726 Opuntia -
Blüthe ist gelb , die Frucht klein, durch und durchroth, widerlich süß. 0. eoooinslliksrs, MM. (Coche-nillenfeige, Nopalpflanze), unbestachelt; 0. vor-nanäsmi TX7., in Mejico, fast ohne Stacheln, mitweißer Wolle, und 0. Irma MM. in Süd-Amerika,werden wegen der Lackschildlaus oder Cochenille, dersie zur Ernährung dienen, im Großen gebaut. 0.Viens InckioaMM. (Indianische Feige), liefert großewohlschmeckende Früchte n. eine Art Gummi. Engkr.
Opnntta , Theil des östl. Lokris, s. d.
Opus (lat.), 1) Werk, Handlung: 0. üsrenisum,Herculesarbeit, ein Werk, welches Riesenkraft er-fordert; namentlich 0. opsrakum, Handlung, beiwelcher man nicht auf ihren moralischen Gehalt, son-dern nur auf die äußere Form sieht; bes. eine reli-giöse Übung, wodurch man sich ungeachtet bloß ge-dankenloser Abwartung eine höhere Stufe in demHimmel zu verdienen glaubt, ohne der sittlichen Bes-serung zu bedürfen, wie durch Beten, Fasten, Wall-fahren rc. 2) Kunstwerk; 0. wallsi (Bunzenarbeit),eine Art des Knpserstechens, wo man mit einemspitzigen Hammer auf die Kupferplatte schlagt undLurch tiefere und flachere Punkte Schatten und Lichtdes Bildes hervorbringt. Paul Flint von Nürnberglieferte 1592 die ersten Platten dieser Art. Bes. 3)in der Baukunst die Art, die Steine in einer Mauerzu verbinden; jo 0. inosrkum, Steinverband, ausunregelmäßigen, rauhen Bruchsteinen bestehend; 0.retieuiakuin (gr.Diktyotheton, Nctzverband), Stein-verband mit diagonal laufenden Fugen; 0. tsoto-rinm, Mörtel znmMauerbewurf, bestehend aus Kalku. Sand; wenn statt des Kalkes feiner Marmor bei-gemischt war, 0. marmoratum; 0. albarium (0.album), so v. w. Stuck; Belegung oder Auslegungmit Steinen oder anderen Materialien, so 0. mu-sivum, so v. w. Mosaik (s. d.); 0. slsxanckrinnm,eine Art von künstlicher Steinbelegung der Fußbö-den (Mosaik) der Alten; man unterscheidet außerdemnoch: 0. litllosbrokon, 0. vsimioulakum, 0. besss-iatum, 0. ssekilo, 0. spieatuin, welche theils in ver-schiedenen Zeiten wechselten, theils sich in der Anord-nung u. Verzierung unterschieden; O.tsstuäinsum,mit Schildkrot ausgelegte Präsentirteller u. Platten;4) schriftstellerisches Werk. Vgl. Opsra.
Opus, Stadt in Lokris, ursprünglich HauptstadtsämmtlicherLokrer, von welcher dieOpuntiifchenL o kr er(s. unter Lokris) ihren Namen hatten; sie warGeburtsort des Patroklos, hatte eine Akropole u. inihr wurden die Mantea zu Ehren des jüngeren Ajaxgefeiert; der daranstoßende Opuntische Meer-busen, ein Theil des Euböischen Meeres, begrenztim S. durch Böotien u. im N. durch die LandspitzeKynos; ist wahrscheinlich jetzt der Talanta-Busen.
Opusoiilum (lat.), kleines schriftstellerisches Werk;Mehrzahl Opuseula, Sammlung solcher.
Opzoomer, Karl Wilhelm, niederländ. Phi-losoph, geb. 20. Sept. 1821 in Rotterdam; wurde1840 Professor der Philosophie in Utrecht und war1848 Mitglied der königl. Commission für Entwerf-ung eines neuen Gesetzes über die Universitäten, woer sich für die Vereinigung der drei Landes-Univer-sitäten erklärte. Er schr. u. a.: Vs "WeA äsr stVstsn-seiiaxsu (Handbuch der Logik), Utr. 1851 (deutschvon Schwindt, ebd. 1852); Oratio cks xliilosopliiasnatura,ebd. 1852; ÜberConservatismus ».Reform,ebd. 1852; Reden über die Ethik, Commentar znm!
— Orakel.
Holland. Civilgesetzbuche, Mehreres über öffentlichesund Privatrecht rc. O. ist seit 1861 Präsident derkönigl. Akademie der Wissenschaften. Specht.
Or, 1) früher schwed. Silbermünze, ursprüng-lich 4 Mark Silber oder 2 Loth; da aber die Markimmer kleiner wurde, so verkleinerten sich auch diese,aber immer machten 8 Ö. eine Mark. Um 1750hörte man auf, einfache silberne Ö. zu Prägen, destohäufiger aber Fünsörstücke^:27,g Pfennige. DieKnpferör (oder Rundstyck) waren im 16. Jahrh.lange, viereckige, gestempelte Knpferstücke von 4 LothKupfer, im 17. Jahrh. wurden sie rund, und wogenüber 3 Loth; seit 1660 unterschied man Ö. Silber-münze und O. Kupfermünze, H der silbernen.Im 18. Jahrh. dauerten beide Sorten fort, wurdenaber stark vermindert, bes. als man sie aus den ver-schlagenen Noththalern, also H leichter, prägte. Seit-dem rechnet man Ö. Silber zu 3G Pfg. u.O. Kupferzu 1^ Pfg. — Niksdaler Niksmynt. 2) JetztScheidemünze — Krone — 1^ Pfg. Brambach.
vra, bete, bitte; Ora st labora, bete u. arbeite.
Oracölo delko Bataglic, Maler, so v. w. An-gela Falcone.
Orakel, speciell im Alterthum Anstalten bei ein-zelnen religiösen Cultnsstätten von Heroen od. Göt-tern, wo auf Fragen wegen bestimmter wichtigerFälle entweder unmittelbar od. gewöhnlich mittelbarAntworten oder Aussprüche ertheilt wurden, wonachsich die Fragenden dann in ihrem Verhalten od. beiAusführung eines Vorhabens, sei es in Privatver-hältnissen u. Unternehmungen irgend welcher Art, seies in politischer Beziehung, richteten. Die O. übtendadurch (u. speciell auch als Sittenwächter) begreif-licherweise einen ungeheuren Einfluß aus, der, wennauch größtentheils in Zufälligkeiten bestehend, da-durch aber, daß man nach Befragung des O-s mitZuversicht, Entschlossenheit u. Rücksichtslosigkeit han-delte, in der Regel Erfolg- u. Segenbringend war.Auch ein solcher göttlicher Ausspruch selbst heißt O.u. die O. gehörten zu der natürlichen od. kunstlosenDivination. Eigenthümlich allen O-stätten war, daßdie Vermittelung zwischen den fragenden Menschenu. den antwortenden Gottheiten durch eine bestimmtean der Cultusstätte ansässige, meist erbliche Priester-schast geschah. Die O. theilt man nach der Art, wiedie Antworten gegeben wurden, in Traum-, Spruch-,Zeichen- u. Todten-O. L.) Die Traum-O. warenmit der Verehrung von Heroen verbunden, so desAmphiaraos zu Oropos, des Amphilochos u. Mop-sos zu Mallos in Kilikien, des Asklepios in Epidau-ros n. a.; bei letzterem wurden namentlich O. wegenKrankheitsheilnngen ertheilt, die Schatten der He-roen, durch Todtenopser eingeladen, erschienen denin den Tempeln Schlafenden im Traume u. gabenihre Aussprüche, s.Jncubation 1). L) Die Spruch-O. wurden an den heiligen Stätten von Personen,entweder Männern od. Weibern, welche durch phy-sische Einflüsse (üarootioa,s.d. 2), durch Fasten, s.d.,od. durch betäubende, aus der Erde aufsteigende Gasein einen ekstatischen Zustand versetzt waren, gespro-chen u. diese dann von den Priestern zu Antwortenauf die vorgelegten Fragen, bei den Griechen bes. inmetrischer Form, zusammengestellt, resp. übersetzt, dadie Worte in dem betäubten Zustande zusammenhang-los». sinnlos hervorgestoßen wurden; deshalb warenauch die von den Priestern verfaßten Aussprüche sehr