Orangenbaum -
nisteriums durch seinen Auskitt vorangegangen war.Mit den Logen ist jedoch die Partei noch nicht ver-schwunden, sondern hat sich auch später bei der Re-pealangelegenheit wieder gegen dieselbe thätig gezeigt,welcher sie energisch entgegentrat u. dadurch oft blu-tige Austritte hervorrief, wie 12. Juli 1849 bei Dol-lys Brae u. 1874 in Belfast; auch bei Parlaments-Wahlen war sie nicht ohne Einfluß, u. das aufrühre-rische u. übermüthige Auftreten der irischen Katho-liken in neuerer Zeit hat ebenfalls wieder ein festeresZusammenhalten der dortigen protestantischen Parteiveranlaßt, und den früheren gleiche Logen scheinenwieder in Thätigkeit getreten zu sein. Bartling.
Orangenbaum, s. 6itrus.
Orangengewächse, so v. w. Xurantiaesas.
Orangerie, eigentlich die in kälteren Ländern inden O-Hänsern (s. u. Gewächshaus) zu überwin-ternden Orangen-,Apfelsinen-, Citronen-, Limonen-und ähnliche Bäume, welche in Kübeln cultivirt imSommer ins Freie gebracht werden; dann überhauptdie in den O-Häusern zu überwinternden größerenPflanzen. Man findet die Bäume der O-n gewöhn-lich mit regelmäßiger, runder Krone, theilweise insehr starken, oft mehrere hundert Jahre alten Exem-plaren vorzugsweise in fürstlichen u. herrschaftlichenGärten, wo sie früher als eine unerläßliche Zierdebetrachtet wurden. Die Stämme pflegen ans Italienbezogen zu werden, weil ihre Anzucht iu den nörd-licheren Ländern allzu lange Zeit erfordert. Die Be-Handlung der O. muß eine sorgfältige sein; sie ver-langt eine kräftige mittelschwere Erde u. ihrer Größeangemessene Kübel, vorsichtige, bes. im Winter nichtzu starke Bewässerung und zeitweise Düngung durchAuflegen von altem Mist, Malzkeimen u. dgl. aufdie Oberfläche der Erde od. Erneuerung der oberenErde bis an die Wurzeln; zur Erleichterung des alle4—6 Jahre nöthig werdenden Verpflanzens solcherschweren Bäume wendet man neuerdings auch aus-einander zu nehmende O.-Kübel au. Bei frost-freiem Wetter müsseu die Fenster des O-Hauses mög-lichst gelüftet werden, um ein Faulen u. zu frühesAustreiben der O. zu verhüten; die Kronen dersel-ben werden nur dann, u. zwar am besten im Früh-jahr, beschnitten, wenn sie durch starkes Treiben nichtregelmäßig bleiben od. irgendwo Lücken bekommensollten. Wolde.
Orangeschalenöl, so v. w. Neroliöl.
Orangisten, Anhänger des Prinzen von Ora-lsten als Erbstatthalter von Holland, s. u. Nieder-lande (Gesch.); zur Zeit des Königreichs der Nieder-lande die Partei in Belgien, welche für das HausOranieu eintrat, den belgischen Patrioten entgegen-gesetzt; in Großbritannien so v. w. Orangemen.
Orang-Utan, Affe, s. Orang.
Oranten (Geneal.). Das Hans O. von demStädtchen Orange (s. d.) in Südfrankreich genannt,findet sich schon im lO.Jahrh. im Besitze dieser Herr-schaft, die seit dem 11. Jahrhundert zu einer Graf-schaft erhoben wurde. Der erste Mannsstamm die-ser Grafen von O. starb mit Graf Rambold IV.1174 ans u. ging derBesitz, allerdings durch Theil-nngen schon vielfach geschmälert, an die Erbtochter,Rambolds Schwester, Tiburgis, über u. durch diesean deren Gemahl Bertrand de Baux, welchernun Gründer der zweiten Linie O. wurde; dieselbestarb aber schon mit Raimund IV. 20.Febr. 1393
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im Mannesstamme aus u. ging die Grafschaft nunan Maria die Erbtochter über, welcheJ oh ann III.,Grafen Chalon, Prinzen vonO.heirathete. Diese vonihm gegründete dritte Linie der O. erlosch mit Phili-bert von Chalon. Dieser, Fürst von O., Vicomtevon Besanxon, Herr von Arlay, fiel 1530 bei der Be-lagerung von Florenz unvermählt u. hinterließ dasFürstenthumO. dem Grafen Renatus von Nassau,dem Sohn seiner Schwester Claudia, welche seit 1515mit Heinrich von Nassau vermählt war. Renatus,der Stifter der vierten Linie des Hauses O., wurdedurch die Friedensschlüsse zu Madrid, Cambrai,Nizza, Crcspy und Cambresis 1526, 1529, 1538,1544 u. 1558 zwar in seinen Besitzungen bestätigt,doch erst 1580 kam das Hans Nassau in ruhigenBesitz des Fürstenthums, während ihm die Sonve-ränetäl über dasselbe erst 1697 im Nyswijker Frie-den bestätigt wurde, nachdem das Fllrstenthum seit1672 infolge des Krieges zwischen den Niederlanden».Frankreich von letzteren besetzt gewesen war. AufRenatus folgten im Fürstenthum sein Bruderssohn,Wilhelm I. von Nassau, von der Ottonischen Linie,die Prinzen Moritz, Friedrich Heinrich, Wil-helm II. ».Wilhelm III., die zugleich Statthaltervon Holland, Utrecht, Seeland und Generalcapitänsder Niederlande waren, s. Nassau (Gesch.) und Nie-derlande (Gesch.). Nach des letzteren, seit 1688 Kö-nigs von England, Tode 1702 sollte laut Testamentdesselben sein Vetter Johann Wilhelm Frisoihm im Fürstenthum O. folgen, doch erhob aufGrund testamentarischerVerfügungen Friedrich Hein-richs der auch um einen Grad näher verwandte Kö-nig Friedrich I. von Preußen (als Enkel des letzterenvon mütterlicher Seite) nähere Ansprüche, währendLudwig XIV. seinerseits das Fürstenthum O. alsein an Frankreich heimgefallenes Lehen u. den Prin-zen von Conti, als Seitenverwandten der Grafenvon Chalons, berechtigt erklärte. Der darüber ent-standene OranischeErbfolgestreitendete damit,daß Preußen, nachdem es schon 1702 einen Theildes Fürstenthums besetzt hatte, im Utrechter Frieden1713 dasselbe gegen anderweite Vergünstigungen anFrankreich abtrat und die anderen Erbinteressentenzu befriedigen versprach. Der Fürst von Nassau-Diez aber erhielt für sich u. seine ältesten Nachkom-men, den Titel Prinz vonO., welcher dann auf denKönig der Niederlande überging und nach demStaatsgrundgesetze von dem ältesten Thronerbengeführt wird.
Oranienbanm, Stadt im russ. Gonv. St. Pe-tersburg, KreisPetcrhof, südl. von Kronstadt (Über-fahrtsort dahin), am Finnischen Meerbusen; westl.von St. Petersburg, Lieblingsaufenthalt von Pe-ter Hindurch Bahn mit St. Petersburg verbunden,mit Seehospital, einer deutschen Colonie, prächtigemkaiserl. Lustschloß (mit dem japanesischen Saale rc.);4000 Ew.
Oranienburg, I ) Stadt im Kreise Niedcr-Bar-nim des preuß. Regbez. Potsdam, an der Havel,Station derBerlincrNordbahn; Tchnllehrcrseminar(im alten Schlosse), Waisenhaus, große chemischcFa-brik, Dampfmahl- u. Dampfsägemllhle, Schifffahrt,Garnison (Artillerie); 1875: 4398 Ew. Hier ward1858 die Statue der Gemahlin des Großen Kurfür-sten, Prinzessin Luise von Oranieu, errichtet, welche1665 das dortige Waisenhaus stiftete u. Las Dorf,