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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Österreich-Ungarn (Gosch.).

Am 12. Juni kam cs zum Kriege zwischen Czechen dem Finanz-Minister verlangte Einwilligung desund Militär unter Windischgrätz, der IS. und lO.lReichstagcs zu einer Anleihe von 20 MiU. GuldenJuni Prag beschoß. Jetzt ermannten sich die Bür-ftvnrde 21. Ang. gegeben. Inzwischen hatte Köstlich

ger,.. bewältigten die Aufständischen und bewirktendie Übergabe der Stadt am 17. Der Slaven-Con-greß zerstob n. Prag wurde in Belagernngszustanderklärt. Ein anderer Herd slavischer Agitation warAgram und der Ban Jcllachich erklärte in Kroatienu. Slawonien Las Standrecht gegen die Aufwiegler.Noch bedenklicher für Ungarn war die Bewegung iuSiebenbürgen, Loch erklärte sich dann der Sieben-bürgische Landtag für die Vereinigung mit Ungarn.Inzwischen hatte auch Jcllachich am kaiserl. Hoflagerzu Innsbruck sich zu einer Verständigung mit Un-garn bereit erklärt; doch kaum war er nach Agramzurückgekehrt, so wurde seine Sprache wieder einedrohende; deshalb wurde er 10. Juni durch kaiserl.Befehl seiner Würden u. Ämter entsetzt, die Verei-nigung zwischen Ungarn u. Siebenbürgen dagegenbestätigt und zugleich verordnet, daß alle Militär-Commandos in Ungarn, Siebenbürgen und seinenNebenläudern ausschließlich unter den Befehlen desUngar. Kriegsministcriums in Pest ständen. Diesegünstige Wendung für Ungarn fiel in die Zeit derUnterdrückung des Panslavistischen Ausstandes inPrag. Unterdeß nahm der Vernichtungskrieg an derDonau zwischen Serben und Raizen einer- und Ma-gyaren u. Deutschen anderseits seinen grauenhaftenFortgang. Während die Ungarn vergebliche An-strengungen zurÜnterdrückung desAufstandes mach-ten, rüstete Jcllachich, der seinen Posten nicht ver-lassen hatte,,,mit Macht. In Oberitalien hatten dieDinge für Österreich die ungünstigste Wendung ge-nommen, nachdem Radetzky 21. März Mailand ge-räumt, Venedig 22. März sich frei erklärt und Lom-bardei-Venedig sich im Mai durch allgemeinen Lan-desbeschlnß an Sardinien augeschlossen hatte; dochstürmte Radetzky 10. Juni die Anßenwerke von Vi-cenza, Weiden bezwang 14. Juni Treviso u. unter-warf die lorra bürma von Venedig.

Aus den verschiedensten, einander selbst feindlichenNationalitäten, deren jede ihre Interessen zunächstim Auge hatte, zusammengesetzt, konnte dex Reichs-tag hinsichtlich seines Hauptzweckes, der Gründungeiner österreich. Gesammtversassung, schon von vorn-herein nur wenig Zuversicht erwecken. In ihm saßenunter 383 Mitgliedern 92 ganz ungebildete Bauernund das Ministerium besaß keine feste Partei. DieParteien gruppirten sich so, daß auf der Rechten nureinige Klerikale u. Aristokraten, im rechten Ccntrumviele Slaven, bes. Galizier, im linken Centrum thcilsAnhänger des Erzherzogs Johann, theils specifischeÖsterreicher, und auf der Linken viele städtische Ab-geordnete, die meisten deutschen Bauern und die ge-bildeten Galizier saßen, während die äußerste Linkevon Literaten und Czechen eingenommen wurden,welche Letzteren jedoch allmählich zur äußerstenRech-ten übergingen. Am 22. Juli fand die Eröffnung desReichstages statt, auf dessen einstimmigen Wunschder Kaiser 12. August nach Wien zurückkehrle, sehrkalt empfangen. Der 8. Ang. cingebrachtc Antragauf endliche Aufhebung der F-eudalverhältnisse gingdurch u. wurde 9. Sept. bestätigt, u. so große Opferdas Gesetz dem Staate, welcher ein Drittel der Ent-schädigungen dafür tragen sollte, auferlegte, so zeigtesich die heilsame Wirkung doch schon bald. Die von

bei dem siegreichen Vordringen der Serben auf demUngarischen Reichstage 11. Juli das Vaterland inGefahr erklärt und 200,000 Mann Truppen nebst42 Mill. Gulden verlangt, welche der Reichstag be-willigt halte. Aber die Ende August verlangte Heim-sendnug der auswärts verwandten ungarischen Re-gimenter, die ernstliche Mitwirkung der kaiserlichenTruppen in Ungarn zur Herstellung der Ruhe dieUnterwerfung des Banus u. die Genehmigung zurAushebung der bewilligten Ungar. Rekruten u. zurAusgabe von 60 Mill. Papiergeld wurden zurück-gewiesen. Ban Jcllachich erklärte durch Proclama-tionen vom 7. Sept., daß er das Ansehen der Kronegegen die Aufwiegler vertheidigen werde, und rücktebereits 9. Sept. über die Donau, worauf 14. Sept.der König alle ohne seine Genehmigung gefaßten Be-schlüsse aufhob u. die Verpflegung der einrückendenkroatischen Truppen verlangte. Jetzt rief Kossuth,welcher nach dein Rücktritt des Ministeriums mitBildung einer neuen Negierung beauftragt wordenwar, zu einer allgemeinen Erhebung auf, und derErzherzog - Palatin legte nach einem vergeblichenVersuche zu einer friedlichen Ausgleichung seineWürde 24. Sept. nieder und verließ Ungarn. In-zwischen hatte eine Deputation aus Pest in Wienversucht, mit dem österreich. Reichstage in unmittel-bare Verbindung zu treten, war aber aus Betriebder czechischen Majorität abgewiesen worden.

Seit dem Frankfurter Ausstand vom 18. Sept.hatten die Wiener Parteiführer ihre revolutionärenPläne immer rücksichtsloser verfolgt, namentlich be-mühten sie sich, die Wiener zu Bundesgenossen Un-garns zu machen. In Ungarn ward 27. Sept. dervom Kaiser zum Statthafter ernannte Feldmarschall-lieutenant Graf Lamberg in Pest ermordet, also deroffeneAusstand gegen die kaiserl. Gewalt erklärt; dar-auf wurde 3. Oct. der ungar.Reichstag füraufgelöst,das Land in Kriegszustand erklärt n.BanJellachicoznm Oberbefehlshaber aller in Ungarn u. Sieben-bürgen stehenden und dahin zu sendenden Truppen,sowie zum kaiserlichen Stellvertreter daselbst ernannt.Iu Wien widcrsetzte sich 5. Oct. ein Italien. Batail-lon dem Abmarsch nach Ungarn, das Volk reizte audere Truppen zur Meuterei, u. infolge davon brachder Aufstand vom 6. Oct. iu Wien aus. Die Stadtward nnt Barrikaden bedeckt, die Bastei von Natio-nalgarden und Studenten besetzt, durch die Sturm-glocken ohne Unterlaß neue Haufen von Vorstädternyerbeigernfen. Das Zeughaus wurde ausgcplün-dert. Der Rest des Reichstages versammelte sichnun, erklärte sich für permanent u. ernannte einenSicherhcitsansschuß. Der verhaßte KriegsministerLatour wurde vom Pöbel ermordet. Am 7. Octbr.verließ der Kaiser abermals Wien u. ging nach derFestung Olmütz, wohin ihm die Minister Wessenbergu. Bach folgten; auch Doblhofs u. Hornbostel, welchenach dem Beschluß des Reichstages mit Krauß dieGeschäfte sortleiten sollten, zogen sich bald zurück, soLaß nur der Finanzministcr Krauß übrig blieb. Dercommandirende General, Graf Auersperg, zog nunvon allen Seiten Truppen an sich u. stellte eine Ver-bindung mit dem Heere des Banus Jcllachich her,der schon 11. Oct. in Wiens Nähe eintraf. Zugleich

PiererS Universal-Coirvscsations-Lexikon. 6. Auf!. XIII. Band.