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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Österreich-Ungarn (Geogr.).

Ö.-u. besitzt 10 Universitäten, nämlich zu Prag,Krakau, Wien, Graz, Budapest, Innsbruck, Lem-berg, Klausenburg, Agram u. Czernowitz. Den Uni-versitälen in Lemberg, Agram u. Czernowitz fehlt diemcdicinische, der Universität in Klausenburg dietheologische Facultät; an der letztgenannten bestehendagegen eine philosophisch-philologisch-historische undeine mathematisch-naturwissenschaftliche Facultät.Am reichsten dotirt ist die Universität zu Wien, danndie zu Prag und zu Budapest. Im Wintersemester187576 zählten die österr.-Ungar. Universitätenzusammen 1018 Docenten und 12,286 Studirende.Es gibt 7 technische Hochschulen: in Wien, Prag (2,eine deutsche u. eine czechische), Brünn, Graz, Lem-berg und Budapest, welche im Wintersemester 1875bis 1876 zusammen 327 Docenten u. 4405 Stndi-rende zählten. 4) An Fach- u. Special-Lehranstal-ten bestehen für die römisch-katholische Theologie:das höhere Weltpriesterbildungsinstitut in Wien, diebeiden theol. Facultäten in Salzburg n. Olmütz u.71 bischöfl. Lehranstalten u. Klosterschulen; für diegriechisch-orientalische Theologie: die Klcrikalschulein Zara und 5 Priesterlehranstalten in Ungarn; fürdie evangel. Theologie: die evangel.-theol. Facultätzu Wien, 8 luth. Lyceen u. theol. Lehranstalten u. 5reformirte Collegieu in den Ungar. Ländern; fürsonstige christliche Theologie: das theol. Collegiumder Unitarier in Klauscnburg; für das israelitischeRabbinat: die Rabbinatsinstitnte zu Wien u. Buda-pest; für Sprachknnde: die öffentliche Lehranstalt fürdie orientalischen Sprachen (Orientalische Akademie)in Wien; für Jurisprudenz: 9 Rechtsakademien u.4 evangelische Collegien in den ungarischen Ländern,für Medicin und Chirurgie: Z chirurgische Lehran-stalten, 19 Hcbammenschulen und 2 Thierarznei-schnlen; für Gewerbe, Handel und Nautik: die Han-dels- und nautische Akademie in Triest, 4 Handels-akademien, das technische Institut in Krakau, dieKunstgewerbe- u. Bau- u. Maschinengewerbeschulein Wien, 6 Gewerbeschulen, eine höhere Weberei-schule, 8 nautische Schulen und zahlreiche Handels-,gewerbliche Fortbildungs- u. Fachschulen; für Land-u. Forstwirthschafr im österreich. Staatsgebiete dieHochschule für Bodencultur in Wien, 10 landwirth-schaftliche und forstwirthschaftliche Mittelschulen, 27Ackerbau- und zahlreiche andere Fachschulen, fernerim Ungar. Staatsgebiete eine landwirthschaftlicheAkademie, 4 andere höhere landwirthschaftliche Lehr-anstalten, eine Forstakadcmie (in Schemnitz), einekroatische land-u.forstwirthschaftliche Schillere.; fürBergbau u. Hüttenwesen: 3 Bergakademien und 8Bergschulen; für Künste: die Akademie der bildendenKünste in Wien, die Zeichnungsakademie in Graz,die Kunstschule in Krakau, 2 Musik-Conservatorien,die Landes-Musikakademie in Budapest rc.; für mi-litärische Ausbildung s.n. Kriegsmacht. An gelehr-ten Gesellschaften besitzt O.-U. 6 Akademien (s.u. Akademien IX.) u. zahlreiche Vereine für wissen-schaftliche n. Fachzwecke, für Landeskunde rc. Biblio-theken, sowie wissenschaftliche u. Kunstsammlungensind zahlreich vertreten; alle Hoch- n. Mittelschulenbesitzen neben ihren Bibliotheken wissenschaftlicheSammlnngeuvongrößeremod.geringeremUmfange.

In Bezug auf die Beschaftignngsweise derBewohner bildet dieprodnctivsBevölkerung51,gg°/ou. die unproductive 48,g, der Gesammtbevölkernng

der Monarchie. Die beiden Neichshälftenbes. genom»men, ergeben sich in Procenten folgende Verhältnisse:

Oester-

reich

Ungarn

Intelligenz

Land- und ForstwirthschaftBergbau ....Industrie, Handel

Persönl. Bedienstete .Erwerbslos

Rentner ....

Die Bevölkerung Ö.-U-s

wo!

nt

1,36

37,13

13,21

41,'s?2,1«

in 928 6

2038 Märkten u. 73,252 Dörfern u. Weilern, vondenen auf das österr. Staatsgebiet 738 Städte, 1270Märkte n. 52,919 Dörfer u. Weiler kommen. 1869hatte Ö.-U. nur 3 Städte mit über 100,000 Ew.:Wien mit 834,284 (1875:1,001,999),Budapest mit254,474 (1876: 309,208) U.Prag mit 189,948 Ew.6 Städte hatten eine Bevölkerung von 50100,000Seelen: Lemberg 87,105, Graz 80,732, Brünn73,464, Triest 70,274, Szegedin 70,179 U. Maria.Therefiopol 56,323. Zwischen 20 und 50,000 Ew.hatten ferner 39 Städte, von denen 28 auf die Län-der der ungar. Krone kommen. Die Einwohnerzahlsämmtlicher Orte mit mindestens 20,000 Ew. be-trägt nicht ganz 2,800,000, demnach nicht ganz 8 °/oder Gesammtbevölkernng.

ÜbersichtdervolkswirthschaftlichenVer-hältnisse (vgl. Europa, S. 604). Der Boden istim Allgemeinen fruchtbar, wenn auch der Grad derFruchtbarkeit in den verschiedenen Theilen des aus-gedehnten Gebietes ein sehr verschiedener ist. DieBodenvertheilung ist inProcentenungefährfolgende:

Ackerland

Wiesen und GärtenWeiden .

WeinlandWaldungen .Unproductives Land

Oester-

reich

12 ,°»1b,r»0,6931,606,74

Ungarn

Ganze

Monar.

30,9312,6213,SS1,2126,so14,84

32,24

12,32

14,3«

0,96

29,10

10,87

Trotzdem für die Hebung der Landwirthschaft so-wol von Seiten der Regierung wie von Privatper-sonen sehr viel geschieht, wird bis jetzt noch in einemgroßen Theile der Monarchie die Bearbeitung desBodens nach wenig rationellen Grundsätzen betrie-ben. Ein rationellerBetrieb findet statt in Böhmen,Mähren, Schlesien, Nieder-u. Oberösterreich, Salz-burg , den nördl. Theilen von Steiermark u. Tirolmit Vorarlberg und in Kärnten, wohingegen in denübrigen Ländern, namentlich in denen des Ostensund Südostens (Galizien, Ungarn, Siebenbürgen,Dalmatien rc.), aus die Bodencultur wenig Fleißverwandt wird. Das Erträgniß des Ackerbaues fürden Jahresdurchschnitt (für ein Normaljahr) ist fol-gendes: Weizen incl. Spelz 40Mill. bl, Roggen u.Halbfrucht 60, Gerste 30, Hafer 50, Mais 30, Buch-weizen und Hirse 5, Kartoffeln 90, Hülsenfrüchte 3Will. KI, Raps 750,000 Iii, Reis 15,000 Iii, Zucker,und Futterrüben 80 Mill. Ctr., Flachs u. Hanf 3,Tabak 1 Mill. Ctr., Hopfen 100,000 Ctr. Bei einerguten Ernte werden bedeutende Quantitäten vonProdncten des Ackerbaues ausgeführt, Flachs undHanf hingegen müssen stets eingesührt werden. Inder Weincultur nimmt L>.-U. eine hervorragendeStelle ein obwol mehr quantitativ als qualitativ.Die jährliche Production beträgt etwa 23 Mill. bl,davon kommen 72 auf Ungarn n. seine Neben-