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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Orange —

sumpfigen Wäldern, klettert von Baum zu Baum,nährt sich von Früchten u. Blättern. Ein ncstartigesLager auf einem Baume bildet seine Ruhestätte.Furcht vor dem Menschen kennt er nicht. In der Ge-fangenschaft zeigt er sich ernsthaft, still, sein Gesichts-ausdruck traurig. Farwick.

Orange (fr.), 1) bittere O., so v. w. Pome-ranze; 2) süße O., so v. w. Apfelsine; s. u. Litrns.

Orange, die zwischen Roth und Gelb liegendeFarbe des Spectrums.

Orange, Stadt u. Hauptort in dem 7 Cantoneund 48 Gemeinden mit 72,160 Einw. umfassenden,gleichnam. Arr. des franz. Dep. Vaucluse, am Meyne,Station der Paris-Lyon-Mittelmeer-Bahn; Kathe-drale, reformirte Kirche, Communal-College, öffent-liche Bibliothek von 6060 Bänden, Gesellschaften fürWissenschaften und Künste u. für Ackerbau, Waisen-haus, Seidenmühlen, Seidenspinnereien, Fabrika-tion von wollenen Stoffen, Mosaiken, 6l u. Essen-zen, Färbereien, Gerbereien, Sägewerke, Wein-, Öl-u. Krappbau, lebhafter Handel mit Früchten, Trüf-feln, Sämereien, Krapp,Wein, Spirituosen,Honig rc.;1872: 6608 Ew. (Gern. 10,064). O. hieß im Alter-thum Arausio n. war eine Stadt der Cavarer im Nar-bonensischen Gallien, in deren Nähe 6. Oct. 105 v.Ehr. die Römer unter Cäpio u. Maelius durch dieCimbern u. Teutonen eine Niederlage erlitten. Spä-ter legte hier Julius Cäsar eine römische Colonic (Oo-lonia Lsonnäunorum) an u. O. ward eine der wohl-habendsten Städte der Provinz. Hier wurde 529 u.Chr. eine Synode in den Semipelagianischen Strei-tigkeiten gegen die Ansichten des Faustus von Riezgehalten. Im Mittelalter gehörte O. längere Zeitzum australischen Reiche, war dann seit dem 11.Jahhrh. die Hauptstadt eines gleichnam. Fürsten-thums. Die Stadt wurde 11Z0 ummauert; 1365stiftete hier Karl V. von Frankreich eine Universität,welche in der Revolution aufgehoben wurde. In denfranzösischen Bürgerkriegen litt essehr; 1562 schaff-ten die Katholischen das Archiv der oranischen Prin-zen weg; 1622 wurde es vom Prinzen Moritz vonOranien befestigt, 1660 die Werke von Ludwig XIV.demolirt und 1682 die Stadtmauern niedergerissen.Noch sind viele römische Alterthümer vorhanden, sorin noch gut erhaltenes Amphitheater, ein Circus,eine Wasserleitung, ein Triumphbogen, Bäder,Restealter Mauern, Statuen, Münzen rc. H- Berns.

Orange, 1) Counties im nordamerikan. Unions-gebiet, darunter: a) in New Jork, 41° n. Br., 74°w. L.; 80,902 Ew.; Hauptort: Goshen; b) in NordCarolina, 36° nördl. Br., 79° w. L.; 17,508 Ew.;Hanptort: Hillsboro; o) in Vermont, 44" n. Br.,72°w. L.; 23,090 Ew.; Hauptort: Chelsea; ä) inVirginia, 38"n.Br., 78°w.L.; 10,396 Ew.; Haupt-ort: Orange Courlhouse. 2 ) Stadt im Essex County,New Jersey, Eisenbahnstation; Pferdebahn, bedeu-tende Hutfabrikation; mit den Vorstädten 20,000 Ew.

Orangeade, s. u. Oibrns.

Orangeblülheu, s. u. Oitrns.

Orangcfluß, s. Orange River.

Orange Fluß-Freistaat,'s. u. Oranje Rivier-

Repnblik.

Orangelogen, s. Orangemen.

Orangeinen (engl., Oranienmänner), eine ge-heime politische Gesellschaft des brit. Reiches, die sichin ihren eigenen Acten ofsiciell Mrs lozml Orange!

Orangemcn.

^ Institution nennt. Sie besieht ausschließlich ans! Protestanten n. ihr angeblicher Zweck ist, den regie-renden Souverän von Großbritannien, die prote-stantische Religion, die Gesetze des Landes u. die le-gislative Union zwischen Großbritannien n. Irlandzu unterstützen und zu vertheidigen, sowie die Nach-folge der jetzigen königl. Familie, so lange sie pro-testantisch bleibt. Die O. versammeln sich auch zuEhren König Wilhelms III., ehemaligen Prinzenvon Oranien, von dessen Hausfarbe sie ihren Namenangenommen haben. Als, durch die NAmerikanischeund Französische Revolution erregt, das irische Volksich zu Associationen erhob, von welchen die IVisttsboz-8 u. die der vereinigten Irländer die wichtigstenwaren, bildeten alsbald die Protestanten 1795 zumGegengewicht Orangelogen, deren Zweck der be-reits oben angegebene war. Diese Logen, obgleichrein politischer Natur, hatten in den äußerenFormenÄhnlichkeit mit der Freimaurerei, die Mitglieder hat-ten geheime Erkennungszeichen, u. wer dem Bundsein Jahr lang angehörte, hatte Anspruch, zum Gradeder Purpurmänner zu gelangen. Die erste Orange-loge entstand 21. Sept. 1795 in Longhall. Anfangsgehörten die Mitglieder nur niederen Ständen an,bald aber traten selbst königliche Prinzen, wie 1798die Herzoge von Clarence, Cumberland u. Jork, indiese Loge ein, und 1798 wurde eine Großloge inDublin errichtet, worin der Herzog von Cumberland,Ernst August, nachheriger König von Hannover,Großmeister wurde, hielt Umzüge mit orangenenFahnen u. Bändern n. feierte alljährlich die Schlachtam Boyneflnß, in welcher 1. Juli 1690 WilhelmIII.den Statthalter Jakobs II. schlug. Als die Jnsur-girung Irlands durch die Franzosen 1798 mißlang,wobei viele O. von den Iren ermordet wurden, wa-ren sie es hauptsächlich, welche im Stillen die vonPitt betriebene Union des irischen mit dem britischenParlament durchsetzten u. dadurch noch eine größereAusbreitung der Logen veranlaßten. 1808 dehntendie Orangelogen ihre Wirksamkeit auch auf Englandaus, u. es wurde dort eine Großloge in Manchestererrichtet, welche 1821 nach London verlegt ward.O'Connellgab durch Wiedererrichtungdes schonmehr-malS unterbrochenen kathol. Vereins den Orange-logen ein bedeutendes Gegengewicht. Auch die bri-tische Regierung begann den Orangelogen abgeneigtzu werden; der Herzog von Jork trat schon 1821 aus,u. den Militärs wurde mehrmals untersagt, bei denLogen zu bleiben. Aber infolge der Emancipationder Katholiken 1829 und der Reformbill von 1831,wodurch die katholischen Irländer wieder Muth ge-wannen, lebten auch die O. wieder auf u. breiteten,sich auch in fremden Welttheilcn mehr aus, u. es gabin Schottland u. England, in Canada und Vandie-mensland Oraugelogen; in Irland allein rechneteman 100,000, zusammen aber 300,000 Mitglieder.Da sie aber einen völlig revolutionären Charakterannahmen und sich 1835 offen bei den Wahlen alsGegner der Whigs zeigten, trat das MinisteriumMelbourne offen gegen sie auf. Da sie von ihrenGegnern geradezu beschuldigt wurden, nach des Kö-nigs Tode eine Veränderung der Thronfolge zu be-absichtigen, u. das Parlament, namentlich das Unter-haus, den König um Maßregeln gegen die Logenanging, lösten sie sich nach u. nach auf, nachdem ihnender Herzog von Cumberland ans Audringen des Mi-

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