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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Österreichischer Lloyd

sich nach Galizien wenden. Nur langsam folgtendie Franzosen dem in völliger Ordnung zuruckziehen-den LsterreichischenHauptheere unterErzherzogKarl,am 9. und 11 . Juli wurden bei Hollabrunn undZnaim noch heftige Gefechte geliefert und am 12 .Juli durch den Fürsten Liechtenstein ein wöchent-licher Waffenstillstand abgeschlossen, der mehrmalsverlängert wurde u. dem 1,4. Oct. 1809 der Friedevon Schönbrnnn folgte. Österreich mußte ein Ge-biet von über 2000 f^jM mit 3^ Will. Ew. abtre-ten u. 85 Will. Frcs. Kriegsentschädigung bezahlen,am 4. Jan. 1810 war das österr. Gebiet von denFranzosen geräumt. Ein trauriges Nachspiel desKrieges wurde in Tirol geliefert. Nach den Bestim-mungen des Waffenstillstandes vom 12 . Juli mußteÖsterreichTirolaufgeben.eszogseineTruppcnzuriick,während die tiroler Bauern allein den Kampf fort-fuhrten. Ende Juli drang Lefebvre mit30,000Mannin Tirol ein, besetzte Innsbruck u. drang über denBrenner vor; seine Truppen wurden aber von denvon allen Seiten znsammeneileuden Tirolern beiBrixen geschlagen, andere Abtheiluugcn abgeschnit-ten u. gefangen'genommen und Lefebvre mußte sichnach Innsbruck zurückziehen. Hoser folgte ihm u.zum dritten Male setzten sich die tapferen Tiroler15. Aug. nach einem Gefechte am Jselberge in denBesitz von Innsbruck, wo nun Hofer die Landesver-waltnug übernahm. Siegreich drangen sodann dieTiroler im Monat September bis Salzburg vor,wurden aber von überlegenen Kräften im Octoberzurückgedrängt u. auch Hofer mußte 21 . Oct. Inns-bruck räumen. Erst als 29. Oct. die Nachricht vomAbschluß des Friedens eingetroffen war, gabHoferdenWiderstand ans. Die Tiroler legten indessen auch jetztnoch die Waffen nicht nieder u. kämpftennoch bis zumFebruar 1810, bis sie der Übermacht der von allenSeiten heranrückenden Feinde erliegen mußten.

Literatur. Hormayer, Erzherzog Johann unddas Heer von Jnnerösterreich im Kriegs 1809, Lpz.n. Altenb. 1817; Pelet, Nsmoirss sur 1a Ausrrs äs1809, Paris 1824; Deutsche Übers, von Theobald,Stuttg. 1842; Schlacht bei Eßling u. Aspern 1809,Weim. 1810; Schlacht bei Enzersdorf u. Wagram1809, ebd. 1810; Schneidawind, Erzherzog Karl u.die österreich. Armee, Bamb. 1840; Valentini, Ge-schichte des Feldzuges 1809, Stettin 1818. S>

Österreichischer Lloyd, s. Lloyd.

Österreichische Niederlande, die nach Ab-reißung der Sieben Vereinigten Provinzen (Nieder-lande) im 16. u. 17. Jahrh. gebliebenen, den Bur-gundischen Kreis bildenden, einst spanische (daherauch Spanische Niederlande), dann seit dem Friedenvon Baden 1713 oster. Provinzen: Brabant, Flan-dern, Hennegan,Namur, Luxemburg, jetzt sämmtlichzu Belgien gehörig.

Österreichische Nordwestbahn (1876), Länge932,2s km; Anzahl der Locomotiven 148: der Per-sonenwagen 309; derGüterwagen2769; Einnahme9,363,952 Fl.; Linien des Stammnetzes (626, km),des Ergänzungsnetzes (305,ggkm). Zeit der Grün-dung 1868; der Inbetriebsetzung der ersten Theil-strecke Goltsch-Jenikau-Kollin 6 . Dec. 1869; Anlage-kapital beider Gründung 80,177,000Fl.; heutigesAnlagekapital 142,764,600 Fl. Privatverwaltung.Directionssitz: Wien.

Österreich-Ungarn (Geogr.).Österr.-Prenst.-Jtalicn.-Krieg von 1866,

s. Deutsch-Preuß. rc. Krieg.

Österreichisches Schlesien, s. u. Schlesien.

Österreichische Südbahn(l876),Länge2237km; Anzahl der Locomotiven 547; der Personen-wagen 1177; der Güterwagen 12,254; Einnahme33,486,535 Fl.; Benennungen der Linien: ersteGruppe Wien-Triest rc. (1285 km); zweite GruppeUngarische Linien (646,^ km); dritte Gruppe Tiro-ler Linien (305,, km); Anlagekapital 442,860,264Fl. Privatvsrwaltung. Directionssitz: Wien.

Österreich-Ungarn (Österreichisch-UngarischeMonarchie), einer der Großstaaten Europas, bestehtaus zwei Staatsgebieten oder Reichshälften, näm-lich dem österreichischen Staatsgebiet (dem Kaiser-thum Österreich), welches die im Reichsrathe vertre-tenen Königreiche u. Länder begreift, u. dem Ungar.Staatsgebiete (dem Königreiche Ungarn im weiterenSinne), welches die Länder der ungar. Krone um-faßt; grenzt im N. an Sachsen, Preußen u. Ruß-land (Polen), im O. an Rußland und Rumänien(Moldau), im S. an Rumänien (Walachei), Serbien,die Türkei (Bosnien), Montenegro, das AdriatischeMeer und Italien, im W. an Italien, die Schweiz,Liechtenstein u. Bayern. Das Reichsgebiet bildet einzusammenhängendes Ganze, das nur in Dalmatiendurch zwei schmale Landzungen von der Türkei durch-brochen wird. Über die einzelnen Bestandtheile derMonarchie, über Flächeninhalt und Bevölkerung imGanzen u. der einzelnen Länder u. über die Volks-dichtigkeit s. nachstehende Tabelle.

Königreiche u. Länder

Flächeninhalt in

I Ikra ^ ! IM

Bevölker.31. Dec.1869

Bewohn,a. 1 tzkm

I. Im Reichsrathe ver-tretene Kronliinder:

1 . Erzhzth. Oesterreich

u. d. Enns

19824,1?

360.03

1990708

100

2. ob d. Enns

11996,70

217,87

736557

61

s. Herzogth. Salzburg

7165,63

22454,0t

130,14

153159

21

4. Steiermark

407,7s

1137990

51

5. KärNten

10373,32

188,39

337694

32

s. Kram

9988,33

181,40

466334

46

7. Küstenland

7988,59

145,°°

600525

74

3. Gefürstete Grafschaft

Tirol u. Borarlberq

29326,8!

632,61

943,57

885789

30

9. Königreich Böhmen

10 . Markgrafsch. Mähren

6140544

99

22229,«!

403,71

2017274

91

11. Herzogth. Schlesien

12 . Könige. Galizien und

5147,53

93,48

513362

99

Lodomerien

78496,7-

1426,58

6444689

70

13. Herzogth. Bukowina

10451

189,so

513404

49

14. Kömgr. Dalmatien

12792,5?

232,33

456961

36

Summa I.

300190,gv

20394980

63

II. Länder der Ung. Krone:

15. Königreich Ungarn

225441,55

4094,25

11530397

51

16 . Großfürstenth. Sieben-

bürgen .

54948,20

997,92

2115024

33

17. Kömgl. Freist. Fiume

mit Gebiet

19,57

6,36

17884

914

18 . Königreich Kroatien-

Slawonien

43444,67

789

1846150

42

Summa II. >323853,99

6881,53

1550S4S5> 48

Ganze Oesterreich-Ungar, l > > >

Monarchie . . >624044,«sfllSSS,31 stsootissf 57,,

Von der Gesammtbevölkernng waren männlich(50,g"/), weiblich (49 ,4 °/o).Znr Vergleichung mitdenübrigen größeren europ. Staaten s. Europa. S. 597.

Oberflächeiigestaltnng. Die Österr.-Ungar.Monarchie gehört zu den gebirgigsten Staaten Eu-ropas (s. d., S. 600,1 Sp.), denn über 72 der