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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Osterrcich-Ungarn (Geogr.).

in Tirol auch Föhn genannt, ferner aus dem Karst-plateau die Bora, ein gefürchteter NOWiud.

DieÖsterreichisch-UngarischeMonarchiebesitzt einengroßen Reichthum an Pro ducken aus allen dreiNaturreichen. Mineralreich. Gold findet sich inSiebenbürgen, Ungarn, Salzburg n. Tirol, Wasch-gold in dem Sande der Donau, der Theiß, den inden Körös u. Maros mündenden Bächen; Silber inBöhmen und Ungarn; Quecksilber in Kram (Jdria)und Kärnten; Kupfer in Ungarn, Tirol und Buko-wina; Blei in Mähren; Bleiglanz in Kärnten, Böh-men und Siebenbürgen; Wismnth in Böhmen undSiebenbürgen; Zink u. Galmei in Kärnten u. West-Galizien; Zinn nur in Böhmen; Arsenik n. AntimoninBöhmen, Siebenbürgen ».Ungarn; Magneteisen-stein in Salzburg u. Tirol; Brauneisenstein in Böh-men u. Steiermark; Spatheisenstein in Steiermark,Tirol u. Böhmen; Schwerspath oder Baryt in Un-garn, Siebenbürgen, Böhmen, Kärnten u. Steier-mark; Fahlerze in Siebenbürgen, Ungarn u. Tirol;Kobalt u. Nickel inBöhmen, Steiermark u.Ungarn;Kupferkies in Böhmen, Ungarn, Steiermark rc.;Gips in der ganzen Monarchie; Marmor von allenFarben, am schönsten in Dalmatien u. Istrien; Kreidein den Alpen, Karpathen rc.; ferner Specksteine,Meerschaum (nur in Mähren beiProßnitz), Töpfer-thon, Grllnerde, Tripel, Feldspath, Asbest, Berg-krystall,Amethyst,Chalcedon, Jaspis, Carneol, Achat,Opal; von Edelsteinen Granaten, Saphire, Rubine,Topas, Chrysolith, Berylle, Smaragde, Spinelle rc.;Schwefel in Böhmen, Galizien u. Kroatien; Erdöl(Naphtha, Petroleum) in Ungarn, Siebenbürgen,Kroatien, namentlich ober in Galizien; Asphalt inTirol, Dalmatien u. Kärnten; Graphit in Böhmen,Mähren, Niederösterreich, Steiermark u. Kärnten;Steinkohlen in Böhmen, Mähren, Schlesien, West-Galizien, Steiermark, Ungarn und Niederösterreich;Braunkohlen in allen Kronländern, mit Ausnahmevon Salzburg u. der Bukowina, in Lagern von gro-ßer Mächtigkeit inBöhmen, Steiermark, Ungarn u.Siebenbürgen; Torf in den Alpenländern, ferner inBöhmen, Ungarn u. Galizien; Salz in unerschöpf-lichen Lagern in den Nordalpen, sowie am Nord- u.Südfuße der Karpathen; Salpeter, Borax, Bitter-salz, Magnesia, Glaubersalz,Alaun, Eisen- u. Kupfer-vitriol. An Mineralquellen der verschiedensten Artenist Ö.-U. ungemein reich; man zählt deren über 1600,vondenenjedoch viele noch nicht benutzt werden. Siekommen fast in allen Kronländern vor, am zahl-reichsten inUngarn, Siebenbürgen, Böhmen, Tirol,Steiermark, Kärnten, Galizien, Niederösterreich rc.Pflanzenreich. Die Flora des Kaiserstaates isteine sehr reiche; sie umfaßt 4377 bekannte Phanero-gamen und fast doppelt so viele Kryptogamen. Diegrößte Mannigfaltigkeit findet sich in Niederösterreich,wo man allein 1711 Phanerogamen zählt, von denenauf das Wiener Becken 1397 Arten kommen. Ge-wöhnlich wird das Gebiet Ö.-U-s ^mit Rücksicht aufdie klimatischen Verhältnisse, die aus die Entwickelungdes Pflanzenlebens von Einfluß sind, in drei Zoneneingetheilt. In der südlichen, Südtirol, das Küsten-land, Dalmatien, Kroatien-Slawonien u. SUngarnumfassenden Zone, mit einer mittleren Jahrestem-peratur von -s-14 bis -s- 11 ° 6 . gedeihen am Süd-rande noch immergrüne Laubhölzer (Oliven, Myr-rhen, Granaten, Lorbeer u. Orangen, in Dalmatien

noch Zwergpalmen), in den nördlicheren StrichenechteKastanien, Maulbeerbäume, Wein u. sehr vieleLabiaten u. Nelken; außer den gewöhnlichen Getreide-arten werden Reis und Mais gebaut. In der mitt-leren Zone mit einer mittleren Jahrestemperaturvon -s- 11 bis -s- 10° 0., welche NTirol mit Vor-arlberg, Steiermark, Kram, Kärnten, Salzburg,Ober- und Niederösterreich, den südlichen größerenTheil von Böhmen u. Mähren, das südliche Galizien,die Bukowina, Ungarn und Siebenbürgen umfaßt,bestehen die nur iin Sommer grünen Laubwälderans Eichen und Buchen, die Nadelholzwälder ausFichten, Tannen u. Kiefern, daneben Epheu u. Hasel-nußsträucher. Alle Getreidearten (auch Mais), Wein,Obst und Tabak gedeihen in dieser Zone, in welcherausgedehnte Wiesen, Torfmoore u. Steppen (Paß-ten) Vorkommen. Die nördl. Zone, mit einer mitt-leren Jahrestemperatur von -i- 8,7 bis -s- 7,z° 0.,umfaßt den nördlichsten Theil vonBöhmen u. Mäh-ren, sowie Schlesien u. Galizien fast ganz. In der-selben finden sich Wiesen, Torfmoore u. Heiden, be-stehen die Wälder aus Buchen u. Kiefern, gedeihenRoggen, Gerste, Hafer, Flachs, Hanf, Raps, Tabakund die geringeren Obstsorten; Wein u. Mais da-gegen nicht. Thierreich. Die Fauna Ö.-U-s isteine der reichsten in Europa; man zählt 90 Säuge-thier-, 248 Vogel-, 61 Amphibien-, 377 Fisch- undüber 13,000Jnsectenarten. Hausthiere: Pferde,Esel, Maulthiere, Rindvieh, Büffel, Schafe, Ziegen,Schweine, Hunde u. Katzen. Von jagdbarem Wildist der gemeineHase über alleKronländer verbreitet;der im Winter weiße Alpenyase kommt nur in derMittelgebirgsregion vor, das Wildschwein fast nur inden östlichen Kronländern, derEdelhirsch u. das Rehin den Gebirgswäldern der Alpen, Sudeten u. Kar-pathen, die Gemse in allen Alpenländern und auch(aber nur noch in geringer Zahl) in der Hohen Ta-tra. Der Steinbockist ansgestorben. Das Eichhörn-chen ist weit verbreitet; das Murmelthier findet sichin den Alpen und der Hohen Tatra oberhalb derBaumgrenze; dcrBilliöh(Siebenschläfer) ist inKrain,der Hamster im Westen der Monarchie ziemlich zahl-reich; der Biber soll noch vereinzelt an der Donau,der Elbe und in Siebenbürgen Vorkommen. Vongrößeren Raubthieren ist der Bär noch zahlreich inden Karpathen, sowie in Kroatien und Dalmatien,vereinzelt findet er sich noch in den südlichen Alpen-ländern. Der Wolf ist im NW. der Monarchie fastganz ausgerottet, nur vereinzelt tritt er im SW.auf, dagegen in Krain, Kroatien-Slawonien, Dal-matien, Ungarn, Siebenbürgen, Galizien und derBukowina noch in großer Anzahl; der Luchs u. dieWildkatze sind noch ziemlich häufig in den WäldernGaliziens u. Siebenbürgens; der Fuchs ist über dieganze Monarchie verbreitet, ebenso der Dachs undeinige Marderarten; die Fischotter findet man nochin allen fischreichen Gewässern, bes. zahlreich in Un-garn. Zahmes u. wildes Geflügel ist zahlreich vor-handen. Hühner, Gänse, Tauben rc. sind überallverbreitet; Enten ».Truthühner sind namentlich imS. sehr häufig, Fasanen inBöhmen zahlreich, dannin Niederösterreich, Ungarn und Mähren. Von denwildenHühnerarten kommen vor Rebhühner, Hasel-,Auer-, Stein-, Birk- u. Schneehühner; von Raub-vögeln Geier, Adler, Falken, Eulen rc., außerdemzahlreiche andere Arten von Vögeln, wie Sing-,