Die Erhöhung der Brausteuer; die Steuerreform. 17
wo man nur mit Mühe die Kindererziehung, die äußereErscheinung, die Existenz, die Wohnung bestreitet. — Siewerden sagen, es sind das Ideale, die ich vortrage. Ichglaube aber, Sie haben ein Recht, die Ideale Ihres ver-antwortlichen Beamten zu kennen. (Heiterkeit.)
Ich glaube, man sollte von den direkten Steuernals eine Anstandssteuer die Einkommensteuer beibehalten,aber nicht als Finanzsteuer, mehr als Ehrensteuer. Die-selbe kann so ungeheuer viel nicht bringen, wenn sie nurvon den wirklich Reichen gezahlt wird. Wenn Sie dieSteuerlasten ansehen und streichen die Einkommensteuervon 1000 Thalern bis zu 2000 Thalern und ziehen nurdiejenigen zur Einkommensteuer heran, die unter allenUmständen als wohlhabend zu betrachten sind, dann halteich die Steuer für eine richtige, aber nicht für eine ein-trägliche. Im übrigen ist das Ideal, nach demich strebe, möglichst ausschließlich durch in-direkte Steuern den Staatsbedarf aufzu-bringen.
Ich weiß nicht, ob Sie eine französische Stimmevor kurzem in den Zeitungen gelesen haben, die sichdarüber wunderte, daß wir Deutsche, im Vergleich zuFrankreich, unsre Steuerlasten so ungeduldig trügen;Frankreich zahle doppelt so viel, hätte viel mehr Ursachezur Unzufriedenheit, und in Frankreich würde über Steuer-druck in keiner Weise gemurrt, während in Deutschlandalle Blätter und alle parlamentarischen Aeußerungendarüber voll wären. Ich will über die Richtigkeit diesesUrteils nicht streiten; die deutsche Geduld ist ja sonstsprichwörtlich, aber vielleicht nicht der eignen Regierunggegenüber — ich glaube aber, daß es wesentlich darinliegt, daß in Frankreich wie in England die überwiegende
2
283 .