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Österreichischer Krieg l
bereits im Anmarsche befindlichen zweiten russischenArmee zu vereinigen. Er trat L6. u. 27. Oct. denRückzug an; schon am 28. überschritten auch die er-sten französischen Colonnen den Inn u. bedrängtenden Rückmarsch Kutnsoms, wobei 5. Nov. bei Am-stetten, 8. Nov. bei Mariazell heftige, für die Fran-zosen siegreiche Gefechte geliefert wurden. Napoleon,der die Hauptmasse des Feindes in einer Stellungbei St. Pölten vermuthete, ging in dieser Richtungauf Wien vor. Kntufow dagegen war nach N. aus-gewichen und hatte 8. Nov. unbemerkt vom Feindedie Donau bei Mautern überschritten u. deren linkesUfer erreicht. Wien, hierdurch von den Verbündetenaufgegebcn, wurde ohne Kampf 13. Nov. von Mn-rat u. Lannes besetzt. Napoleon, den Abmarsch Ku-tusows erkennend, entsendete Murat in Eilmärschenauf Znaim, um den Russen den Weg nach Mährenabzuschneiden; dieser traf aber nur noch auf die rus-sische Nachhut unter Bagration, welche 16. Nov. beiHollabrunn nach langem und heftigem Kampfe vonMurat geschlagen u. fast gänzlich anfgerieben wurde.Kntufow aber hatte ungehindertBrünn erreicht undsich demnächst bei Olmütz mit den russischen Verstärk-ungen vereinigt. Einschließlich der österreichischenHeerestheile betrug die Stärke vonKutusowsArmee,bei welcher sich auch die Kaiser von Rußland undÖsterreich befanden, jetzt etwa 80,000 Mann, diein derNähe vonOlmlltz in einer vortheilhaftenVer-theidignngsstellung bei Olschan vereinigt waren.Napoleon, stärkere Abtheilungen zur Besetzung vonWien, sowie zur Beobachtung gegen Ungarn u. dessüdlich von Wien stehenden Erzherzogs Karl zurück-znlassen genöthigt, konnte nur mitctwa 70,000 Manndem Feinde folgen, besetzte 20. Nov. Brünn u. be-zog zwischen dieser Stadt und dem Dorfe Austerlitzebenfalls eiueDesensivstellnng. Napoleon hatte nichtdie Absicht, die Russen anzugreisen, wußte diesenvielmehr verschiedene Nachrichten über die schlimmeLage u. einen beabsichtigten Rückzug der FranzosenZnzuspielen, so daß sich Kntnsow, durch den KaiserAlexander beeinflußt, entschloß, ans seiner Stellungvorzubrechen n. Napoleon anzngreisen. Am Abenddes 1. Dec. standen sich beide Heere gegenüber, amMorgen des 2. begann der Kampf, der mit der voll-ständigen Niederlage der russisch-österreichischen Ar-mee endigte. Kaiser Franz II. hatte hierauf 4. Dec.eine Zusammenkunft mit Napoleon, der unter derBedingung des Abzuges der Russen einen Waffen-stillstand bis zum Frieden bewilligte. NapoleonsLage war indessen trotz des Sieges bei Austerlitz einebedenkliche geworden. Preußen, wegen der Verletz-ung des Ansbachschen Gebietes durch die Franzosenerbittert, stand aus dem Sprunge, der Koalition bei-zutreten u. mit einem starken Heere im Rücken Na-poleons in dieOperatiouen einzugreiseu; ErzherzogFerdinand hatte in Böhmen ein neues Heer ver-sammelt u. 4. Dec. das bayerisch-württembergischeCorps unter Wrede geschlagen; Erzherzog Karl end-lich stand nur wenige Tagemärsche südl. von Wien,im Begriff die Offensive zu ergreifen. Dieser un-günstigen Läge wußte sich Napoleon durch raschenAbschluß der Verhandlungen mit Preußen, dessenUnterhändler Haugwitz 15. Dec., am Tage, der zurKriegserklärung au Frankreich bestimmt war, einenBüudnißvertrag mit Napoleon abschloß, sowie durchBeschleunigung der Friedensunterhandlungeu mit
gegen Frankreich 1809.
Österreich zu entziehen. Schon 26. Dec. wurde derFriede von Preßbnrg abgeschlossen, in welchem Öster-reich Venedig au Italien und Tirol an Bayern ab-treten mußte. Literatur: Mack, Bertheidignngdes österreich. Feldzuges 1805, Theresienst. 1806;Schneidawind, Der Krieg im Jahre 1805 auf demFestlande, Augsb. 1848. z.
Oesterreichischcr Krieg gegen Frankreich1809. Im Kriege von 1805 war Österreich unter-legen u. hatte einen beträchtlichen Theil seines Ge-biets sowie seine Stellung im Deutschen Reiche ver-loren. Die Festsetzungen des Preßburger Friedenswurden von Napoleon willkürlich überschritten odernicht beachtet u. alle Maßnahmen des frauz. Herr-schers ließen das Bestreben nach fortgesetzter Aus-dehnung seiner Machtsphäre erkennen. Schwer lasteteder Druck uapoleonischer Herrschaft auf ganz Deutsch-land, Preußens Macht war durch die unglücklichenTage von Jena und Auerstädt gebrochen, Rußlandverhielt sich zuwartend und nur England war nochFrankreichs offener Gegner n. kämpfte in Verbindungmit Portugal u. den spanischen Jnsurrectionsheerenerfolgreich auf der iberischen Halbinsel gegen Napo-leon. Die Kunde von den Mißgeschicken der franz.Waffen in Spanien waren in Deutschland nicht ohneWirkung geblieben; in Österreich gewann die Kriegs-partei immer größeren Einfluß u. eifrig wurden dieRüstungen zu einem neuen Kampfe gegen Napoleonbetrieben (1808). Die Landwehr wurde organisirtund eingeübt, der Ausbildung der Truppen eine er-höhte Sorgfalt zngewendet, Magazine und Depotswurden angelegt u. überall sah man begeistert u. zu-versichtlich dem neuen Kriege entgegen. Schon imFebruar 1809 waren die Beziehungen zwischenFrankreich u. Österreich so gespannt, daß der fran-zösische Gesandte Wien verließ u. Napoleon die zurVerstärkung des Heeres in Spanien bestimmtenTruppen ans dem Marsche anhielt u. an den Rheinbeorderte sowie die ganze französische Armee ans denKriegsfuß setzte n. die Rheinbundfürsteu zur schleu-nigsten Bereitstellung ihrer Kontingente aufforderte.Anfang März 1809 sammelten sich die österr. Heereu. zwar 1) die Hauptarmee unter Erzherzog Karl etwa200,000 Mann stark, bestehend aus dem 1. Armee-korps (Bellegarde), dem 2. (Prinz Hohenzollern),dem 3. (Kolowrat), dem 4. (Fürst Rosenberg), dem5. (Erzherzog Ludwig), dem 6. (Hitler), sowie zweiReserve-Corps unter Fürst Liechtenstein u. Kienmayerin Böhmen und im Donauthale; 2) das 7. Armee-Corps (Erzherzog Ferdinand) 30,000 Mann starkin Galizien u. 3) Las 8. Armee-Corps (Chasteler)u. das 9. (Giulay) zusammen 60,000 Mann unterErzherzog Johann bei Klagenfurt. Den Hauptstoßsollte Erzherzog Karl in Deutschland führen, wäh-rend Erzherzog Ferdinand in Polen, Erzherzog Jo-hann in Italien einzudringen bestimmt u. eine gutvorbereitete bewaffnete Erhebung der Tiroler gegenBayern eingeleitet war. Die ganze Situation war. Mitte März für Österreich entschieden günstig; Na-poleon hatte genügende Streitkräste au der Donaunoch nicht znsammenzuziehen vermocht. 20. März1809 stand Davoust bei Wllrzburg und Bamberg,Massena bei Ulm, Oudinot bei Augsburg, Lefebvre^ mit den Bayern bei München, Bernadotte mit denSachsen bei Dresden, Vandamme mit den Württem-^ bergern bei Ellwangen u. Aalen, die kleineren Con-
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