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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Ostcrrcichischcr Krieg gegen Frankreich 1809.

tingente des Rheinbundes sollten bei Würzburg con-cemrirt werden. Im ganzen mochte die Stärke die-ser Truppen gegen 180,000 Mann betragen. InPolen war unter dem Fürsten Poniatowski einCorps von 10,000 Mann versammelt, das spater auf24,000 Mann vermehrtwurde. In Italien u. Dalma-tienbefehligtederVicekönigdieCorpsvonMacdouald,Baraguay d'Hilliers n. Marmont mit etwa 70,000Mann. Nach dem ursprünglichen Plane sollte MitteMärz österreichischer Seits der Krieg eröffnet werdenu. der Erzherzog Karl von Böhmen aus in Frankeneinfallen. Der Beginn der Operationen wurde in-dessen auf Anfang April verschoben u. auch der erstePlan dahin geändert, daß nur das 1. u. 3. Armee-Corps in Böhmen verblieb, die übrigen Corps derHauptarmee aber am Inn concentrirt wurden. Am27. März erließ Kaiser Franz eine Declaration, dieeiner wirklichen Kriegserklärung fast gleichkam u. inder alle Gewaltthätigkeiten, die sich Napoleon seit demPreßburger Frieden gegen Österreich u. in Deutsch-land erlaubt hatte, aufgezählt waren. Den BeginnderFeindseligkeiten,zeigte der Erzherzog Karl S.Aprildem franz. Obergeneral durch ein kurzes Schreibenan. Auf die erste Kunde von dem Anmarsch einesösterr. Corps unter Chasteler durch das Pusterthalhatte sich der tiroler Landsturm unter Hofer, Speck-bacher, Haspinger, Straub u. A. erhoben, die bayri-schen Besatzungen u. Beamten verjagt u. eine franz.Colonne unter General Bisson (11. April) an derLadritscher Brücke nahe bei Brixen geschlagen u.zumRückzug auf Sterzing gezwungen. Am 12. Aprilwurde sodann von den aufständischen Bauern nachheftigem Kampfe Hall u. Innsbruck genommen unddie bayerische Besatzung letzterer Stadt unter Gene-ral Kinkel gefangen, auch das franz. Corps unterGeneral Bisson mußte 13. April bei Innsbruck capi-tuliren. So war denn innerhalb 5 Tagen ganz Ti-rol durch den Landsturm befreit; 6000 Mann feind-liche Truppen mit 7 Geschützen u. 3 Fahnen hattensich den tapferen Tirolern ergeben. Auch der Erz-herzog Karl hatte S. April den Inn überschritten,16 . Landshut und München besetzt und sich, aus dieNachricht, daß Davoust bei Regensburg stehe, mitdem größeren Theil seines Heeres 17. April aufRohr u. Eggmühl in Bewegung gesetzt, um Regens -burg anzugreifen, wobei die zwei in Böhmen ver-bliebenen Corps Mitwirken sollten. Zum Schutzseiner linken Flanke hatte der Erzherzog Karl dieArmee-Corps von Hiller und Erzherzog Ludwig inausgedehnten Stellungen zwischen Isar u. Donauzurückgelassen. Am 17. April war auch Napoleonauf dem Kriegsschauplätze eingetroffen und begannsofort seine noch zerstreuten Corps zu concentriren.Davoust erhielt den Befehl, unter Zurücklassungeines Regiments sin Regensburg, donauaufwärtsgegen Neustadt zu marschiren, woselbst die Bayernu. Württemberger eingetroffen waren, Massena u.Oudinot wurden gleichfalls heraugezogen u. bildetenden rechten Flügel der franz. Stellung bei Pfaffen-hofen. Am 20. April war die Concentrrrtion derfranz. Armee vollzogen, nachdem IS. mehrere klei-nere, für die franz. Waffen meist günstige, Gefechtegeliefert worden waren. Napoleon ging sofort zumAngriff über, Davoust sollte mit 2 Divisionen seinesCorps die Hauptmacht der Österreicher unter Erz-herzog Karl durch hinhaltende Gefechte beschäftigen,

die beiden anderen Divisionen des Corps wurdenunter Lannes Befehl dem Centrum überwiesen, dasNapoleon selbst befehligte u. mit dem er den linkenFlügel der Österreicher anzugreifen beabsichtigte,während Massena rasch auf Landshut vorrücken, sichder dortigenJsarübergänge bemächtigen u. hierdurchdem Erzherzog Karl den geraden Weg auf Wien ver-legen sollte. Während 20. April die Österreicher mitden aus Böhmen herangezogenen Corps Regens-burg besetzt und die Besatzung gefangen genommenhatten, hatte Napoleon das Corps des ErzherzogLudwig bei Abensberg geschlagen u. gegen Landshutzurückgedrängt; vom Hillerschen Corps ausgenom-men, erreichte der Erzherzog 21. April Landshut,woselbst die jetzt unter Hiller vereinigten beidenArmee-Corps hartnäckigen, aber erfolglosen Wider-stand leisteten. Schon war Massenas AvantgardevonFreising her auf demrechtenZsarufer bei Lands-hut, also in der linken Flanke und im Rücken derÖesterreicher eingetroffen, als es Hiller gelang, sichnoch rechtzeitig durchzuschlagen u. den Rückzug nachdem Inn anzutreteu. Am gleichen Tage hatte Da-voust dem Erzherzog Karl mehrere kleinere Gefechtegeliefert, in denen zwar die Österreicher siegreichkämpften, die Franzosen aber ihren Zweck vollstän-dig erreichten; der Erzherzog war in völliger Un-kenntniß über die Ereignisse bei seinem linken Flügelgeblieben, dieser war geschlagen u. von der Haupt-armee abgedrängl. Nach dem Siege bei Landshutübertrug Napoleon dem Marschall Massena die Ver-folgung u. wendete sich 22. April mit dem Rest derArmee gegen den Erzherzog, welcher seinerseits zumAngriff gegen Davoust vorgegangen u. das CorpsRosenberg znm Schutz seiner linken Flanke bei Egg-mühl zurückgelassen hatte. Letzteres griff Napoleon22. April mit überlegenen Kräften an und warf esnach heftigem Kampfe. Der Erzherzog sah sich hier-durch zum Rückzug auf Regensburg gezwungen,den er sich mit großen Verlusten u. durch fortgesetzteGefechte erkämpfen mußte. An einen ernstlichenWiderstand konnte der österr. Feldherr nicht mehrdenken, er beschloß den Rückzug nach Böhmen undtrat denselben 23. April an. Die Franzosen erstürm-ten an diesem Tage Regensburg u. nahmen die zurDeckung des Rückzuges zurückgelassene österr. Be-satzung gefangen. Ungehindert vom Feinde erreichteder Erzherzog Karl Böhmen, woselbst er seineArmeeretablirte. Stoch 23. April traf Napoleon alle An-ordnungen zum Vormarsch gegen Wien. Hiller hattesich 24. April durch ein siegreiches Gefecht gegen diebayerische Division Wrede bei Stetten den unge-störten Rückzug über den Inn erkämpft, bei Ebers>-berg an der Traun stellte er sich nochmals dem Feindeentgegen, mußte aber 3. Mai nach heftigem Gefechtu. vor überlegenen Kräften auch diese Stellung auf-geben, 7. Mai gelang es ihm bei Krems u. Steindas linke Donauuser zu gewinnen u. mit dem Erz-herzog Karl, der inzwischen wieder aus Böhmen auf-gebrochen war, in Verbindung zu treten. Nach kur-zem Gefecht besetzten die Franzosen 13. Mai Wien.ErzherzogKarlvereinigte seine Streitkräste 16. Mainördl. von Wien auf dem linken Donauufer am Fußedes Bisamberges u. hatte hier etwa 80,000 Manuversammelt. Sowol Seitens der Österreicher wieauch Seitens der Franzosen waren oberhalb Wiendemonstrative Versuche zum Überschreiten der Do-