Österreich-Ungarn (Geogr.). 795
Sumpf- (darunter dieTrappeinden ungar. Ebenen),Schwimmvögelrc. VondenAmphibienmögen außerKröten und Fröschen hier nur die Bergeidechse, derVerzinslich, der Olm oder Grottenmolch (in denHöhlen des Karst), die Schildkröte, die giftige Ne-dische Viper (Vipern uexis) und die ebenfalls giftigeKreuzotter angeführt werden. Von den zahlreichenArten von Fischen, die in Flüssen, Seen u. Teichenleben, seien hier erwähnt: Karpfen, Hechte, Aale,Barben, Barsche, Schleihe, Weißfische,Lachse, Störe,Forellen, Lachssorellen, Muränen rc. Auch dasAdriatische Meer besitzt einen großen Neichthum anFischen, namentlich an Thunfischen, Makrelen, Sar-dellen, Seebarschen, Alsenrc.; auch Haie kommenvor, am häufigsten der Dornhai. Nicht selten sindferner (unter den Seesängethieren) der Seehund u.der Delphin. Das Meer birgt außerdem verschie-dene Arten von Zoophyten (Pflanzenthiere), wieSchwämme, Polypen, Edelkorallen rc. Zahlreichfind darin auch die Krabben, Krebse und Anstern.Krebse n. Schildkröten kommen auch in vielen Land-gewässern, namentlich Ungarns, vor; Blutegel invielen Sümpfen. Von Belang ist die Bienenzucht,namentlich in Kärnten, Niederösterreich, Böhmen,Steiermark, Galizien, Ungarn, Siebenbürgen undKroatien-Slawonien. Nicht unwichtig ist die Zuchtder Seidenraupen, bes. in STirol, dann auch imKüstenlande, in Dalmatien, Kroatien-Slawonien u.Ungarn. Flußperlenmuscheln werden in einigenFlüssen Böhmens, sowie in einigen Bächen Nieder-u. Oberösterreichs ».Ungarns gefunden. SpanischeFliegen (Canthariden) finden sich in Ungarn.
Bevölkerung (siehe die beiliegende Völker-undSprachenkarte). Die Bevölkerung Österreich-Un-garns ist aus vielen Völkerstämmen zusammenge-setzt. Deutsche, Slaven und Romanen bewohnendie Gebirgsländer, während der asiatische Volks-stamm der Magyaren in dem Tieslande an der mitt-leren Donau seinen Sitz hat. In Hauptmassen ge-nommen, bewohnen die Deutschen die NAbhängeder Alpen, die der Monarchie angehörigen Theiledes Böhmerwaldes, des Erz- u. Riesengebirges undder Sudeten; außerdem breiten sie sich in zahlreichenInseln an der Donau u. zu beiden Seiten der Kar-pathen bis weit nach Osten hin ans. An den SAb-hängen der Alpen wohnen im SW. dieWRomanen(Italiener, Friauler u. Ladiner), im SO. die Süd-Slaven (Slowenen,Kroaten ».Serben), die auch dasGebiet des Karst bewohnen. DieNord-Slaven(Cze-chen, Mähren, Slowaken, Polen u.Ruthenen) habenihre Wohnsitze in den Sudeten und Karpathen, dieOst-Romanen (Walachen u. Moldauer) in den öst-lichen Karpathen rc. Auf die einzelnen Länder ver-theilen sich die Nationalitäten in Procenten in fol-gender Weise:
Nationalitäten.
Ganze
Monar.
Oester-
reich
Ungarn
Deutsche ....
25,d
36,2
11,5
Czechcn, Mähren, Slovaken .
17,r
22,s
11,7
Magyaren ....
15,s
35,8
Ruthenen ....
8,5
12,8
3,0
Kroaten u. Serben
8,4
2,7
15,7
Rumänen ....
8,o
0,s
17,3
Polen.
6,s
12,i
Slowenen ....
4
5,6
0,3
Inden.
3,9
4,i
3,6
Italiener ....
1,2
2,9
Verschiedene ....
0,8
0,2
1,3
In Bezug auf die Dichtigkeitsverhältnisse der Be-völkerung wird auf die Tabelle S. 790 verwiesen.Im Jahre 1850 zählte Ü.-U. 30,726,483 Ew., vondenen ans das heutige österreichische Staatsgebiet17,534,950 und ans das heutige ungarische Staats-gebiet 13,191,533 Ew. kamen. In den 20 Jahre»von 1850—69 beträgt also die Bevölkernngszunahmefür die ganze Monarchie 5,177,952, für das österr.Staatsgebiet allein 2,860,030 und für das ungar.Staatsgebiet 2,317,922 Seelen, demnach die durch-schnittliche jährliche Zunahme der Bevölkerung indem österreich. Staatsgebiete 0,g^ °/o, in dem ungar.Staatsgebiete 1,g„ °/„ und in der ganzen Monarchie0,sg V». DieGesammtbevölkerung vertheilt sich nachden Religionsbekenntnissen, s. Cvnfessionskarte, wiedie folgende Tabelle zeigt:
Religionsbekenntnisse
Länder d.österr.Staats-gebietes
Länder dungar.Staats-gebietes
Ganze
Mon-
archie
1. Römische Katholiken:
a. Lateinischer Ritus .
16395675
7558558
23954233
d. Griechischer „
2342168
1599628
3941796
v. Armenischer „
3146
5133
8279
Zusammen
18740989
9163319
27904308
2. Evangelische:
a. Augsbnrgischer Consession
252327
1113508
1365835
d. Helvetischer „
111935
2031243
2143178
Zusammen
364262
3144751
3509013
3. Orientalische Griechen
461541
2589319
3050830
4. Gregorianische Armenier .
1208
646
1854
5. Andere christliche Serien .
4420
57556
61976
6. Juden ....
822220
553641
1375861
>. Sonstige RiKtchristen und
Confessionslose.
370
223
593
Gesammt-Summa jN0S!»4N80j1oS0N4öSjiiö!I04tNS
Von der Gefammtbevölkernng der Monarchie ent-fallen also aufdieRömisch-Katholischen 77,^»/o,ans die Evangelischen 9,g , ans die orientalischen
Griechen 8,s"/», auf die Juden 3,g u. auf andereGlaubensgenossen (Gregorianische Armenier, Unita-rier, Lippowaner, Mennoniten rc.) u. Confessions-loss 0,2 "/o. Die Evangelischen sind in Böhmen,Mähren und Ungarn am meisten verbreitet, bildenindessen in den beiden zuerst genannten Ländern nurgegen 3 °/o, in Ungarn jedoch 23,z "/„ der Landesbe-völkerung. Zur orientalisch-griechischen Kirche be-kennen sich hauptsächlich die Rumänen und Serben.
Geistige Cnltur. Unterrichtswesen. 1)Volksschulen gab es 1870—72in der gesammtenMonarchie 31,069 mit 3,285,485 Schülern, so daßauf je 1000 Ew. 91 Schüler kamen; hiervon kamenauf das österreich. Staatsgebiet (1870—71) 14,769Schulen mit 1,820,710 Schülern (auf 1000 Ew. 89Schüler), dagegen aus das ungarische (1872) 16,300Schulen mit 1,464,775 Schülern (auf 1000 Ew. 94Schüler). Von der Gesammtzahl der schulpflichtigenKinder kamen indessen in der ganzen Monarchie nur57,i °/° (m dem österr. Staatsgebiets 59 "/„ und indem ungar. 55 °/o) aus die schulbesuchenden Kinder.2) Mittelschulen rc.
Anstalten
Oc>ler-
reick
Ungarn
Gymnasien.
,6
79
Realgymnasien.
62
Realschulen .....
65
15
Nntergvmnasien.
15
77
Unterrealschulen.
19
25
Lehrerbildungsanstalten
64
63
3)Universitäten ».technischeHochschulen.