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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
785
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Österreichischer Kreis Österreich

den Frieden von Breslau u. trat Schlesien an Preu-ßen ab. Sachsen schloß sich diesem Frieden an. Nunwendete sich die ganze österreichische Macht gegen denKurfürsten von Bayern u. dessen Verbündete? Prag,das von dem franz. Marschall Belle Jsle besetzt war,ward, nachdem sich der franz. Marschall 16. Dec.1742 durch die österreichischen Linien durchgeschla-gen, zurückerobert u. Bayern, das unterdessen vonden Österreichern geräumt worden war, von Neuemoccupirt, nachdem der bayerische Feldmarschall vonSeckendorf 9. Mai 1743 bei Braunau geschlagen u.der größte Theil seines Heeres gefangen wordenwar. Ein zur Unterstützung der Bayern entsen-detes französisches Heer wurde 27. Juni 1743 beiDettingen am Main von einer englischenHilfsarmeegeschlagen u. über den Rhein znrückgedrängt. DieÖsterreicher besetzten das Elsaß, während die Fran-zosen unter dem Marschall von Sachsen, in den Nie-derlanden eingefallen waren, die vereinigte englisch-holländisch-österreichische Armee znrückgeworfen undmehrere der niederländischen Festungen erobert hat-ten. Unterdessen war 24. Jan. 1742 der Kurfürstvon Bayern als Karl VII. zum Deutschen Kaisererwählt worden, wogegen die österreichischen Waffenaber wieder in Vortheil gekommen waren, Bayernselbst eroberten u. den neuenKaiser aus seinen Lan-den vertrieben (März 1742). Nun aber schloß mitdiesem, sowie dem Kurfürsten von der Pfalz u. demKönige von Schweden Friedrich II. , der Schlesieninfolge der Allianz zwischen Österreich, England,Sardinien und Sachsen bedroht sah, 13. Mai 1744zu Frankfurt a.M. ein neues Bündniß. Gleichzeitighatte auch Bayern den Bündnißvertrag mit Spanienu. Frankreich erneuert. Friedrich II. drang inBöh-men ein u. besetzte 16.Sept. 1744Prag. DieÖster-reicher räumten das Elsaß, Schwaben und Bayern,zogen ihre Armeen nach Böhmen, eroberten Pragu. drängten die Preußen nach Schlesien zurück. Nachdem kurz darauf erfolgten Tode Karls VII., 20. Jan.1745, schloß dessen Nachfolger,Kursürst MaximilianJoseph, 22. April 1745 mit Österreich den Friedenvon Füßen, in welchem er die Pragmatische Sanc-tion anerkannte gegen Restitution seiner Lande, unddem Gemahl der Maria Theresia, dem GroßherzogFranz I. von Toscana, seine Stimme bei der Kai-serwahl versprach. Auch erfolgte bald darnach (13.Sept. 1745) die Wahl dieses Fürstentum DeutschenKaiser. Unterdessen waren aber die Österreicher undSachsen in Schlesien von Friedrich II. mehrmalsentscheidend geschlagen (s. Schlesische Kriege) undsahen sich deshalb zum Frieden mit Preußen genö-thigt, der.,25. Dec. 1745 in Dresden abgeschlossenwurde. Österreich erkannte in demselben die Be-stimmungen des Breslauer Friedens (s. o.) an, unddagegen Preußen u. seine Verbündeten Franzi, alsKaiser. Mit gesammter Macht konnte nun Österreichder spanisch-französischen Armee in Italien, wo in-zwischen mit wechselndem Erfolge bei Campo Santo,Cuueo und Casale gekämpft worden, entgegen tre-ten, die verlorenen Gebietstheile wurden zurückcr-obert u. französisches Gebiet vorübergehend besetzt.Spanien zog seine Truppen zurück und so standFrankreich den Österreichern u. dessen Verbündetenallein noch in Waffen gegenüber. Mit entscheiden-dem Erfolge führte der Marschall von Sachsen diefranzösische Armee in den Niederlanden, schlug 11.

PiererLUniversal-Conversations-Lexilon. 6. Aust. XII

ischcr Krieg gegen Frankreich 1805. 785

März 1745 den Herzog von Cnmberland bei Fon-tenay, den Prinzen von Lothringen 11. Oct. 1746bei Rocronx n. bemächtigte sich der Festungen Ber-gen op Zoom u. Mastricht n. besetzte Brüssel. ZurSee blieben die Engländer Sieger u. hatten mehrerefranz. Colonien genommen. Bisher waren alle Fric-densverhandlnngcn die seit längerer Zeit schon zuBreda zwischen Frankreich u. den Verbündeten ge-führtwurden, gescheitert; als aber Österreich sich auchnoch russ. Hilfe versichert hatte, zeigte sich Frankreichzum Frieden geneigt, der 18. Öct. 1748 zu Aachenzum Abschluß kam. Die Wahl Franz I. zum Deut-schen Kaiser sowie die Pragmatische Sanktion wur-den anerkannt, Österreich erhieit die Niederlande,Frankreich die Colonien zurück, Preußen behieltSchlesien u. die Grafschaft Glatz; Parma, Piaccnzau.Guastalla fielen an Spanien. s>

Österreichischer Kreis, ehemals ein Kreis desDeutschen Reiches, umfaßte das Erzherzogth. Öster-reich, dieHerzogthümer Steiermark, Kärnten, Kram,Friaul, Tirol, die Vorderösterreich. Lande (Breisgau,Schwäb.-Österreich u. Vorarlberg), Trient, Brixen,zu Zeiten auch Salzburg und einige andere Theile;1802 zus. 120,532 flskm (2189 M) und 1803:131,820 Uficm (2394 HsM) mit etwa 5 Will. Ew.

Österreichischer Krieg gegen Frankreich1805. Durch die fortgesetzten Übergriffe, die sichFrankreich nach dem Luneviller Frieden zur weite-ren Ausbreitung seiner Machtstellung in Deutsch-land, der Schweiz, Italien u. Holland erlaubt hatte,waren dieJnteressen der meisten enropäischenStaa-tcn bedroht, und außerdem hatte die Annahme derKaiserwürde durch Napoleon die alten Herrscher-häuser empfindlich verletzt. Bereits Ende 1804hattenEngland mit Schweden u. Rußland mit Österreichüber gegenseitige Hilfeleistung sür den Fall weiterenVordringens des französischen Kaisers verhandelt.Die Bewegungen der französischen Flotte und nochmehr die Ansammlung beträchtlicher Streitkräfte imLager von Boulogne zu Anfang 1805 ließen keinenZweifel über die Absicht Napoleons, an der engli-schen Küste zu landen. England war daher eifrigstbemüht, eine Coalition gegen Frankreich auf demFestlande zu Stande zu bringen, u. schloß 11. April1805 zu Petersburg mstRußland einen Allianzver-trag, dem später auch Österreich u. Schweden bei-tratcn. Als Endzweck des Bündnisses war in demVertrage die Wiederherstellung des Gleichgewichtsin Europa durch Znrücksührung Frankreichs auf seineursprünglichen Grenzen u. die Herstellung einer le-gitimen Regierung in Frankreich bezeichnet. Wäh-rend der Rüstungen'zum Kriege hatte Rußland Ver-handlungen mit Frankreich angeknllpft, die jedochinfolge der Einverleibung Genuas mit Frankreichabgebrochen wurden. Ende August 1805 waren dieösterreichischen Heereskörper versammelt: ErzherzogKarl stand mit etwa 100,000 Mann in Oberitalien,Erzherzog Johann mit 50,000 Mann in Tirol undErzherzog Ferdinand, dem der Feldmarschalllientc-nant Mack beigegeben war, mit 80,000 Mann amInn. Letztere Armee sollte gegen den Lech vormar-schiren u. dort die unter Kutusow im Anmärsche be-griffenen Russen erwarten; ein vereinigtes englisch-schwedisch-russisches Corps endlich sollte die Franzo-sen aus Hannover vertreiben. Preußen u. die süd-deutschen Kurfürsten sollten zur Betheiligung amBand. 50