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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Österreich-Ungarn (Gcsch.).

ten, begonnen. Im Mai 1852 erschien eine Ver-ordnung, wonach eine neue Ausgabe des Strafge-setzbuches vom 1. Scpt. an stir den ganzen Umfangder Monarchie in Wirksamkeit treten sollte, währendzugleich eine allgemeine strenge Prcßordnung ange-kündigtwurde. Die Verwaltungsbehörden, Bezirks-ämter, Kreisbehörden und Statthaltereien wurdendurch kaiserliche Entschließung vom 14. Sept. um-gcslaltet. Eine neue Civiljurisdictionsnorm für alleKronländer, mit Ausnahme von Ungarn, Kroatien,Dalmatien, Slawonien, demLombardisch-Venetiani-schen Königreich u. der Militärgrenze, wurde 20.Nov.publicirt. Ein Vercinsgesetz vom 26. Nov. verbotalle politischen Vereine und machte die Bildung an-derer von höherer Genehmigung abhängig. Von be-sonderer Wichtigkeit für die Staatseinhcit war es,Laß Ungarn sammt seinen Nebcnländern durch Ein-führung des österreichischen Zoll- u. Monopolgesetzes,sowie durch das Fallen der Zollschranken au denGrenzen der benachbarten Theile der Monarchie ineine innigere Verbindung mit dem Gcsammtreichegebracht wurde. In der zweiten Hälfte des Jahreswurden endlich die Bemühungen der Regierung sürHerbeiführung einer Zolleinigung mit Deutschlandvon Erfolg gekrönt. Das Jahr 1853 führte denKaiscrstaat in seiner Entwickelung in Verwaltung u.Rechtspflege weiter. Am 18. Febr. 1853 wurde dasAttentat des Ungarn Johann Libcnyi auf den Kaiserdurch die Dazwischeuknnft des kaiserl. Flügeladju-tanten O'Donuell vereitelt. Noch immer gährte es inUngarn u. Italien. 1853 trat Österreich gegen diePforte auf u. verlangte unter Anderem Unterlassungder Mißhandlungen der bosnischen Christen u. Ein-stellung des begonnenen Vernichtnngskampfes gegenMontenegro. Fürst Leiniugeu betrieb Ende Januarin Constantinopel Österreichs Forderungen in nach-drücklichster Weise, bis die Pforte sich fügte. Als da-gegen die nun auch von Rußland in Constantinopelerhobenen Forderungen, die ernstesten Verwickelun-gen herbeisührten, bot Österreich nach allen Seitenhin die Hand zur Vermittelung, ohne über diesenAngelegenheiten die Sorge sür die innere Entwickel-ung des Staatswesens außer Augen zu lassen: dieVerwaltungs-Organisation der einzelnen Länder derMonarchie wurde 1854 nahezu vollendet; im Unter-richtswcsen, namentlich zur Hebung des Volksschul-wesens wurden neue Anstrengungen gemacht u. initdem 1. Nov. trat ein neues Berggesetz für die ganzeMonarchie in Krast. Stach der Unterzeichnung desWiener Coufereuzprotokolls vom 13. Jan. 1854 u.der Ablehnung der darin, festgestellten Punkte vonSeiten Rußlands schloß Österreich ein Schutz- undTrutzbüudniß mit Preußen vom 20. April, welchemdann auch der Deutsche Bund beitrat, ferner einenVertrag mit der Pforte vom 14. Juni wegen derBesetzung und militärischen Bcschützung der Dvnau-sürstenthümer und 2. Dcc. den Allianzvertrag mitFrankreich u. England. Schon Anfang Febr. wurdedie Aufstellung eines Armeecorps von 25,000 Mannin der Wojwodina und dem Temeser Banat verfügtu. dasselbe unmittelbar daraus um noch 25,000 Mannzur vollen Wahrung der SOGrenze des Reiches ver-mehrt. Unter dem 29. März wurde die ganze dritteArmee auf Kriegsfuß gesetzt, u. 15. Mai wurde eineueneRecrntirung von95,000 Mann vcrordnet.Nach-dem dieDonaufürstenthümer 18. Sept. von den Rus-

sen geräumt worden waren, erfolgte die Besetzungderselben durch die Österreicher unter Coronini. End-lich verfügte ein kaiserlicher Tagesbefehl vom 2. Nov.1854, daß die ganze Armee bis Ende Januar k. I.ans den Kriegsfuß gesetzt werde.

Inzwischen waren auch die 15.März1855inWicnwiederum eröffneten Friedens,conferenzen ohne Er-folg geblieben; eine neue von Österreich ausgehendeAufstellung behufs einer Vereinigung zwischen denstreitenden Mächten hatte auch vonSeiten Englandsu. Frankreichs Zurückweisung erfahren. Von da anzog sich Österreich mehr u. mehr ans seiner bisherigendrohenden Stellung zurück u. entließ im Laufe desJahres den größten Theil seiner Truppen, so daßam Schlüsse des Jahres die ganze österreichische Ar-mee, mit Ausnahme des Occupationscorps in denDonaufürstenthümern, auf Len Stand zurückgeführtwar, welchen sie vor dem Ansbruche des Russisch-Türkischen Krieges gehabt hatte. Die schon seit län-gerer Zeit mit dem Päpstlichen Stuhle wegen desAbschlusses eines Concordates gepflogenen Unter-handlungen führten zu dessen Unterzeichnung 18.Äug. 1855, einem der bedeutungsvollsten Siege derrömischen Hierarchie. Indessen sand auch die Evan-gelische Kirche Berücksichtigung bei der Regierung,indem die Öberaussicht über evangelische Privat-schulen den Händen der katholischen Geistlichkeit ent-zogen n. der evangelischen üvertragen, der evange-lischen Kirche in Siebenbürgen durch Statut Selbst-verwaltung u. freie Wahl der Vertreter ihrer Ange-legenheiten zngesichert wurde; u.im folgendenJahrewurde denProtestantengestattet, Thürmeu.Glockenan ihren Bethänsern anzubringen, auch auf unge-theilten Kirchhöfen die Leichcnbestattung nach ihremLnltns vorzunehmen u. die Glocken dabei zu läuten.Mit Rußland verfeindete sich Österreich immer mehrdurch seine Haltung in der orientalischen Frage, inder man in Petersburg den nackten Undank für Vi-lägos sah, während die lange Besetzung der Donau-fürsteuthümerÖsterreich furchtbares Geld kostete. NachderaufderzweitenPariserConferenzbewiesenenNach-giebigkeit von Seiten Rußlands begann Österreich dieFllrstenthümer Anfang 1857 allmählich zu räumen.In der Neuenburger Frage ergriff die Regierung be-züglich des eigentlichen Differenzpunktes die ParteiPreußens; doch jedrohenderdieVerhältnisse wurden,eine nm so lauere Theilnahme legte Österreich an denTag u. sprach sich entschieden gegen das bewaffneteVorgehen Preußens u.für Beilegung des ConflictesauffriedlichemWege aus, bis endlich auch die Schweiz,wirklich nachgab.

Schon während der Pariser Conferenzen im März1856 hatte die Sprache Sardiniens erkennen lassen,daß tiefer angelegte Pläne gegen Österreich vorhandenwaren.Die franz. Politik hatte die politische Soli-darität Österreichs, Preußens u. Rußlands aufgeho-ben u.namentlich zwischen Österreich u.RußlandZwie-trachtgesät, welches letztere von nun an mit Frankreichgegen Österreich handelte; ebenso konnte man eineSpannung zwischen Österreich u. Preußen wahrneh-men. Auch England fand es znrVerfolgung u. Erreich-ung seiner politischen und Handelszwecke gerathener,gegen Österreich mit Frankreich gemeinschaftlich zuwirken. Esbedurftenur noch eines offcnenZwiespaltesinDeutschland,umÖsterreich gänzlich zuvereinsamenund seine Niederlage gewiß zu machen, worauf die

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