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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Oral -

oft dunkel und zweideutig, was nebenbei theils einAuskunftsmittel der Klugheit für die Fülle des ent-gegengesetzten Ansganges war, theils auch der gött-lichen Natur angemessen erschien. Der solche O. ein-gebende Gott war Apollon, und die berühmteste O-stätte in Griechenland zu Delphi, wo die Pythiaüber einer betäubende Gase aushauchenden Erdöff-nung saß, dann zu Aba, Ädepsos, Hysiä und Argvs,iu Kleinasien in Klaros bei Kolophon u. in DidymäbeiMiletos. 0) BeideuZeichen-O-nwurden dieO. aus gewissen natürlichen Erscheinungen ermittelt,so bei dem O. des Zeus in Olympia, wo die Prie-ster aus den Opferanzeigeu Antworten gaben, bes.bei dem des Zeus zu Dodona, wo aus der Beweg-ung der Blätter der heiligen Eiche u.aus dem Klangeder heiligen Becken geweissagt wurde, v) Bei denTodten-O«n wurden die Seelen Verstorbener citirtu. befragt. Sie fanden sich gewöhnlich bei Höhlenein-ängeu in schauriger Umgebung, wie das Todten-O.ei Cumä am AvernerSee. Auch der Hades selbst, dieUnterwelt, wurde zuweilen zur Befragung von See-len Verstorbener besucht. Das Geisterbeschwören(vgl.Nekromantie) war übrigens auch in späteren Zeitenim Schwange, so bes. im Mittelalter u. hat selbst iuder Gegenwart noch nicht ausgehört, wie der Spiri-tismus (s. d.) beweist. O. gab es in Griechenlandschon in der ältesten Zeit; von höchster politischer Be-deutung wurden sie seit der Einwanderung der Do-rier, deren Hauptgott Apollon war, und hielten sichlange in ihrer Wichtigkeit u. erst als siesParteizweckendienten und der Bestechung zugänglich wurden, sankihr Ansehen immer mehr, bis Kaiser Theodosios sieendlich ganz schließen ließ. Wie in Griechenland, sogab es auch in Ägypten O., bes. in Theben u. dasAmmonium (des Zeus Amun)inderLibyschenWüste;iu Italien gehörten sie der ältesten Zeit an, so dasderAlbuuea beiTibur, das der Cumanischen Sibylle,das des Faunus u. der Fortuna zu Präneste. DerTrieb, die Zukunft vorauszuseheu, suchte übrigensauch bei anderen Völkern des Alterthums und derNeuzeit iu verschiedenen Formen Befriedigung (s. u.Weissagung). Vgl. Wiskemann, Vs variis oraenlo-rum Asnsridns, Mark. 1838; Pabst, Vs äüs 6ras-eoillin katilliois, Bonn 1840; König, Über das O-wesen im Alterthum, Kref. 1871; Döhler, Die O.,Berl. 1872.

Oral (lat.),mündlich;Oralsubmission, münd-licher Nachsatz zu einem Erkeuntniß.

Orale (lat.), das Kopstuch des Papstes.

Oran (Horau, Warrau), 1) (Tlemsen) westlichesDep. der sranzös. Colouie Algier, umschlossen vondem Dep. Algier, Mittelmeer, Kaiserreich Marokkou. der Sahara; das Land ist gebirgig, von mehrerenKetten des Atlas durchzogen, zwischendeuen sich Hoch-stächen ausbrciten mit tief eingerissenen Thälern(Löwen- und Gamaragebirge, die Ebenen Meleta,Tlelat, Mekerra, Habra); die bedeutendsten Flüssesind: Tafua, Mailah, Makro u. Schelif; im Allge-meinen ist das Land wasserarm; von den Seen sindzu erwähnen der von O. u> im Innern des Landesdie flachen, sumpfartigen Salzseen Schatt el Gharbiu. Schatt el Scherkijeh; an guten Häfen ist die Küstearm; 1875: 523,848 Ew. (darunter 41,191 Fran-zosen, 48,331 andere Europäer). Das Land, bei derJnbesitznahmeunfruchtbaru.mitmörderischemKlimafür die Europäer, ist durch Trockenlegung der Sümpfe

- Oraug.

rc. zu einem äußerst fruchtbaren u. gesunden umge-schaffen worden; auch große Strecken sind der Sa-hara durch Bohrung von artesischen Brunnen abge-wonneu worden. Areal etwa 286,000 Eiu-

theilung in 5 Arr O. ist das Llaurstania Oassa-risnsis der Römer und die Provinz Mascara untertürkischerHerrschaft. 2 ) Hauptstadt desDepartemcntsO., am Ausflusse eines Flüßchens ins Meer, etwasbefestigt; Sitz des Gouverneurs; der Hafen ist durchgroße Bauten gebessert, viele Schiffe legen in Mcrsel Kebir (s. d.) an. O. liegt in fruchtbarer Gegendund hat sehr bedeutenden Handel (Bewegung etwa30 Mill. Frs.) in Getreide, Wolle, Häuten; es besitztgutes Trinkwasser; 40,254 Ew. (excl. Militär). O.ist durch eine Eisenbahn mit Algier verbunden. Eshieß im Alterthum wahrscheinlich Vorbus Lla§nus,gehörte zur Römerzeit zur Naurstania vassarisn-sis u. unter arabischer Herrschaft, wo es eine ansehn-liche Stadt war, zu Tlemsen; 1509 eroberten es dieSpanier unter Cardinal Jimenes, verloren es 1708wieder au Algier, nahmen es aber 30. Juni 1732abermals; sie traten es 1791 wieder au den Dey vonAlgier ab, nachdem ein Erdbeben Stadt u. Befestig-ung heftig erschüttert hatte. 1830 besetzten es dieFranzosen bei der Occupation Algeriens, legten neueBlockhäuser u. Redouten an u. machten es zum Mit-telpunkte ihrer Operationen gegen Abdel Kader und1844 gegen Marokko. 3 ) Stadt am Rio Vermejoin der Provinz Salta von Argentinien (SAmerika)gelegen, in sehr fruchtbarer waldreicher Gegend (na-mentlich gedeihen Südfrüchte u. Nutzhölzer); 1871durch ein großes Erdbeben zerstört. Dronk.

Oran oder Orang, malaiisch so v. w. Mensch.Danach der Name mehrerer Völker auf der hinter-indischen Halbinsel Malakka, mit Beinamen, durchdie die einzelnen Stämme sich unterscheiden, so Oran-Utan am oberen Lauf des Flusses Pahang, O.-Lenna,O.-Liar-Tekam u. A. Die ethnographische Stellungdieser Stämme ist noch nicht mit Sicherheit sestgestellt.

Orang (aus dem Malaiischen, so v. w. Vernunft-wesen),vibllsou8 Gatt, der Affenfamilie der

Schmalnasen; Schädel brachycephal, hochgewölbt;letzter Backenzahn im Unterkiefer mit nur 4 Höckern;Kopf mittelgroß; Nase breit; Vordergliedmasseu lang,Hiuterdaumen kurz, bisweilen ohne Nagel; Gesäß-schwielen, Schwanz u. Backentaschen fehlen. Nur eineArt: v.satzwus k?eoFr., O.-Ut a u (d.h.Waldmensch),Barris, 1,2 na lang, braun, Kops kurz, Schnauzevorstehend, Augen u. Ohren klein, Nase flach, Bor-dergliedmaßen reichen bis zu den Füßen, Männchenmit Bart u. Backenschwielen. Verschiedenheiten inder Färbung, iu dem Geschlechte u. des Alters warenfrüher Veranlassung zur Aufstellung besonderer Ar-ten Borneo und Sumatra. Der O.-Umn gehörtzu den anthropomorphen Affen, L. h. Menschenaffen.In der Jugend zeigt der Schädel eine hochgradigeAehnlichkeit mit dem eines Kindes, die aber mit zu-nehmendem Alter vollständig schwindet. Augen undOhren sind denen des Menschen ähnlich gebildet.Die Behaarung ist mir an den Seiten des Leibesreichlich, sonst spärlich. Im Gesicht tritt Bartbild-ung auf; die Haare des Unterarms, der Oberlippen,des Kinns u. des Schädels sind auswärts gerichtet,das übrige Haar hängt herab. Die besten Beobacht-ungen über den Orang-Utan rühren von dem Eng-länder Wallace her. Nach ihm lebt er in niedrigen