Obstbäume.
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Steinobst besser in der Höhe der Krone, weil derenwilde Stämme kräftiger zu wachsen Pflegen, als dieedlen. Wichtig ist die Wahl der Wildlinge für dasWachsthum der O.; ans kräftigen Wildlingen wer-den sie größer, ans schwachen bleiben sie kleiner, weß-halb für die Hochstämme kräftig wachsende Kernlinge,für die Niederstämmc schwachwachsende, verwandteBaumarten gewählt werden, z. B. für die Apfel-bäume Johannis- n. Paradiesstämms, für die Birn-bäume Quitten u. Weißdorn, für die Kirschen Weich-sel», für die Pflaumen Schlehen; die für unser Klimasehr zarten Pfirsiche u. Aprikosen sucht man dagegendurch Veredelung auf Pflaumen- u. Zwetschenwild-linge zu kräftigen. Bei den Niederstämmen oderZwergbänmen, auch Franzobst genannt, unter-scheidet man a) Spalier- oder Fächerbäuine,welche an Wänden, freistehendem Laltenwerk, seltenerauch frei im Garten stehend, ganz flach in die Breitegezogen werden, wenn sie nur einen Mittelstainm mitnach beiden Seiten regelmäßig ansgebreiteten Zwei-gen haben, so heißen sieHerzstämme; dazu eignensich vorzugsweisePstrsiche,Aprikosenu. Sauerkirschen,auch schwachwachsende Birnen, Äpfel u. Pflaumen. b)Pyramiden, bei weichender Stamm unten von län-geren, nach oben hin von immer kürzer werdendenZweigen möglichst regelmäßig umgeben ist; Birnensind bes. dafür geeignet, auch einzelne Äpfel-n.Pflan-mensorten. o) KessclbLume, mit kesselförmig ver-tiefter Krone auf mehr od. weniger hohem Stamme,bes. für Äpfel, weniger für Pflaumen, Aprikosen u.Sauerkirschen passend; wenn die Krone ans einemganz kurzen Slamine gebildet n. später oben durchZusammenziehen der Zweige geschlossen wird, so ent-stehen Kugelbäume. ä) Festons od. Gnirlan-Len sind nicht stark wachsende Äpfel- od. Birnbäume,welche nahe bei einander in Reihen gepflanzt, an-fangs an niedrig über dem Boden gespannten Eisen-drähten flach ausgebreitet und befestigt, später aber,wenn sie sich gegenseitig erreichen, durch Ablactirenfest unter einander verbunden werden, so daß sichdaraus mehr od. weniger hohe Hecken und zierlicheEinfassungen bilden lassen. Unter Obstorangerieversteht man künstlich ganz klein gehaltene O. ingroßen Blumentöpfen od. kleinen Holzkübeln. AlleZwerg.-O. Pflegen die Früchte, weil sie dem Bodennäher u. den kalten Winden weniger ausgesetzt sind,als bei Hochstämmen, vollkommener auszubilden,reifer und wohlschineckender zu machen; auch dienensie zur Zierde kleinerer Gemüse- ».Blumengärten,weil sie keinen großen Raum iu Anspruch nehmen n.das Gedeihen anderer Pflanzen nicht besonders be-einträchtigen; dagegen liefern sie im Allgemeineneine nicht so große Menge Obst, wie die Hochstämme,u. erfordern sorgfältigere Behandlung. Es Pflegendaher nur feinere, zartere und werthvolle Sortendazu benutzt zu werden. Beim Verpflanzen derO. und ähnlich bei anderen Baumpflanzungen indie Gärten, Baumhöfe, an Wege, auf die Felderoder an Berghänge ist bes. darauf zu sehen, daßsie guten,kräftigen, für die Baumart geeigneten, tief-gründigen, aber nicht stark mit frischem Miste gedüng-ten Boden bekommen, welcher einige Zeit zuvor aufden Pflanzstellen 1—2 m weit u. 1 — 1 ,^ m tief ge-lockert werden muß; die Lage muß frei, aber gegenkalte n. heftige Winde geschützt, nicht zu naß od. zutrocken u. öfteren Überschwemmungen nicht ansge-
setzt sein. Die Entfernung der Bäume von einandersoll so groß sein, daß. sie nach völliger Ausbildung sichkaum berühren, also je nach dem Umfange der Krone4—10 m; nach dem Pflanzen werden sie an Baum-Pfähle angebunden und nöthigenfalls durch Dornenod. Einfriedigungen gesichert (vgl. Banmsatz). Inden nächsten Jahren muß durch entsprechendes Be-chneiden die gleichmäßige Ausbildung der Krone be-wirkt werden (s. o.). Bei älteren O. sind nur dastrockene Holz, die zu dicht stehenden u. sich reibendenZweige sauber mit einer Baumsäge abznnehmen,die Wunden mit einem scharfen Messer glatt zu schnei-den u. größere mit Baumkitt zu verschmieren; auchmüssen alle schadhaften Stellen des Stammes n. derÄste gereinigt, bis auf die gesunden Theile der Rindeu. des Holzes ausgeschnitten u. dann mit Baumkittverschmiert, auch der Stamm von Moos, Flechtenu. abgestorbenerRinde gereinigt werden. Anstreichendes Stammes mit Kalkwasser befördert die Gesund-heit u. Fruchtbarkeit, ebenso Begießen bei trockenemWetter ».Düngen in nnsrnchtbarem Boden. ÜberdieKrankheiten derO.s. Banmkrankheiten. Beim Krebsu. Brand geschieht die Heilung wie bei den Wundenüberhaupt. Bei allen Erschöpfungskrankhciten istrechtzeitiges Begießen n. Düngen der Bäume undEiukürzen der Kronen heilsam; vorsichtiges Allfritzender Rinde des Stammes von oben bis unten (Ader-laß) befördertdieHeilnng vieler Krankheiten od.beugtihnen vor; alle Beschädigungen u. starken Verwund-ungen des Stammes n. der Äste sind sorgfältig zuvermeiden, beim Erntendes Obstes auch dasAbbrechender kleinen zackigen Frnchtspicßc, anwelchensich vor-zugsweise die Blüthen erzeugen. Ebenso müssen dieschädlichen Thiere möglichst von denO-n abgehalten,bes. die Raupen stets sorgfältig abgesucht werden, dadieselben oft nicht allein die ganze Ernte zerstören,sondern auch das Wachsthnin der O. sehr beein-trächtigen.
Schon bei den Römern wurde die Obstbaumzuchtsehr geschätzt; aus Griechenland, Armenien u. Sy-rien als Beute mitgebrachte O. wurden im Triumphaufgeführt. Schon Virgil n. A. gaben Unterricht inder Baumzucht. Lauge beschränkte sich dieselbe aufItalien; nach Galliens Eroberung wurde sie aberauch dorthin verpflanzt. In Deutschland führte Karld. Gr. den Obstbau durch Befehle, welche er in sei-nen Capitularien gab, ein. In Augsburg, Ulm u.Nürnberg, wo 1621 Knabe feine Hortipomologiaherausgab, fand man im 16^ Jahrh. große Obst-gärten. Auch die deutschen Fürsten, namentlich derKurfürst August von Sachsen, von welchem 1636ein Obstgartenbllchlein erschien, nahmen den Obst-bau in Schutz, doch erlangte derselbe erst eine höhereStufe, als aus der berühmten Karthanse in Parisdas Franzobst in Deutschland verbreitet wurde undQuintiny, Duhamel und Girardet wissenschaftlicheGrundlagen der Pomologie aufstellten und elastischeWerke über diesen Gegenstand schrieben. In denNiederlanden erreichte die Obstcultur, unterstütztdurch mildes Klima u. natürliche Fruchtbarkeit desBodens, eine hohe Ausbildung, u. in Deutschland,wo schon früher Sickler, Christ, Diel u. A. sehr fürderen Emporbringung gewirkt hatten, hat sie in Lenletzten Decennien, befördert durch viele Gartenbau-u. pomologische Vereine u. deren Versammlungen u.Ausstellungen, sowie durch die Einrichtung pomolo-