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Österreichischer Krieg
nau ansgeführt worden. Als wirklichen Übergangs-Punkt hatte Napoleon die etwa 1 Meile unterhalbWien liegende Donaninsel Lobau ansersehen. Am18. Mai begann er die Vorbereitungen zum Brücken-schlag u. ließ 20. Mai die auf dem linken Ufer lie-genden Dörfer Aspern u. Eßling mit je einer Divi-sion besetzten. Dem Erzherzoge waren diese Bewe-gungen nicht entgangen, er sammelte am Morgendes 21. Mai seine Armee, marschirte in 5 Colonnengegen den Feind vor und erstürmte Aspern, welchesnach wechselvollcm Kampfe im Besitz der Österreicherblieb, während die Franzosen Eßling behauptet hat-ten. Mit den inzwischen nachgerückten Corps ver-suchte Napoleon zwischen beiden Orten durchzubre-chen, aber alle Angriffe scheiterten an dem hartnäcki-gen Widerstande der Österreicher. Am 22. Mai be-gann der Kampf von Neuem. Als aber Napoleondie Nachricht erhielt, daß während der Nacht diegroße Brücke über den südl. Donauarm durch diehochgehenden Fluthen, antreibende Flöße ».Baum-stämme zerstört worden sei, entschloß er sich zum Rück-züge ans die Insel Lobau, der unter mäßigen Ver-lusten im Lause des 22. u.in der Nacht zum 23. Maiausgeführt wurde. DieFranzosenbatten gegen 7000Todte u. 30,000 Verwundete, di: Österreicher 4000Todte u. 16,000Verwundete. ErzherzogKarlfühltesich zu schwach den Sieg durch entscheidende Unter-nehmungen auszunntzen, er blieb inseinen Stellun-gen, während die Franzosen mit ihrer Hauptmachtauf das rechte Douauufer zurückgingen u. die InselLobau befestigten. 6 Wochen standen sich die beidenHeere, durch die Donau getrennt, unthätig gegen-über. Nach den Erfolgen in Bayern hatte Napo-leon die bayerischen Divisionen Wrede und Deroyunter Oberbefehl von Lefebvre zur Unterdrückungdes Ausstandes nach Tirol entsendet. Wrede be-mächtigte sich,. 11. Mai des Strubpasses, schlug13. Mai die Österreicher u. die ansständischen Tiro-ler bei Söll u. Wörgl, 15. Mai bei Schwatz u.rücktegleichzeitig mit Deroy 19. Mai in Innsbruck ein,woselbst letzterer verblieb, während Wrede nach derDonau zurückbeordert wurde. Der größte Theil derösterr. Truppen zog unter Chasteler durch das Pu-sterthal nach Steiermark ab, nur etwa 3000 Mannunter General Buol verblieben in Tirol; mit diesenvereinigt zog Hofer Ende Mai mit dem Landsturmgegen Innsbruck. Nach heftigem Kampfe beimBerge Jsel 29.MairäumteDeroy in der Nacht zumSO. Mai die Stadt und ging auf Rosenheim zurück.Tirol war wieder frei, nur die Feste Kufstein warnoch in bayerischem Besitze. Dem Beispiel der Ti-roler waren die Bewohner Vorarlbergs gefolgt; siehatten die französischen u. rheinbundischen Truppenunter General Gcouvel bei Hohenems, Klien u. Lau-terach zurllckgedrängt u. 29. Mai Bregenz besetzt.
In Italien war Erzherzog Johann 10 .April ein-marschirt,hattediefranz. Vortruppenzurllckgedrängt,den Vieekönig 16. April bei Sacilc geschlagen undwar siegreich bis zur Etsch vorgedrungen, als ihndie ungünstigen Nachrichten aus Deutschland zumRückzuge nöthigten. Unter fortgesetzten Gefechtenan der Piave (8. Mai), bei San Daniele (11. Mai)und nach der ruhmreichen Vertheidigung der Fortsvon Malborghetto und Predil (14. bis 17. Mai),gelang es dem Erzherzog Klagenfurt und Graz zuerreichen, woselbst sich Jellachich, der bisher im Salz-
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burgischen gestanden hatte mit ihm vereinigen sollte.Dieser war 25. Mai bei St. Michael auf den Feindgestoßen, hatte eine schwere Niederlage erlitten undkonnte dem Erzherzog nur noch 2000 Mann zufüh-ren. Nun wendete sich der Erzherzog nach Ungarnu. marschirte über Könnend nach Raab, wohin ihmder Vieekönig folgte u. ihn 14. Juni schlug, woraufdie Österreicher über Komorn nach Preßburg zogen,während der größere Theil des Heeres des Vicekö-nigs zur Hauptarmes nach Wien abgerufen wurde.
Auch in Norddsutschland hatte der Krieg die Ge-mächer gewaltig erregt; die UnternehmungenDörn-bergs, Schills und des Herzogs von Brannschweighatten zwar keinen uennenswsrthen Einfluß auf dieKriegsereigniffe, aber sie gaben Zeuguiß von verStimmung des deutschen Volkes u. ein zweiter Siegder Österreicher bei Wien hätte wahrscheinlich die Er-hebung ganz Norddeutschlands u. die.BetheiligungPreußens am Kriege zur Folge gehabt. Noch stan-den sich Ende Juni die Hauptheere nördl. von Wiengegenüber. Napoleon hatte sich aus der italienischenArmee verstärkt und begann 30. Juni den Kampfwieder aufzuuehmen, indem er kleinere Abteilungenvon Massenas Corps auf das links Donauufer über-gehen u. Aspern u. Eßling besetzen ließ. DieseSchein-bewegungen sollten den eigentlichen Übergang mas-kiren, der 4. Juli an der Östseite der Lobauinsel be-gann. AmMorgendes 5.Juli waren bereits 50,000Mann ans dem linken Donauufer versammelt u. imLaufe des Tages folgte die ganze franz. Armee.Zwischen Markgrafen-Neusiedel und Wagram undStammersdorf hatte Erzherzog Karl sein Heer ver-sammelt, Erzherzog Johann stand bei Preßburg u.wurde angewiesen am 5. zur Hauptarmes zu stoßen.Am Abend des 5. Juli standen sich die beiden Heerekampsbereit gegenüber, um 7 Uhr ging Napoleonzum Angriff auf die österr. Stellung bei Wagramvor, ward aber mit großen Verlusten bis hinter Ädler-klaa u. Glinzendorf zurückgeschlagen u. nur die ein-brechende Nacht verhinderte eine vollständige Nieder-lage der Franzosen. 6. Juli früh ging der Erzherzogselbst znm Angriff vor, nahm das inzwischen von denFranzosen wieder besetzte Dorf Adlerklaa mit Sturmu. trieb die Franzosen zurück. Schon schien der Siegden österreichischen Waffen zuzusallen, als Napoleongegen Mittag sich gegen den linken Flügel der Öster-reicher wendet, diese ans Markgrafen-Nensiedel ver-treibt und trotz heftiger Gegenwehr zum Rückzügenöthigt. Mangel an Übereinstimmung in den Be-wegungen und das verspätete Eintreffen mehrererCorps aus dem Kampfplatze waren die Ursache, daßdem hart bedrängten linken Flügel nicht rechtzeitigVerstärkungen zugeführt werden konnten. Das Ein-greifen des vonPreßbmlg erwartetenErzherzogs Jo-hann hätte wol den Ausgang der Schlacht zu Gun-sten der Österreicher entschieden: er traf aber erst amAbend des 6. Juli an der March ein, nachdem der Erz-Herzog Karl infolge des Znrückweichens seines linkenFlügelsbereitsdenRückzuganfZnaimbefohlen hatte.Der Erzherzog Johann kehrte, als er den Rückzugder Österreicher erfuhr, nach Preßburg zurück. InPolen hatte Erzherzog Ferdinand Warschau besetztund Poniatowsü in mehreren Gefechten geschlagen,mußte aber, nachdem ein polnisches Corps unter La-browski über den Fluß Bzura gegangen u. in Ga-lizien eingefallen war, Warschau wieder verlassen u.