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Oggersheim
Gott, auf einem Throne von Muscheln sitzend, miteinem Bootshaken in der Hand (dem DreizackeNeptuns entlehnt) u. gar mit einer Krone von Ko-rallen, die den alten Germanen unbekannt waren.Aus der Ran machen die neueren Dichter ein wildes,häßliches Riesenweib. °-
Oggersheim, Städtchen im Bez.-Amt Speyerdes bayer. Regbez. Pfalz (Rheinpsalz), Station derPfälzischen Ludwigsbahn; zwei Kirchen (darunter dieschöne Lorettokirche), Minoritenkloster (seit 1845);große Baumwollenspinnerei und -Weberei, Baum-wollensammet-, Cigarren-, Malz- u. Hefefabrikation,Seilerei,Bierbrauerei,Eisen-u.Gelbgicßerei; 1875:3472 Ew. — O., das noch ummauert ist, wurde1625 von den Spaniern belagert, aber von dem beider Flucht der Einwohner allein zurückgebliebenenKuhhirten, Hans Marsch, gerettet, indem er einevortheilhafte Kapitulation mit dem Feinde schloß,welcher die Stadt besetzt glaubte. In O. dichteteSchiller unter dem NamenSchmidt 1782 an seinemTrauerspielFiesco;andemvonihmbewohnten Hausein der Schillerstraße befindet sich eine Gedenktafel.
Oggione, Marco d'O. (auchUggione,Uglone),Historienmaler, geb. um 1470 zu Mailand, gest. 1530daselbst; war ein tüchtiger Schüler Leonardos daVinci; von ihm sind zwei Copien des AbendmahlsLeonardos da Vinci vorhanden; eine in Öl für dasRefektorium der Karthause von Pavia, jetzt im Be-sitz der Akademie in London; die andere al lprsoooim Nefectorium des Klosters von Castelazzo beiMailand. In der Brera zu Mailand von ihm meh-rere Fresken, bedeutender seine Ölbilder, namentlichdie drei Erzengel daselbst, eine Madonna in tronoin Sta.Enfemia daselbst, ein heil. Johannes in derSakristei von Sta. Maria delle Grazie ebenda, eineMadonna mit Heiligen im Berliner Museum undeine Heil. Familie im Louvre. R-gn-t.
Ogier der Däne (d. h. von den Ardennen),EnkelDoolins von Mainz, sagenhafterPaladin Karlsd. Gr. Die Geste von ihm ist in 3 französischen Be-arbeitungen, ans dem 12. (Ausg.von Barrois, Par.1842), 13. n. 14. Jahrh. erhalten. In der 2. Hälftedes 13. Jahrh. wurde sie aus dem Französischenins Niederländische übersetzt, wovon uns nur Frag-mente (Ausg. von Willems im belgischen Museum1838) geblieben sind. Dagegen hat sich die ans dem15. Jahrh. stammende hochdeutsche Übertragung derniederländischen Geste vollständig erhalten.
Oginski, altes litauisches Fürstengeschlecht, dessenStreitigkeiten mit dem Hause Sapieha dem KönigKarl Xll. von Schweden große Vortheile verschaff-ten, aber 1702 beigelegt wurden. Merkwürdig sind:1) Michael Kasimir, Großhetman, geb. 1731in Warschau; lebte früher auf seinem Schlosse zuSlonim, wo er, selbst Zeichner, Maler und Meisteraus mehreren Instrumenten, stets einen Kreis vonKünstlern und Gelehrten um sich versammelt hielt.1771 stellte er sich an die Spitze einer Konföderationgegen die Russen, mußte fliehen u. verlor, obgleicher 1776 zurückkehrte, zwei Drittheile seines Vermö-gens. Auf seine Kosten legte er den 12 Stundenlangen, 1803beendigtenOginskischen Kanal an,welcher die Schars mit der Jassiolda, einem Neben-flüsse des Pripet, also den Niemen mit dem Dnjepru. so die Ostsee mit dem Schwarzen Meere verbin-det. Er starb 1799 in Slonim und ist Erfinder des
— Ogygcs.
Harfenpedals. 3) Michael Kleophas, Neffe desVor., geb. 25. Sept. 1765; war 1784Abgeordneterbeim Reichstage, wurde dann außerordentlicher Ge-sandter in Holland und 1793 Großschatzmeister; erbefehligte in der Erhebung vonPolen unter Kosciuszko1794ein vonihmselbstausgerüstetesJägerregimentund versuchte nach dem unglücklichen Ausgange der-selben die Höfe von Paris u. Constantinopel für diepolnische Sache zu gewinnen; als dieses sehlschlug,lebte er mit Erlaubnis; des Kaisers Alexander biszum Tilsiter Frieden auf seinem Gute Zalesie beiWilna, ging darauf mit seiner Familie nach Frank-reich u. Italien und trat 1810—15 als Senator inrussische Dienste, lebte jedoch seit 1815 wieder inItalien, wo er 1831 starb. Er schr.: Llöm. snr Inkotsgns ob Iso kolonaia äspuis1788—1815, Par.1826, 2 Bde., deutsch von Pipitz n. Fink, Bellevue1845. Er comp, mehrere Polonaisen n. soll auch disbekannte Todtenpolonaise componirt haben, darübermelancholisch geworden sein u. sich erschossen haben.
Ögir (nord. Myth.), so v. w. Öger.
Ögisdrekka, s. Öger.
Ogives (franz.), die erhabenen Rippen unterSpitzbogengewölben. Daher Ogival, mit gewölb-ten Seitenflächen. Sie sind dieTrägerderGewölbe-kappen und treffen im Gewölbescheitel im Schluß-steine zusammen.
Ogie, Connty im nordamerikan. UnionsstaatIllinois, 42°n. Br., 89"w. L.; 27,492 Ew.; Hanpt-ort: Oregon.
Oglethorpc, County im Nordamerika». Unions-staat Georgia, 33° n. Br., 84" w. L.; 11,782 Ew.;Haupton: Lexington.
Oglio (Ollius), 187 Icm langer u. ans 125 lrmschiffbarer linker Nebenfluß des Po in der Lombar-dei; entspringt am Monte Gavia, südöstl. von Bor-mio,bildet denSeeJseo, nimmtdenkherio, Strone,die Mella, Chiese, Delmona u. andere auf u. mün-det oberhalb Borgoforte.
Ogolvai (Ogoweh), bedeutender Fluß des äqua-torialen WAfrikas, welcher aus noch unbekanntenQuellen im Innern kommt, die westlichen, hohenRandgebirge des Plateaus durchbricht, nach Auf-nahme des Okanda rechts n. des Onango links, u.in weitem Delta in den Atlantischen Ocean mündet;der Hauptarm ergießt sich in die Nazarethbai, südl.des Gabun, vor seinem Delta liegt Cap Lopez. Anseinen Ufern finden sich kleine französische Nieder-lassungen. Die Länder seines Gebietes sind nochfast gar nicht erforscht; du Chailln hat die Wälder,die Heimath des Gorilla, besucht. 1874—75 wurdesein unterer Lauf von dem Mitglied der deutschenExpedition auf der Loangoküste, O. Lenz, befahrenund hier als ein aus fast ununterbrochenen Strom-schnellen bestehender Fluß befunden. 1875 ging aucheine franz. Expedition nach dem O. ab. DroMc.
Ogre (franz.), ein Gespenst, welches in Feenmär-chen häufig vorkommt; so v. w. Wärwolf.
Ognlin, Marktflecken u. Hauptort des Ognlin-Szlniner Grenzdistricts im österreich. Kronlande u.Königreiche Kroatien-Slawonien, an der Dobra, diesich hier in eine Höhle stürzt. Station der Ungar.Staatsbahnp Schloß (im Anfänge des 16. Jahrh.vom Grasen Frangepani erbaut); 1869: 2458 Ew.! Ogygcs (Ogygos), Sohn des Poseidon od. des