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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Oster Risöer

stcuer und die Errichtung von selbständigen Zettel-banken, doch kam nachher über letzteres keine end-giltige Einigung zu Wege. Am 21. Juni trat anKollers Stelle Graf Bylandt-Nheydtals Reichskriegs-minister; 14. Aug. wurde anstatt des verstorbenenHolzgethan Baron Hofmann Rcichsfinanzminister,ein eminent tüchtiger Arbeiter. Am 8. Juli kamenFranz Joseph n. Alexander II. mit ihren Minister-präsidenten in Reichstadt und 19. Juli Elfterer mitKaiser Wilhelm in Salzburg zusammen u. das Drci-kaiserbllndniß empfing eine neue Weihe. In derOrientalischen Frage erklärten sich Andrassy u. Tiszafür Erhaltung des Friedens unter Wahrung der eige-nen Interessen u. im Einverständnisse mit den Ga-ranticmächteu. Auch 1877 wahrte die Regierungdieselbe Haltung und beobachtete im Kriege strengsteNeutralität. In Ungarn trat das Cabinet ab, aberTisza bildete unter seinem Präsidium 26. Febr. einneues. Er wieAndrassy waren für Salisburys Ver-miitelungsvorschläge zwischen Türkei u. Rußland n.findsurErhaltungderTürkei, da ihnen die Übermachtdes Slaveuthums an Österreichs Grenzen höchst be-drohlich erscheint. Während die Czechen Tschernajewin Prag feierten, wies ihn die Regierung 13. Jan.1877 aus; in Ungarn dagegen fanden die Türkendie höchste Sympathie unter der magyarischen Be-völkerung; hierfür schenkte der Sultan 28. April derBuda-Pester Universität die Corvinische Bibliotheku. die Studenten sandten Deputationen u. Adressenan Midhat u. Abdul Kerim Pascha. Rußlands «siegefinden ihren Wiederhall in den Herzen der Czechenn. über der Türken Niederlagen trauern die Magya-ren u. sind wüthend, daß Österreich nicht als Bundes-genosse des Halbmondes gegen das griechische Kreuzins Feld zieht. Jan. 1878 gab das Cabinet Auers-perg seine Entlassung, blieb aber auf kaiserlichenWunsch im Amte.

Vergl. M. Herrgott, OsnsaloArea äiplomabroaariAUstas AsntlsIckabsbur^toas, Wien 1737,3Bde.,Fol.; G. A. Griesinger, Denkwürdigkeiten aus derGeschichte der österreichischen Monarchie, ebd. 1804;A.Janitsch, Geschichte der Entstehung u. dcsWachs-thnms der deutsch-österreichischen Monarchie, ebd.18057, 9 Bde.; W. Coxe, küstorz' ok tbs iroussob ^.rwtrra sie., Lond. 1807, 3 Bde. (deutsch vonDippold n. Wagner, Lpz. 181017, 4 Bde.); Pö-litz, Geschichte des österreichischen Kaiscrstaates, Lpz.1817 s., 2 Bde.; J.v.Mailath, Geschichte des öster-reichischen Kaiserstaates, Hamb. 183450, 5 Bde.;I. B. Schcls, Militärisch-politische Geschichte derLander des ÖsterreichischenKaiserstaates,Wicn 1819bis 1827, 9 Bde.; Lichnowsky, Geschichte des HanfesHabsbnrg, Wien 183644, 8 Bde.; M. Büüinger,Oesterreichische Geschichte bis zum Ansgang des 13.Jahrh., Lpz. 1858; Tomek, Handbuch der österrei-chischen Geschichte, Prag 1858 s., 2 Bde.; §outssrsruin Lmstriaearum, Wien 1849 ff.; Archiv fürKunde österreichischer Geschichtsquellen, ebd. ,1848ff.; Waldau, Geschichte der Protestanten in Öster-reich, Ansb. 1784, 2 Bde.; Springer, GeschichteÖsterreichs seit dem Wiener Frieden 1809, 2 Bde.,Lpz. 1863 65; Krones, Handbuch der GeschichteÖ.-U-s, Berl. 1876 ff.; Mayer, Geschichte Ö.-U-smit besonderer Rücksicht auf Culturgeschichte, Wien1874, 2 Bde.; Rogge, Österreich von Vilägos biszur Gegenwart, Lpz. 187273, 3 Bde. Klewschmidt.

Ost-Friesland.

Oster Risöer, Stadt im vorweg. Amte Rede-näs, am Skagerrak; Hafen, lebhafter Handelsver-kehr; (1875) 2635 Ew.

Östcrsund,I)Län,sov.w.Jemtland. 2 ) Haupt-stadt und einzige Stadt des schwed. Läus Jemtland,in reizender Lage am Storsjö-See, eine der reichs-tagsfähigen Städte Schwedens; Sitz des Landes-hauptmannes; 1874: 2003 Ew. Ö. ist 1786 an-gelegt. Eine Brücke verbindet die Stadt mit derkleinen und fruchtbaren Insel Frösö im See, aufwelcher der gleichnam. Flecken liegt, der eine Schuleu. die 1710 angelegte Schanze Kronstadt hat.

Osterwald, Gebirgskette im südlichen Theile derpreuß. Landdrostei Hannover, zwischen Leine undHamel, mit dem 389 m hohen Ahrensberg u. einemansehnlichen Steinkohlenlager.

Osterwick, Stadt imKreiseHalberstadtdes preuß.Regbez. Magdeburg, an der Ilse; Fabrikation vonCigarren, Handschuhen, Bleiweiß u. Farben, Ger-berei, Ziegelbrennerei, Ackerbau; 1875: 3375 Ew.

Ostfalen, der östliche Theil der Sachsen, zwi-schen den Thüringern, Slaven und Nordsachsen ander Ocker; sie verloren sich in den Kriegen, welchesie gegen die Franken führten, unter dem allgemcineu Namen Sachsen. Nach ihnen hieß der Gau,welcher nördlich bis Hannover sich ansdehnte u. dasganze Hildesheimische umfaßte.

Ost-Flandern (bünnckrs orisntals), Prov. imKönigreich Belgien, früher Theil der Grafschaft Flan-dern, liegtzwischen der holl.Prov.Seeland u. dcnbel-gischenProv.Antwerpen,Brabant,Henneganu.West-flaudern;2999,ggfDkm(54,48H>M)mit854,366Ew.(284,g auf I fDkm, in ganz Belgien 173); ist eben n.sehr fruchtbar; Flüsse: Schelde, Lys, Dender, Durmn.a.; vonvielenKanälenu. einem dichten Eisenbahnetz(etwa 400 km) durchzogen. Die Einwohner treibenAckerbau (Flandrische Landwirthschaft) mit,Überschußan Flachs, Hanf, Tabak, Krapp, Hopfen, Ölgewäch-sen und Gartenfrüchten; auch die Viehzucht (Pferde,Rindvieh) ist bedeutend. Man fertigt wegen ihrerVortrefflichkeit berühmte Leinwand (Gent der Haupt-markt), Spitzen und Spitzenzwirn, baumwollenesGarn, Kattun u. dgl., ferner Tuch, Papier, Seife,Leder, Wachslichter, Tapeten u. a., mit welchen Din-gen n. den Landesproducten ansgebreitcter Handelgetrieben wird. O. hat 6 Arrondissements: Haupt-stadt: Gent. Schroot.

Ostfranken, vor den Karolingern das ganze öst-liche Franken, Austrasien, im Gegensätze zu West-franken, Neuftrien; seit 843 Deutschland im Gegen-satz zu Frankreich (s. Franken) n. später endlich Lasam Main gelegene Herzogthum Franken gegenüberRheinfranken.

Ost-Friesland, ehemaliges Fürstenthum imnordwestlichsten Theile Deutschlands, bildet jetzt mitdem Harlingerland (s. d.) die preuß. LanddrostciAnrich (s. Aurich 1), wurde im Alterthume von denChauken n. dann den Friesen bewohnt, im 8. Jahrh.von den Franken unterworfen u. mit dem Christen-thume bekannt gemacht; es bestand im Mittelalteraus vielen kleinen Herrschaften, welche unter einzelnenHäuptlingen standen; von diesen thaten sich bes. her-vor die zu Grethsyhl (Gretsyl, Gretsiel). Cirksena(Sirksena), der Sohn des Cirk, ein Vornehmer ansNorden, wurde im 13. Jahrh. der Stifter des mäch-