ja die Verantwort-lichkeit, auf die der Herr Abgeordnete Richter immerhindoch auch einen konstitutionellen Wert legt, vollständigweg, sobald ein Kollegium entscheidet. Es ist eine reineFiktion, daß dem kollegialisch abstimmenden Ministeriumdie Verantwortlichkeit zusällt für das, was geschehen ist,ganz abgesehen davon, daß man in der Minorität seinkann, nicht bloß bei positiven Vorschlägen, sondern daßman dasjenige, was man gewollt hat, um zur rechtenZeit üblen Zuständen vorzubeugen, vielleicht der Majoritätgegenüber nicht hat durchsetzen können, daß man garnicht über den ersten Anfang hinaus kam. Daß manden passiven Widerstand, wie er sich in den unabhängigenübrigen Ministerien auszubilden pflegt gegen Anregungen,die nicht auf seinem Boden gewachsen sind, überwindenkann, dazu gehören doch technische Hilfskräfte in großerMenge. Nun denke man sich den preußischen Minister-präsidenten angewiesen auf die Unterstützung von denbeiden Ihnen aus dem Budget bekannten Räten, demHerrn Unterstaatssekretär und den zwei Hilssräten. Wenn