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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Österreichischer Krieg gegen Frankreich 1805.

Kriege aufgefordert werden; elfteres blieb indessenneutral, während Bayern, Württemberg u. Badensich mit Napoleon verbündeten. Mit klarem Blickehatte Napoleon die Absichten seiner Gegner durch-schaut u. die Schwäche ihres Angrisssplanes erkannt.Als Mitte August 1805 der Ansbruch des Kriegesnicht mehr zu vermeiden schien, versammelte Napo-leon eine Reservearmee bei Straßbnrg u. traf miteiner bewundernswerthen Voraussicht alle Anord-nungen, um seinen Feinden znvorzukommen u. zu-nächst die Österreicher in Deutschland, bevor sie sichmit Len Russen vereinigt hätten, zu schlagen. DiesranzösischenHeereskörper standen in Hannover, Hol-land, Oberitalien, Neapel und mit der Hauptmassebei Boulogne; sie wurden erst 27. Aug. in Beweg-ung gesetzt, zu welcher Zeit die Österreicher bereitsschlagfertig au ihren Grenzen standen. Eine Kriegs-erklärung war noch von keiner Seite erfolgt. Öster-reich unterhandelte mit Bayern, das sich anscheinendgeneigt zeigte, dcr Coalition beizutreten, während esschon durch einen geheimen Vertrag mit Frankreichverbündet war. Erst als die Österreicher 8. Sept.1805 denn Inn überschritten u. demnächst Münchenbesetzt hatten, trat der Kurfürst Max Joseph, offenans Napoleons Seite u. Letzterer erklärte an Öster-reich denKrieg. Rasch näherten sich die französischenHeeresmassen, ohne daß der Feind davon Kcnntnißhatte, dem Rhein. Das 1. Armeecorps (Bernadotte,

18.000 Mann) war in Hannover, das 2. (Marmont,

20.000 Mann) in Holland versamimlt worden; er-steres hatte Ende September Mainz, letzteres Frank-furt a. M. erreicht. Die im Lager von Boulognegestandenen Heerestheile, und zwar: das 3. Armee-corps (Davoust, 27,000 Mann), das 4. (Soult,

41.000 Mann), das 5. (Lannes, 18,000 Mann) u.das 6. (Ney, 24,000 Mann), waren ebenfalls EndeSeptember zwischen Mainz und Straßburg einge-troffen. Bei letzterer Stadt stand Murat mit der Re-serve-Cavalerie und der kaiserlichen Garde, im süd-lichen Elsaß sammelte sich ein Rescrvecorps unterAugereau, in Oberitalien hatte Massen« 35,000Mann u. in Neapel Gouvion St. Cyr etwa 15,000Mann beisammen; die beiden letzteren Corps solltensich in Oberitalien vereinigen. Napoleon selbst hatte26. Sept. sein Hauptquartier nach Straßburg ver-legt und die Neserve-Cavalerie zur Beobachtung ge-gen die Schwarzwaldpässe vorgeschoben, währendsich Bernadotte u. Marmont mit den unter Deroyund Wrede stehenden 23,000 Mann starken bayeri-schen Truppen beiWllrzburg vereinigten u. die übri-gen Corps bei Mainz, Speyer und Straßburg denRhein überschritten. Die Österreicher hatten indessenBayern besetzt u. waren bis zur Iller vorgedrungen.Hier wollte Mack, der thatsächlich den Oberbefehlführte, sich aber über die Bewegungen des Feindesin völliger Unkenntnis) befand, es auch nicht für-thig hielt, sich Aufklärung zu verschaffen, die Ankunftder Russen erwarten. In einzelne Corps zersplittert,stand die österreichische Armee mit dem rechten Flü-gel bei Ulm, mit dem linken am Bodensee. Napo-leon hatte den Plan gefaßt, die Österreicher in derFront festzuhalten, mit seiner Hauptmacht aber denrechten Flügel bei Ulm zu umgehen u. diesen sodannanzngreisen, während Bernadotte einem etwaigenBormarsche der Russen vom Inn her entgegen tre-ten sollte. Bereits 6. Qct. stand die ganze franzö-

sische Armee nördlich der Donau zwischen Weißen- !bürg, Nördlingen, Öttingen und Albeck versammelt. fAm gleichen Tage wurde Ney gegen Gllnzburg, ^

Soult gegen Donauwörth vorgeschoben; Letzterer 1

stieß auf das etwa 8000 Mann starke Corps desGenerals Kienmayer, trieb dasselbe zurück u. forcirteden Donauübergang bei Donanwörth. Das hier ge-schlagene österreichische Corps ging über die Isar u.den Inn zurück, während Mack seine Hauptkrästebei Ulm znsammenzog u. nur ein kleines Corps beiMemmingen stehen ließ. Nun zog Napoleon auchdie übrigen Corps, mit Ausnahme des Neyschen,auf das rechteDonanuser, besetzteAugsbnrg u. Mün-chen u. umfaßte die Österreicher bei Ulm, nachdem8.Oct. Murat bei Wertingen, 9.Oct. Ney beiGünz-burg die vorgeschobenen österreichischenAbtheilungengeschlagen u. Soult 14. Öct. Memmingen besetzt u. ^das dahin detachirte österreichische Corps gefangengenommen hatte. Am 14. n. 15. Oct. mußten dieÖsterreicher nach dem unglücklichen Gefechte bei El- schingen u. nach Erstürmung der die Stadt Ulm um-gebenden Höhen durch die Franzosen in die Stadtselbst zurückgehen. Einem Theil des österreichischenHeeres unter General Werneck war es gelungen,eine französische Division bei Albeck zurückzuweisenu. den Marsch gegen N. fortsetzen zu können; auchErzherzog Ferdinand hatte in der Nacht vom 14.zum 15. Oct. mit einigen Cavalerie-RegimenternUlm noch verlassen. Mit dem noch etwa 24,000Mann starken Reste der Armee capitnlirte Mack am17. Oct. Auch das Wernecksche Corps, von Murat !verfolgt u. in der Gegend von Nördlingen erreicht, smußte sich 18. Oct. gefangen geben. Nur Erzherzog tFerdinand hatte mit wenigen Truppen sich demFeinde zu entziehen und Böhmen zu erreichen ver» imacht. Die Katastrophe von Ulm konnte nicht ohneEinfluß auf dieOperationen der österreichischenHeereinOberitalien ».Tirol bleiben. ErzherzogKarl standmit etwa 70,000 Manu bei Veronetta und Catdierohinter der Etsch, ihm gegenüber Massen« mit etwa40,000 Mann bei Rivoli, Beide verhielten sich de-fensiv. Ans die Nachricht von den Ereignissen inDeutschland ergriff jedoch Massena die Offensive,ging über die Etsch u. griff den Erzherzog 30. Öct.bei Caldiero an. Letzterer behauptete siegreich seineStellung u. Massena ging wieder über die Etsch zu-rück. Als jedoch infolge der Nachrichten aus Deutsch-land der Erzherzog in der Nacht vom 1. zum 2. Nov.seinen Rückzug amrat, folgte Massena und drängtedie Österreicher aus Oberitalien zurück. Auch Erz-herzog Johann war nicht im Stande, sich in Tirolzu behaupten, wohin Ney nach dem Falle von Ulmvorgedrnngen war. Nur unter großen Verlusten ge-lang es den beiden österreichischen Heerführern, sichnach Inner-Österreich znrllckzuziehen; sie vereinig-ten sich in Steiermark, wo Erzherzog Karl in Can-tonnements zwischen der Drau und Mur die Armeereorganisirte. In Deutschland war unterdessen Ku-tusom mit einem etwa 50,000 Mann starken russi-schen Heere am Inn eingetroffcn; mit ihm hattensich der Capitulation von Ulm entgangene Theileder Mackschen Armee, sowie andere österreichische fTruppen, im Ganzen etwa 20,000 Mann, vereinigt, jKntusow fühlte sich indessen nicht stark genug, den -Franzosen am Inn entgegen zu treten, und beschloßdaher den Rückzug nach Mähren, um sich mit der