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0I)8tklA-ium -
Beerenobstes bekommen, roh genossen, durchgängig'älteren Personen weniger gut als jüngeren; gekochtn. getrocknet (s. Dörrobst) werden sie leichter ver-daulich. Die ölhaltigen Nüsse und Mandeln dürfennur in geringerer Menge genossen werden, störensonst leicht die Verdauung; die mchlhaltigen süßenKastanien sind geröstet u. gekocht sehr nährend. InZucker od. Essig mit verschiedenen Gewürzen einge-macht ist vieles O. gleichfalls sehr erfrischend, wohl-schmeckend u. für Kranke erquickend. Aus dem meistenO. läßt sich Wein, Cider (s. d.), bereiten; unreifeu. sehr geringe u. selbst faulige Früchte, so wie dieO.-Abfälle, geben noch einen gutenO.-Essig; auchläßt sich daraus O. - Branntwein und ans denKernen O.-Kernöl gewinnen. Durch Auspressenu. Einkochen vieler O°sorten erhält man O.-Saftu. O.-Mus; auch dient es zur Bereitung vonO.-Zncker u. als Viehfutter. Der Handel mit O. hatin den letzten Jahrzehnten sehr zugenommen, sowolmit dem frischen als dem getrockneten; Frankreich,Italien u. Tirol liefern die feinsten Sorten u. schön-sten Früchte; in Deutschland sind es vorzugsweisedie wärmeren Gegenden des Oberrheins, des Mainsn. Thüringens, welche viel u. gutes O. erzeugen u.von wo aus es in bedeutenden Mengen versandtwird, des. auch nach England, woselbst wegen deskühlen, lieblichen Klimas der Bedarf an gutem O.lange nicht erzielt werden kann. Die O.-Kenntnißbietet wegen der großen Menge, der Veränderlich-keit und der oft geringen Unterschiede der Formengroße Schwierigkeiten; außer den zahlreichen Fach-schriften, den pomologischen Vereinen und Ausstell-ungen tragen auch die künstlichen Nachbildungen derFrüchte (O.-Kabinette) viel zur Förderung der O.°Kennlniß u. richtigen Benennungdes O-es bei, so na-mentlich das seit 1856 jährlich in 2 Lieserungen vonje 6 Früchten in Gotha erscheinende O.-Kabinet vonArnoldi, Nlit Beschreibung vom Comite des Thüring.Gartenbauvereins. Vgl. Langethal, Deutsches Obst-kabinet in naturgetreuen Abbildungen, Jena 1846bis 1863; Lucas, Abbildungen Württemberg. Obst-sorten, Stuttg. 1856—62; ders., Auswahl werth-voller Obstsorten, 4 Bde., Ravensb. 1871 u. 1872;ders., Die Obstbenutzung, Stuttg. 1856. Wolde.
vbstagium (lat.), so v. w. Einlager.
Obstet (lat.), es steht entgegen. O. halten, Jemandhinderlich sein.
Obstbiuune, Bäume,welche eßbare Früchte(Obst)tragen; sie werden in Len Obstb anmschulen her-angezogen u. später indieObstgärten od. Baum-höse verpflanzt; ihre Vermehrung, Veredlung undPflege ist Gegenstand der Obstbaumzncht. DieVermehrung der meisten O. geschieht aus Samen,doch erzieht man manche Sorten, namentlich desBeerenobstes, auch aus Ablegern, Stecklingen undWurzelausläufern. Da aber die Samen der meisten,nach und nach durch sorgfältige Cultur aus den ge-wöhnlichen wild wachsenden Sorten entstandenenedlen O. gewöhnlich Bäume mit schlechteren, denwilden ähnlichen Früchten zu erzeugen pflegen, sokann man mit Sicherheit diese guten Sorten oftnur durch Veredeln fortpflanzen.' Die ans Samengezogenen Stämme heißen Kernwildlinge oderKernlinge n. werden, so wie auch die Stecklinge,Ableger und Ausläufer in der Baumschule an-gezogen; die Samen müssen, um kräftige Pflanzen
— Obstbäume.
' zu liefern, von gewöhnlichen, stark wachsenden, auchvon den wilden Sorten gesammelt und gut reis ge-worden sein. Am besten säet man sie schonimHerbsteans etwa 1 m breite Samenbeete mit fruchtbaremlockerem Boden, od. verwahrt sie auch bis zeitig imFrühjahr zwischen feuchtem Sande n. gegen Mäusegeschützt in Töpfen an nicht feuchter Stelle im Bodeneingegraben (Vorkeimen der Samen); die Aussaatgeschieht am besten nicht zu dicht in Rillen bei 2—4owhoher Bedeckung mit lockererErde; die Beete müssenöfters gelockert, gereinigt und bei trockenem Wetterbegossen werden. Die jungen Bäumchen bleiben ge-wöhnlich 2—3 Jahre auf Len Samenbeeten stehen;besser ist es, sie schon nach dem 1. od. 2. Jahre nahezusammen zu verpflanzen, wobei die Stämmcheneingckürzt und die Wurzeln gestutzt werden, um siekräftiger auszubilden; bei hinreichender Erstarkungwerden sie dann in die Baumschule, 50—60 ow voneinander entfernt, versetzt, wobei der Stamm wiederganz kurz angeschnitten u. die Wurzel etwas einge-stutzt wird. Von den sich nun erzeugenden jungenTrieben läßt man nur den kräftigsten, gerade in dieHöhe strebenden allein stehen, um daraus den Stammzu erziehen, wenn er nicht nahe dem Boden veredeltwerden soll, wie dieses beim Kernobste stets vorzn-ziehen ist. In den folgenden Jahren werden injedemWinter die Seitenzweige eingekürzt, die unterstenetwas länger, auf 4 — 5 Augen, die obersten aus LAugen; die Spitze dagegen wird nur dann etwaszurückgeschnitten, wenn der Stamm einen zu schwa-chen Wuchs zeigt, um sich ohne Pfahl halten zu kön-nen. Erst bei weiterer Kräftigung dürfen die Seiten-zweige dicht am Stamme, die untersten zuerst, all-mählich ganz weggeschnittcn werden, wodurch derStamm sich dicker u. kräftiger ausbildet, als wennvon Anfang an ihm alle Seitenzweige genommenwerden. Dasselbe Verfahren findet auch bei den naheam Boden veredelten Bäumen statt, bis Liese so hochgeworden sind, daß ans etwa 2 in Höhe die Kronegebildet werden soll, woselbst dann die Spitze desStammes abgeschnitten wird. Von den hiernach imnächsten Jahre sich bildenden Trieben werden alskünftige Kronenäste 3—5 in ziemlich gleicher Höhegleichmäßig um die Spitze des Stammes stehen ge-lassen u. aus etwa die Hälfte ihrer Länge eingekürzt,alle übrigen Zweigenunmehr ganz dicht am Stammeweggeschnitlen. Zur weiteren Bildung der Kroneist darauf zu sehen, daß sie von allen Seiten gleich-mäßig und im Inneren hohl wird, weshalb die dieMitte füllenden u. die sich kreuzenden Zweige sortge-nommen, die Spitzen der anderen aber nochmalseingekürzt werden, wenn die Krone noch nicht dichtgenug erscheinen sollte. Die aus solche Weise gezoge-nen O. heißen Hochstämme, wogegen alle die-jenigen, bei welchen die Zweige schon nahe am Bodenstehen bleiben und durch jährliches Beschneiden einebestimmte, regelmäßige Form erhalten, Nieder-stämme genannt werden; Hochstämme mit kurzem,nur etwa 1 m hohem Stamme heißen Halbstämme.
Die Veredelung der O. geschieht ans alle Weise,doch ist im Allgemeinen das Ocnliren aufs schlafendeAuge dem Pfropfen u. Copuliren vorznziehen; Pfir-siche und Aprikosen sollten nur oculirt werden, Kir-schen wachsen schlecht durch Pfropfen in die Rinde.Bei Äpfeln und Birnen geschieht das Veredeln ambesten ganz nahe am Boden, bei hochstämmigem