Druckschrift 
Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
643
Einzelbild herunterladen
 

Obssoiiium Obst. 643

besten von Otto Jahn 1853 mit den ?sriooirasdes Limits.

Odsoqu mm (lat.), 1) Fügsamkeit, Nachgiebigkeit.Z) Gehorsam zufolgeder Ordensgelübde (der Möncheu. Nonnen). 3) Gefängnis; für ungehorsame Ordens-glieder.

Obscrvabilicn, Gegenstände der sinnlichen Be-obachtung.

, Observanten, die die Ordensregeln streng beo-i bachtenden Mönche.

Lbservanzlv.Lat.),Herkommen, eine stillschwei-gend durch längere Befolgung und Übung anerkannteRegel; bei Klostergeistlichen das Herkommen, wo-durch die Klostcrregel gemildert (Late O.) oder ge-schärft (Stricte O.) wird; ähnlich in der Freimau-rerei; endlich s. v. w. Gerichtsgebrauch.

Observation (v. Lat.), Beobachtung. DaherObservationsarmee, od. bei geringerer Trup-penzahl Obser.vationscorps, eine weniger zumKampfe als zur Beobachtung des Feindes od. einerMacht, welche feindliche Absichten zu zeigen scheint,bes. vor Ausbruch des Krieges, aufgestellte Heeres-abtheilung; oft auch von neutralen Staaten formirt,wenn sich die Operationen der kriegführenden Heereden Landesgrenzen nähern, wie z. B. die Schweizu. Belgien während des deutsch-franz. Krieges.

Observatorium (lat.), Sternwarte, Gebäude,zu Beobachtungen am Himmel bestimmt. Haupter-fordernisse sind, daß es in der Höhe, von wo aus Be-! obachtungen angestellt werden, einen völlig freien! Horizont habe und daß es mit den vollkommensten^ astronomischen Instrumenten versehen sei. Das ersteöffentliche O. wurde 1561 in Kassel eingerichtet.Magnetische Observatorien sind Gebäude,welche dazu bestimmt sind, die Elemente des Erd-magnetismus für den betreffenden Ort mit aller Ge-nauigkeit zu messen.

Obsidian (Obsiciianuo laxis fweil Obsidius ihnzuerst in Äthiopien gefunden haben soll), auch Hahn-stei», Glasachat, Glaslava), ein vulkanisches Glasund zwar die glasige Modification der trachytischen,bes. der kieselsänrercichen Laven, erscheint derb indichten Massen, in Kugeln, rundlichen Körnern, oderporös in Bimsstein übergehend, sowie durch einzelneausgeschiedene Sanidien-Krystalle u. -Körner por-phyrisch; Bruch muschelig, Härte 67, spec. Gew.2 ,g 2 , 5 ; meist sammtschwarz, braun oder grünlichj gefärbt, stark glasglänzend, durchsichtig bis undurch-s sichtig; enthält 6070 »/ Kieselerde. Der O. ist«in Product schneller Erkaltung und findet sich meistim Zusammenhang mit trachytischen Laven an Vul-kanen, auf Teneriffa, Island, auf den LiparischenInseln, in Mejico, ans Milo, Sanlorin, auf den Ca-narischen u. Azorischen Inseln; in großer Menge beiTelkibanya und Bodrog-Kereßtur in Ungarn. DerO. wurde sonst zu Messern, Pfeilspitzen, Spiegeln,Gemmen rc. verarbeitet, jetzt werden Knöpfe, Dosen,! Armbänder u. andere Gegenstände daraus geschnit-! len; aus den ganz schwarzen O-en werden Spiegelzu Polarisationsapparaten geschliffen. Lehmann.»

Obsignation (v. Lat.), das gerichtl. Versiegeln.

Obsolescenz, Eintrocknung». Verkreidung resp.Verkalkung krankhafter Gebilde, z. B. der Tuberkel,infolge aufgehobener Ernährung, so daß weitereMetamorphosen dieser Gebilde nicht mehr stattfin-de». Der obsolete Tuberkel bleibt als solcher u.

zwar meist als unschädliche Masse bestehen, erweichtu. zerfällt nicht rc.

Obsolet, (v. Lat.) veraltet, außer Gebrauch.

Obst, alle an Holzpflanzen wachsenden eßbarenFrüchte. Unter den verschiedenen Himmelsstricheltgibt es sehr verschiedenes O.; bes. haben die Tro-penländer ganz andere Arten, als die gemäßigtenZonen und hier die südlichen wieder andere als dienördlichen. Bei uns unterscheidet man: ».Kern-obst (Aepfel, Birnen, Quitten), mit mehreren klei-nen Samen in einem von eßbarem Fleische (derfleischigenBlüthenachseresp.Kelch) umgebenen enge-ren Gehäuse, d. Steinobst (Pflaumen, Kirschen,Aprikosen, Pfirsiche, Mispeln), mit einem (bei derMispel mehreren) steinartigem Kerne (Endocarp) infleischiger, eßbarer Hülle (Mesocarp). o) Schalen-obst (Wallnüsse, Haselnüsse, süße Kastanien, Man-deln), mit eßbarem Samen in trockener, holzigerSchale (Endocarp). ä. Beerenobst (Johannis-beeren, Stachelb., Maulb., Himb.', Bromb., Hollun-derb., Heidelb., Preiselb., Weintrauben rc), mitkleinen, ohne Bedeckung im eßbaren Fleische liegen-den Samen (vgl. Frucht). Nach der Benutzungsartwird das O. eingetheilt: in Tafelobst mit seinem,wohlschmeckendem, bes. roh genießbarem Fleische u.das einträglichere Wirthschasts- oder Haus-haltsobst, welches sich mehr zum Kochen, Trock-nen rc. eignet; nachderZeitderReifein: Sommer-obst, das bis zum Sept. einschließlich, Herbst-obst, das im Oct. u. Nov., u. Winterobst, dasim December u. später reif u. nutzbar wird. Die sehrvielen Sorten unseres veredelten oder Garten-obstes sind durch sorgfältige Cultur u. häufig wie-derholte Aussaat der vollkommensten Samen vonden edelsten Früchten nach n. nach aus dem wenigerod. gar nicht nutzbaren wilden O-e entstanden. DieReise des O-s erkennt man daran, daß dasselbe sichleicht mit dem Stiele ablösen läßt; das meiste O.muß reif geerntet werden, doch werden einige Arten,z. B. Sommerbirnen u. Aprikosen, oft saftiger undschmackhafter, wenn sie etwas früher abgenommensind; bei dem Winterobste wird die Baumreife vonder Lagerreife unterschieden, d. h. der Zeit, wo esanfängt, weich zu werden u. erst seinen vollen Nahr-ungswerth u. Wohlgeschmack erhält. Um haltbaresO. zu bekommen, muß es vorsichtig geerntet, bes.vor Verletzungen bewahrt werden; am besten wirdes gepflückt, an erreichbaren Ästen mit der Hand,sonst initdem O.- od. Apfelbrecher; durch Schüt-teln und Abschlagen werden nicht allein die Bäume,sondern auch alles weichere O. leicht beschädigt, wes-halb es nur bei Nüssen, Kastanien und kleinerenPflaumensorten angewendet werden darf. Das zulängerer Aufbewahrung bestimmte O. muß zunächsteinige Zeit auf nicht zu Hohen Haufen ausschwitzen,von allen faulen, wurmstichigen und beschädigtenFrüchten gesondert u. daun an einem trocknen, frost-freien, dem Zutritte der Luft und des Lichtes nicht zusehr ansgesetzten Orte aufbewahrt und von Zeit zuZeit vorsichtig wieder ausgelesen werden; gute, trockneKeller werden deshalb am meistendasür benutzt, dochbleibt es gewöhnlich schmackhafter ans frostfreicn,trocknen Zimmern; am besten hält es sich in Kistenod. Körben zwischen Stroh verpackt, oder einzeln inPapier gewickelt, in kühlen, frostfreien,trocknen Räu-men. Die saftigen Früchte des Kern-, Stein- und

41 *