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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
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Österreich Ungarn (Geich.).

begann, während die Ultramontanen alleMinen da-gegen in Bewegung setzten, im Abgeordnetenhausedie Berathung der Vorlagen; der Papst verdammtedie Gesetze in einer Encyklika an die Bischöfe vom7. März und forderte sie zur Auflehnung auf. DerKaiser und Andrassy antworteten dem Papste, ihreconstitutionellen Pflichten betonend, und wiesen seineEingriffe zurück. Das Abgeordnetenhaus durchlebtestürmische Tage, aber 16. März ging das erste Ge-setz u. 20. März das dritte durch. Am 10. April be-gann die Generaldebatte im Herrenhause; vergebensbeantragten die Klerikalen und Feudalen den Über-gang zur Tagesordnung; voll Wuth verließen nunalle Bischöfe das Hans, beide Gesetze wurden ange-nommen 13. u. 24. April und vom Kaiser 7. Maisanctionirt. Das vierte Gesetz ging im Abgeordneten-hause 16. April, im Hcrrenhause 6. Mai durch; daszweite (Klostergesetz) wurde in seinen Bestimmungenderart verschärft, daß die Negierung es in dieser Formfür unannehmbar erklärte u. es nicht zu Stande kam.Unter den Bischöfen gewannen jetzt die Gemäßigte-ren die Oberhand, geleitet von Rauscher, und derPapst, der nicht Alles aufs Spiel setzen wollte, sandtein aller Eile Jacobini als Nuntius nach Wien, 12.April, um einen mocino vivsmU aufzufinden. Dieneuen Gesetze wurden in milder Form, weit zaghafterals in Deutschland, ausgeübt n. der Episkopat hieltsich dagegen in einer Art Defensive. Die sog. staats-rechtliche Opposition der Feudalen, Cnrialen u. Na-tionalen in der Monarchie verlor mehr u. mehr anBoden; den Czechen schadete ihre Enthaltung vonallen Regiernugsarbeiten am meisten selbst und 15.Sept. nahmen 7 Jnngczechen wieder an den Anbei-ten des Lanbtages theil. In Ungarn geriet!) dieDeakpartei mehr u. mehr ins Wanken, das Budgetwurde immer ungenügender; schon 1. März gab dasCabinct Szlavy seine Entlassung u. 21. März kamdas neue unter Bittos Präsidium zu Stande, einDeakisten-Cabinet, in welchem abcrGhicy, derFüh-rer der Centrnmspartei, als Finanzminister saßDas Comile des Pester Unterhauses entschied sichfür sofortige Einführung der obligatorischen Civil-ehe, der Cultusminister Pauker war dafür, 21. Juniaber wurde der Antrag auf Wunsch der Regierungwieder von der Tagesordnung entfernt; man fürch-tete, sonst auch Cisleithanicn dasselbe gewähren zumüssen. Am 15. Juni wurde Baron Kuhn, da erzu große Neuerungen im Heerwesen eiugeführt, durchBaron Koller, den Besieger Böhmens, als Reichs-kriegsminister ersetzt. Im Abgcorduetcnhause desNeichsrathes legte 7. Nov. der Justizminisler denEntwurf eines neuen sich vielfach an Las deutscheanlehnenden Strafgesetzbuches vor, u. 30. Nov. be-antragte Wildaner aus Tirol eine Modifikation desSchulaussichtsgesetzcs im antiklerikalen Sinne, dieKlerikalen bekämpften ihn leidenschaftlich u. der Cul-tusminister Stremayr handelte u. sprach antiliberalwie bisher. In der auswärtigen Politik hieltÖster-reich an dem Dreikaiserbündniß fest und der Kaiserging zu Besuch im Febr. 1874 nach St. Petersburg.

Der bekannte Proceß Ofenheim leitete das Jahr1875 in Österreich ein; die höchsten Gesellschafts-kreise wurden durch denselben compromitlirt, dieStellung des Hanptanklägers Ofenheims, des Han-delsministers Banhans, selbst total erschüttert; ertrat eine lange Urlaubsreise nach Italien an und

wurde 20. Mai entlassen. Handclsminister wurdeChlnmetzki, den als Ackerbauminister Graf Eolloredo-Mansfeld ersetzte. Am 9. Febr. wurde derArtillerie-Oberstlieuteuant, Erzherzog Johann Salvator ansdem toscanesischen Hause, zur Strafe zu einem In-fanterie-Rcgimente versetzt, weil er in einer Bro-chüre in ausfallender Weise von Österreich bedrohen-den Expansionsgelüsten Deutschlands sprach, Ver-stärkung der Festungen und ein enges Bündniß mitRußland forderte; hierdurch gab Andrassy den offe-nen Beweis, welchen Werth er auf die FreundschaftDeutschlands legte. Daß Österreich 1866 vergessenhabe, wurde recht evident durch den Besuch kündge-than, den Franz Joseph u. Andrassy Victor Ema-nuel gerade in Venedig 5. bis 7. April machten: Ita-lien wandte sich nun dein Dreikaiserbündniß mehrund mehr zu. Das Abgeordnetenhaus des Rcichs-rathes nahm 17. März einen die Verhältnisse derAltkatholiken regelnden Entwurf an, aber das Her-renhaus verwarf Liesen wie den Wildauerschen obengenannten Schulgesetzrevisions-Entwurf. In Un-garn gerietst) die ganze Deakpartei, zumal durch dentrostlosen Finanzzustand entmnthigt, ins Schwankenu. der Führer der Linken, Koloman Tisza, gab, uman die Regierung zu kommen, im Namen seiner Par-tei den Widerstand gegen den Ausgleich von 1867auf. Mit der Deakpartei verschmolz er die seine undbildete daraus die liberale Partei. Das MinisteriumBitto trat 28. Febr. ab und in dem neuen des Ba-rons Wenckhcim war Tisza, der dasJnnere erhielt,die Seele; 16. Oct. wurde er Weuckheims Nachfol-ger als Ministerpräsident. Tisza wollte bei Erneuer-ung des Zoll- n. Handelsbündnisses Österreichs mitUngarn u. bei Revision desAusgleiches Ungarn mög-lichst gut stellen; aber durch die gesteigerten AnsprücheUngarns an Österreich n. auf dessenKostcn kam 1875nichts zu Wege und die fortdauernde wirthschaftlicheRoth lastete schwer auf Österreich. Der Ausbruchder Jusurrcction in Herzegowina und Bosnien unddas erneuerte Auftreten der Orientalischen Fragebrachte Österreichs Interessen in Widerstreit mit de-nen Rußlands, aber Las Dreikaiserbündniß hielt siezusammen. An Lein Klostergesetze machte das Her-renhaus einige Abänderungen, die das Abgeordne-tenhaus 21. Febr. 1876 genehmigte; doch beschloßder Ministerrath, das Gesetz in dieser Fassung demKaiser nicht zu unterbreiten u. 7. Nov. verweigerteder Kaiser die Sanclion. Das im Abgcordneteu-hausc genehmigte Gesetz über Regelung der Rechts-verhältnisse der Altkatholiken wurde 17. Jan. vomHcrrenhause abgelehnt. Im tiroler Landtage erklär-ten die Klerikalen, Tirols öffentliches Rechtsgefllhlhabe in den letzten Jahren schwere Kränkungen er-duldet, und verließen den Landtag 9. März, den derStatthalter 10. März schloß; am 20. März wider-fuhr letzteres auch dem dalmatinischen Landtage. InBöhmen währten die Streitigkeiten fort, in Ungarnstarb Deal u. in den Ausgleichsverhandlnngen mitÖsterreich steigerten sich Ungarns Ansprüche so sehr,daß es selbst mit Übergang zur einfachen Personal-union drohte. Vor solchen extravaganten Forderun-gen warnte selbst Kossuth u. die äußerste Linke, ge-führt von Simonyi, leitete ein. In der völligen Ver-einbarung vom 2. Mai 1876 waren die Hauptresnltäte das Zollbündniß zwischen Eis- u. Transleitha-nie», ein allgemeiner Zolltarif, die Verzehrung: -