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Österreich-Ungarn (Gesch.).
»ngnichtznrNeconstructiondes Reiches führen werde;Ungarn blieb ihr geradezu feindlich n. that keinenSchritt zur Aussöhnung mit Österreich, die Czcchen,Galizier u. Kroaten theilten diese Abneigung u. inDeutsch-Österreich bezweifelte man die constitutionel-len Regungen der Regierung; Schmerlings Schein-constitutionalismuswarnichtausdieDauer zu halten.Die Negierung aber begriff dies, opferte ihn n. dieFebruarverfassung lieber als langer mit Ungarn aufKriegsfuß zu stehen u. bewog denKaiserzu demBe-suche in Pest, Juni 1865; er wurde hier glänzendempfangen, entfaltete seine gewinnende Liebenswür-digkeit und die ganze Lage der Dinge änderte ihr Ge-sicht. AnStelle der entschiedenen Verfechter der Feb-ruarverfassnng, der Grafen Franz Zichy u.Nädasdy,traten Graf Majläth, ein Altconservativer, u. GrafHaller, ein Magyar, als Hoskanzler für Ungarn u. fürSiebenbürgen, 26.Juni u. 27.Juli. JnFolge dessennahm das Ministerium Mensdorff seine Entlassung,nur Meusdorfs selbst u. der Kriegsininister blieben.Am 27. Juli schloß der Kaiser den Neichsrath unddie Regierung betrat die Bahn des Ausgleichs mitUngarn. Ministerpräsident u.Staatsminister wurdeGraf Belcrcdi anstatt Schmerlings, FinanzministerGraf Larisch-Mönich, Jnstizminister Komers; in denBeamtnngen fanden zahlreiche Wechsel statt. Manwollte die Monarchie jetzt in zwei Hälften theilen,um sie dann gemächlich zubeherrschcn. Am 20.Sept.1865 vertagte ein kaiserliches Patent die Februar-Verfassung, den engeren u. weiteren Neichsrath, und14. Dec. cröffnete Franz Joseph den ungarischenLandtag selbst. Aber von Eintracht war auch jetztkeine Rede; dem Verlangen der Negierung, daß dieGesetze von 1848vor ihrer Ausführung revidirt wer-den müßten, setzten die Ungarn die Forderung ent-gegen , daß die Gesetze erst eingesührt u. dann revi-dirt würden. Der Zwiespalt schien mit der altenHerbheit nach wie vor Schmerlings Sturztosbrechcnzu wollen, als der Beginn des deutschen KriegesÖsterreichs ganze Interessen in Anspruch nahm u. derungarische Landtag 26. Juni 1866 auf unbestimmteZeit vertagt wurde. Österreich konnte bei einem Con-flicte mitPreußen, der in der Luft lag, ans keine Bun-desgenossen rechnen, Preußen fand seinen Alliirten indem von Österreich fortwährend verletzten u.nachVe-netien lüsternen Italien. Am 16. März 1866 gabÖsterreich im Widerspruche mit seiner bishcrigenPo-titik in Schleswig-Holstein die Lösung dieser Fragedem Bunde anheim u. beantragte die Mobilisirnngvon 4 Bundesarmeccorps aus den Mittel- u. Klein-staaten. Ilm den Krieg zu vermeiden, bot PreußenOesterreich die Leitung Süddentschlands an, wennes Norddeutschland führen n. die Herzogthümer be-halten dürfe. Österreich, den Krieg für unvermeidlichballend, lehnte ab und rüstete; an seinem Auftretenscheiterte der Plan der Friedensconfcrenz 4. Juni.Infolge der Erklärung Oesterreichs am Bunde be-treffs der Herzogthümer erklärte Bismarck den in derSchleswig-Holsteinischen Frage 14. Aug. 1865 ge-schlossenen u. 20. Aug. bei einer Zusammenkunft derMonarchen von Österreich u. Preußen in Salzburgratificirten, Laucnburg der preußischen Krone zner-kcnuendcn, die Regierungsrechte zwischen beidenStaaten in Schleswig-Holstein theilenden GasteinerVertrag sür erloschen u. ließ die Herzogthümer be-setzen. Österreich protestirle und Kübeck stellte 11.
Juni am Bunde den Antrag auf Mobilisirnng allerBundeSarmeecorps, von der Stimmung Süddentsch-lands unterstützt; 14. Juni wurde der Antrag mit9 gegen 6 Stimmen zum Beschluß erhoben u. Preu-ßen trat aus dem Bunde. Kübeck protestirte gegenden Austritt u. garantirte 16. Juni im Namen desKaisers allen bundestreuen Fürsten ihren Besitz u. be-waffnete Hilfe, siedelte 14. Juli mit dem sehr gelich-teten Bundestage nach Augsburg über u. präsidirte24. Aug. der letztenSitzung. Als derKrieg losbrach,war Österreich mit seincnRüstnngen noch weit zurückn. Italien warf die Maske ab, griff zum Schwerte.Der Krieg wurde sehr unglücklich und ohne Einheitin der Leitung geführt, Österreich suchte durch dasAnerbieten der Cession Benetiens an FrankreichNapoleon zur activen Intervention bei Italien zuvermögen, erreichte dies aber nicht u. mußte 23.Aug. im Prager Frieden die neue Lage der Dingein Deutschland anerkennen, ans dem es ausgestoßenwar, aus Schleswig-Holstein ganz verzichten undPreußen 20 Millionen Thlr. Kriegsentschädigungzahlen; an Italien mußte es durch Napoleons Ver-mittelung Venetien 3. Oct. 1866 im Wiener Friedenabtretcn. Das Habsbnrg an Deutschland u. ItalienknnpfendcBand war zerrissen. DieMißstilnmnng desdeutschen Volkes in Oesterreich gegen die leitendenStaatsmänner sprach sich so offen ans, daß GrafMensdorff 30. Öct. 1866 als Minister des Äußerendurch den seitherigen k. sächs. Minister Baron Neustersetzt werden mußte; Baron John wurde gleichzei-tig definitiver Kriegsminister u. während Esterhazyabging, blieb Belcredi.
Österreich mußte jetzt, einzig aufseine Monarchieangewiesen, sich innerlich stärken n. regeneriren, seineüberreichen Kräfte glücklich verwerthen; dem abso-luten Staate mußte man unbedingt entsagen undeinen freiheitlichen folgen lassen. Belcredi fühlte dieNothwendigkeit des Ausgleichs mit Ungarn , dachteaber daran, aus Österreich einen feudalen Födera-tivstaat mit absolut monarchischer Spitze zu machen;sllnfselbständigeKönigreichesolltederKaiserdurchPer-sonalunion regieren; für Ungarn wollte Deak hiervonabsolut nichts hören. Am 2. Jan. 1867 erschien aufBelcredis Anstisten ein kaiserliches Patent, welcheseinen außerordentlichen Neichsrath aus den dentsch-slavischen Ländern cinberief, der die Bedingungendes Ausgleiches mit Ungarn prüfen sollte; die bis-herigen Landtage wurden aufgelöst, neue Landtags-wahlen ungeordnet u. befohlen, die neuen Landtagesollten zu dem außerordentlichen Reichsrathe depu-tiren. Hiergegen sprach Neust entschieden, ebenso dieMehrzahl der liberalen Führer in allen Kronlandenund um Deaks Partei zu gewinnen u. auf ihr denAusgleich mit Ungarn aufznbauen, ernannte FranzJoseph sauf Beusts Rath sofort 17. Febr. ein unga-risches Ministerium unter Andrassys Führung, wel-ches aus Dcakisten bestehend, 14. März den Treueidleistete. Belcredi trat schon 7. Febr. ab und Neustwurde Ministerpräsident. Ungarn entsagte nun der pu-ren Personalunion, derAusgleich mitOsterreich fandstatt. Siebenbürgen wurde Ungarn wieder einvcr-leibt, Kroatien von Ungarn wieder abhängig, woge-gen beide Lande nachher vergebens protestirten. Da-für gestatteten die Ungarn die Revision ihrer in er-regten Tagen entstandenen 1848er Gesetze. Neustwie Deak waren offen n. ehrlich sür den Ausgleich