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O'Brien —
Bojaren Obren in Brusnica. Deren Sohn war1) Milosch O., geb. 16. Sept. 178V inDobringe,wo sein Vater ein Grundeigculhnln hatte. Da erseinen Vater früh verlor, diente er ans dem Gnte sei-nes Stiefbruders Milan, einem angesehenen Grund-besitzer, schloß sich aber mit diesem, der sich bald zumWojwoden anfschwaug, dem Führer des serbischenAufstandes Czerny-Georg gegen die Türken an undzeichnete sich in den damaligen Kämpfen durch be-sonderen Mnth aus, der ihn auch nach Czerny-GeorgsFlucht treu im Lande anshalten ließ. Nach dem TodeMilans erbte Milosch dessen Vermögen u. nahm denNamen O. an. 1813 erwirkte er durch sein muth-volles und zugleich staatskluges Auftreten von denTürken eine allgemeine Amnestie für die Aufständi-schen u. wardseIbstzumOberknäsvonRudnik,Posch-ega u. Kragujewacz ernannt. Bei der neuen Er-hebung der Serben gegen die türkische Herrschaft amPalmsonntage 1815 übernahm er die Führerschaftu. nach mannigfachen Wechselfällen und mühevollenKämpfen führte er die Serben endlich zur Befreiungvom tllrkischenJoche u. wurde imFrieden1816 vomSultan als Wojwode von Serbien mit dem Rangeeines Vezirs u. darauf auch von den serbischen Knä-sen n. der Geistlichkeit, 6. Nov. 1817, alsOberhanptSerbiens anerkannt, 1827 zum Erbsürsten erwähltu. im Sept. 1830 vom Sultan als solcher anerkannt.Nach einer ziemlich guten, manchmal etwas despoti-schen Regierung von 23 Jahren, ward er 13. Juni1839, durch wiederholte Ausstände der Serben ge-zwungen , seiner Würde zu Gunsten seines SohnesMilan zu entsagen, der jedoch schon 8. Juli 1839im Alter von 20 Jahren starb. Milosch O. lebtenach seiner Entsagung bis 1848 in Wien internirt,dann aus seinen Gütern in der Walachei, bis er end-lich nach verschiedenen Versuchen zu seiner Wieder-einsetzung inSerbien23.Dec. 1858 nach demSturzedes Fürsten Alexander wieder auf den Thron be-rufen wurde; er st. 26. Sept. 1860. 8) Michael,jüngerer Sohn des Vor., geb. 16. Sept. 1823, folgteunter Zustimmung der Pforte 8. Juli 1839 seinemälteren Bruder unter Regentschaft, übernahm, vomSultan volljährig erklärt, 17. März 1840 die Re-gierung, mußte aber, wegen seiner Willkllrherrschaftu. russischen Sympathieen verhaßt, den aufständischenSerben weichen u. flüchtete 7. Sept. 1842 nach Sem-lin. Durch Beschluß der Bojarenversammlung 15.Sept. 1842 des Thrones verlustig erklärt u. sammtseiner Familie ans Serbien verbannt, lebte er theilsin Wien, theils auf Reisen, theils auf seinen Güternin der Walachei u. kehrte erst 1858 mit seinem Vaterin sein Vaterland zurück. Er folgte diesem 26. Sept.1860 als Fürst u. begann nun eine besonders durcheine durchgreifende Militär- u. Steuer-Reform aus-gezeichnete Regierung. Aus Anstiften des 1858 ausSerbien vertriebenen Fürsten Alexander Karageorg-jewitsch ward er von Gliedern der Familie Radava-nowich am 10. Juni 1868 im Parke von Topdschi-dcr meuchelmörderisch erschossen. Ihm folgte 3)Milan IV. O. ,geb. 18. Sept. 1854, Großneffevon 0.1), Sohn des 1860 gestorbenen Fürsten Mi-lisch, erhielt seine Erziehung in Paris, wurde 2. Juli1868 als Fürstproclamirt u. 22.Aug. 1872 großjäh-rig erklärt. Ganz in Händen Rußlands begann er vondiesem unterstützt mit Montenegro zugleich den Krieggegendie Türkei 1876, ohne jedoch etwas zu erreichen,
Obscqucns.
als entsetzliche Lasten für Serbien, das in seinem Na-tionaldllnkel seinem Fürsten selbst die Königskroneanbot. Ende1877nach langemHin- u. Hcrschwankentrat er, nach dem Beispiel Rumäniens, anch in dieAction in dem russisch-türkischen Krieg. «agai.
O'Brien, altirisches Herrschergeschlecht, dessenStammvater 1)Brian Boroihme(Borishm),geb.
926, Thomond als Erbreich besaß und Lurch SiegesastganzJrlandregierte; erblieb 1014 inderSchlachtvon Clontarf bei Dublin gegen die Dänen. SeineNachkommen nannten sich Könige von Thomondbis 2) Mnrrongh Mac-Connor O'B. 1541an Heinrich VIII. von England seine ErbbesitzungThomond gegen den Titel eines Grafen von Thv-mond n. Baron von Jnchiquin abtrat. 3) Sir Lu-cius O'B., geb. 5. Dec. 1800, seit 1843 Lordlieu-tenant der Grafschaft Cläre, als Parlamentsmitgliedstets conservative n. protektionistische Grundsätze ver-fechtend, erbte 1855 die Baronie Jnchiquin. ^Wil-liam Smith, irischer Patriot, Bruder des Vor.,geb. 17. Oct. 1803,1827kam er für denFlecken Ennisu. die irische Grafschaft Limerick ins Unterhaus undwar AnfangsTory, späterWhig u.1843, nachdem«sich der Repcalbcwegung in Irland angeschlossenhatte, Radikaler. Als 1848 die Unruhen in Irlandeinen gefährlichen Charakter annahmen u. O'B. imMai das irische Volk zum bewaffneten Aufstande gegenEngland aufgefordert hatte, wurde er verhaftet, desHochverraths angeklagt u. von der Jury in Clonmelzum Tode verurtheilt, aber von der Regierung zulebenslänglicher Deportation begnadigt. Da O'B.der Regierung das Recht einer solchen Begnadigungbestritt, u. ein bestimmtes Recht für diesen Fall nichtvorlag, so wurde der Regierung vom Parlamentdurch eine besondere Bill im Juni 1849 dieses Rechtausdrücklich gegeben, n. O'B. daraus im Juli 184Snach Australien transportirt. 1854 wurde er be-gnadigt u. kehrte nach Irland zurück; 1859 besuchteer die Vereinigten Staaten und trat 1861 währenddes großen Bürgerkrieges in Pamphleten für dieSüdstaaten aus; von der Repealben-sgung Ende1860 hielt er sich fern. Er st. 17. Juni 1864 zuBageor in Nord Wales. Bartling.
Obrigkeit, 1) die Würde n. das Amt einesObe-ren, als eines Vorgesetzten, bes. solcher, welche einegebietende Gewalt haben. 2) Personen, welche miteiner obrigkeitlichen Würde bekleidet sind.
Obrogiren (v. Lat.), ein altes Gesetz durch einneues theilweise aufheben. sll, a.
Obschtschij Syrt (Obtschei Syrt), s. Landhöhen,
Obscön (v. Lat.), I) schändlich, unanständig.vorzüglich inHinficht auf Geschlechtsverhältnisse; da-her Oduvosnu, Unanständigkeiten, Schlüpfrigkeiten.
Obscur (v. Lat.), dunkel, finster, düster, unbe-kannt. Obscuranten, Dunkelmänner, Finster-linge; Obskurantismus, die Denk- und Hand-lungsweise solcher Menschen.
Obseeriren (v. Lat.), beschwören, flehentlich bit-ten. Daher O bsecration, Bitte, bes. im altenRom die Bittsormel, welche bei den Supplikationenan die Götter gerichtet wurde.
Obsequens, Julius, röm. Schriftsteller, wahr-scheinlich des 4. Jahrh. n. Chr., sammelte ausLiviusdie Nachrichten über die Wundererscheinungen inRom, wovon der Abschnitt von 249 bis 12 v. Chr.noch übrig ist, heransgegeben von Aldus 1508, am